Wer in Hamburg ins Referendariat will, muss wissen: Die Hansestadt ist beliebt, und die Plätze sind begrenzt. Insgesamt gibt es zurzeit etwa 600 Referendarstellen. Das ganze Auswahlverfahren ist kein Würfelspiel, sondern folgt einem knallharten Punktesystem, das in der Aufnahmeverordnung (AufnahmeVO) geregelt ist. Die Grundlage für deinen Platz auf der „gewichteten Bewerbungsliste“ ist erst einmal deine Punktzahl aus dem ersten Staatsexamen. Hast du ein „ausreichend“ gemacht, wirst du pauschal mit 6,49 Punkten eingestuft; bei besseren Noten zählt dein tatsächliches Ergebnis.
Aber keine Sorge, du kannst dein Konto ordentlich aufpolieren! Es gibt nämlich Bonuspunkte für verschiedene Lebenslagen. Jeweils einen vollen Punkt extra gibt es für:
- Abgeleisteten Wehr-, Zivil- oder Entwicklungsdienst bzw. ein FSJ/FÖJ oder den Bundesfreiwilligendienst.
- Die Tatsache, dass du dein erstes Examen in Hamburg abgelegt hast.
- Schwerbehinderung oder das Zusammenleben mit einem eigenen Kind, sofern du dein erstes Examen in Hamburg gemacht hast.
- Und natürlich für die Wartezeit: Alle sechs Monate Warten bringen dir einen weiteren Punkt.
Damit das Ganze fair bleibt, gibt es eine Rangliste. Wenn zwei Bewerber punktgleich sind, schaut man zuerst auf die exakte Examensnote, dann auf das Alter (der Ältere gewinnt), und wenn dann immer noch Gleichstand herrscht, entscheidet das Los. Kleiner Tipp am Rande: Hamburg führt auch eine Liste für Härtefälle. Wenn es für dich eine „unzumutbare Härte“ wäre, erst zum regulären Termin dranzukommen, kannst du einen Antrag stellen, um früher reinzurutschen. Das wird aber extrem streng geprüft. Die aktuellen „Cut-off“-Werte (also die niedrigste Punktzahl, mit der noch jemand eingestellt wurde) liegen oft im Bereich zwischen 8,5 und 11,8 Punkten, je nach Termin. Du kannst deine Position auf der Liste sogar jederzeit online einsehen, um zu checken, wie deine Chancen stehen.


Das einzige Buch für (angehende) Referendare

Im schriftlichen Examen zugelassen sind 6 Kommentare (Grüneberg, Thomas/Putzo, Fischer, Meyer-Goßner/Schmitt, Kopp/Schenke und Kopp/Ramsauer). Da man auf jeden Fall die neueste Auflage der Kommentare im Examen zur Verfügung haben sollte und die Bücher sehr teuer sind, vermieten wir diese Kommentare an Rechtsreferendare.



Juristenkoffer.de ist einer der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einer der größten