Eigentlich war es ein ganz normaler Tag. Nichts ahnend ging ich nach dem Mittagessen zum Briefkasten, um die üblichen Werbeprospekte abzuholen und noch ein wenig belanglosen Gedanken wie Einkaufsinspirationen nachzuhängen, bevor das nächste Skypen zum Aktenvortrag üben anstand.
Zwar gab es Verlautbarungen, dass die Briefe mit den Ergebnissen der Examensklausuren so langsam raus gehen könnten, allerdings kursierte das Gerücht, dass zunächst nur die Durchfaller Post bekämen.
In dem Fall der verkauften Examenssachverhalte in Niedersachsen, in dem derzeit ein Referatsleiter und Richter am Landgericht Lüneburg angeklagt ist, gibt es eine überraschende Wendung: Hatte der Angeklagte in den ersten beiden Verhandlungstagen seine Aussage zum Fall verweigert, hat er heute am dritten Verhandlungstag die Taten weitestgehend eingeräumt!
"Ich möchte die Verantwortung für mein Handeln übernehmen", so wird der frühere Richter u.a. vom NDR zitiert.
Soll man sich für das 2. Examen im Strafrecht auf eine Revisionsklausur vorbereiten oder muss man mit einer Urteilsklausur als S2-Klausur rechnen? Diese Frage stellt sich insbesondere für alle Referendare in NRW.
Wir haben wieder einmal geschaut, in welchen Monaten 2014 eine Revision bzw. ein Starfurteil lief. Dies haben wir in einer Tabelle mit den letzten Jahren verglichen.
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So lautete eine Frage, die ein Referendar vor seinem 3. Versuch im zweiten Examen dem "Jobcoach" der Süddeutschen Zeitung gestellt hat (bzw. haben soll). Der Druck, bei einem sogenannten Gnadenversuch bestehen zu müssen, ist natürlich immens. Die gesamte berufliche Zukunft hängt an diesem letzten Versuch.
Da gilt: Bestehen ist Alles! Die Antworten des "SZ-Jobcoach" sind allerdings nur bedingt hilfreich.
Im Fall der verkauften Examenssachverhalte in Niedersachsen gibt es nach der Anklageerhebung gegen den Richter weitere Neuigkeiten: Wie der Weser Kurier unter Berufung auf den Staatssekretär des Justizministeriums, Wolfgang Scheibel, berichtet, seien bislang 15 Betrüger enttarnt worden.
200 Sonderermittler überprüfen derzeit insgesamt 2.000 Examina Niedersächsischer Referendare.
Es gibt Neues im Fall der verkauften Examenssachverhalte in Niedersachsen. Laut Recherchen des "Spiegels", auf die die "Strafakte" in einem ausführlichen Bericht Bezug nimmt, soll die Zentralstelle für Korruptionsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Verden in den nächsten Tagen Anklage gegen den Richter erheben.
Aus den Ermittlungsakten ergebe sich, dass der Richter in ca. 20 Fällen Sachverhalte zum Kauf angeboten haben solle, die nun Gegenstand der Anklage seien.
In Sachsen-Anhalt wurde durch die Neufassung der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Juristen (JAPrVO) eine kleine Änderung hinsichtlich der Prüfungsdauer in der mündlichen Prüfung herbeigeführt. Bislang war für das anwaltliche Prüfungsgespräch 20 Minuten je Prüfling vorgesehen. Nunmehr soll die Prüfung in diesem Bereich nur noch 15 Minuten je Kandidat dauern. Dies hat das LJPA Sachsen-Anhalt auf seiner Internetseite bekannt gegeben.
Die Sächsische JAPO wurde geändert mit Auswirkungen auf das 2. Staatsexamen: Ab dem Prüfungstermin 2015/1 werden in Sachsen nicht mehr 9 Klausuren, sondern nur noch 8 Klausuren geschrieben. Eine Verwaltungsrechtsklausur wurde gestrichen.
In Baden-Württemberg gibt es ab Herbst 2014 eine Änderung der Bestimmungen zum Aktenvortrag. Bislang war es so, dass der Prüfling im Rahmen der Vorbereitung seines Vortrags lediglich Stichpunkte auf einem Zettel notieren durfte, den er dann mit in den Prüfungssaal nehmen konnte. Nun ist es erlaubt, auch ausformulierte Sätze aufzuschreiben.
Auch hinsichtlich der Länge der Aufzeichnungen gibt es eine Änderung.
Pflichtprogramm im 2. Examen ist im Strafrecht eine Klausur aus Sicht der Staatsanwaltschaft. Das "Assessoren Rep" bereitet optimal auf die Staatsanwaltsklausur im Assessorexamen vor. Das nächste Seminar findet am 6. Dezember 2014 statt.
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Lang, lang ist es her, dass ich mich hier zu Wort gemeldet habe - aber entgegen vermeintlicher Befürchtungen kann ich mitteilen, dass ich das Examen, bzw. den schriftlichen Teil, zum Glück doch überlebt habe... ;)
... es ist deshalb an der Zeit, das ein oder andere vielleicht (oder besser hoffentlich) Interessante aus den vergangenen Wochen zu berichten. Aber der Reihe nach ...
Es gibt eine neue Stellungnahme im Fall der verkauften Examenssachverhalte in Niedersachsen. Wir hatten hier bereits desöfteren darüber berichtet. Der Sprecher des Niedersächsischen Justizministeriums hat laut Spiegel Online angekündigt, dass es "zu Verfahren kommen wird, die die Aberkennung von Prüfungsleistungen zum Ziel haben". Die Prüfung der 2.000 Examina hat also offenbar bereits zu konkreten Auffälligkeiten geführt.