Das Thüringer Referendariat dauert insgesamt 25 Monate und endet mit dem Tag, an dem dir das Ergebnis der zweiten Staatsprüfung bekannt gegeben wird. Es ist ein klassischer „Einheitsjurist“-Parcours, der dich durch fünf verschiedene Stationen führt:
- Zivilstation (5 Monate): Ausbildung bei einem ordentlichen Gericht in erstinstanzlichen Zivilsachen (Landgericht oder Amtsgericht).
- Verwaltungsstation (4 Monate): Bei einer Verwaltungsbehörde deiner Wahl. Du kannst davon bis zu zwei Monate bei einem Verwaltungs- oder Sozialgericht verbringen. Auch ein Ausflug an die Verwaltungshochschule in Speyer ist hier für bis zu drei Monate möglich.
- Strafrechtsstation (3 Monate): Entweder bei der Staatsanwaltschaft oder bei einem Strafgericht.
- Rechtsanwaltsstation (9 Monate): Der längste Block. Du kannst die neun Monate bei einem Anwalt verbringen oder sie aufteilen. Bis zu drei Monate sind bei einem Notar, Unternehmen oder Verband möglich, und weitere drei Monate darfst du sogar zu einem ausländischen Anwalt. Wichtig: Die ersten vier Monate musst du zwingend bei einem Anwalt sein.
- Wahlstation (3 Monate): Hier darfst du deinen Schwerpunkt setzen. Es gibt sechs Bereiche: Justiz, Verwaltung, Rechtsanwaltschaft, Wirtschaft/Finanzen, Arbeits-/Sozialrecht oder Internationales/Europa.
Begleitet wirst du in den ersten vier Stationen von Arbeitsgemeinschaften (AGs). Jede Station beginnt mit einer intensiven Einführungs-AG (ein bis zwei Wochen), gefolgt von der Regel-AG (ein Tag pro Woche). In diesen AGs lernst du das Handwerkszeug: Wie schreibe ich ein Urteil, eine Anklage oder einen Schriftsatz? Die Teilnahme ist Pflicht und geht jedem anderen Dienst vor.
Während der Stationen musst du Ausbildungsnachweise führen, in denen deine Leistungen vom Einzelausbilder dokumentiert werden. Am Ende jeder Station gibt es ein Zeugnis mit einer Punktbewertung von 0 bis 18 Punkten. Wenn du zwei Stationen mit weniger als 4 Punkten (mangelhaft) abschließt, droht dir sogar die Entlassung aus dem Dienst. Für alle, die Familie oder Pflegepflichten haben, gibt es übrigens die Möglichkeit des Teilzeitreferendariats. Dabei verlängert sich der Vorbereitungsdienst um sechs Monate, während der Dienst um 20 % reduziert wird.




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