Geduld ist eine Tugend, und im Referendariat in NRW brauchst du davon ein ordentliches Stück. Die aktuelle Wartezeit liegt in den Bezirken Düsseldorf und Hamm bei ca. 12 Monaten ab Antragstellung. Das bedeutet: Wenn du heute deine Unterlagen einreichst, kannst du erst in etwa einem Jahr mit dem ersten Arbeitstag rechnen. Diese Zeitangaben sind jedoch nur Einstellungsprognosen und können sich verschieben, wenn viele Bewerber ihre Anträge zurückziehen oder die Kapazitäten plötzlich aufgestockt werden.
In Köln ist die Lage besonders angespannt. Da die Nachfrage dort das Angebot massiv übersteigt, werden dort quasi nur noch Leute mit „engem Bezug“ zum Bezirk eingestellt. Wer diesen Bezug nicht hat, wird oft auf den Bezirk Aachen verwiesen.
Es gibt aber einen „Cheat-Code“ für Eilige: Die Restplätze. Wenn nach den regulären Besetzungsrunden Plätze übrig bleiben (weil Leute abgesprungen sind), werden diese im Internet ausgeschrieben. Hier zählt nur die Geschwindigkeit: Wer zuerst per E-Mail sein Interesse anmeldet und vollständige Unterlagen hat, bekommt den Platz – völlig unabhängig von der Position auf der normalen Warteliste. Es lohnt sich also, regelmäßig die Webseiten der OLGs zu checken.
Deine Wartezeit kannst du übrigens nicht nutzen, um deinen Wunschort zu „erzwingen“. Wer länger wartet, hat zwar eine höhere Chance auf eine Einstellung zum Wunschtermin, aber der Wunschort bleibt immer ein Fall für die Ermessensentscheidung der Verwaltung. Wenn du einen angebotenen Platz ablehnst, fliegst du von der Warteliste und musst dich neu hinten anstellen, was oft eine weitere Wartefrist von drei bis sechs Monaten bedeutet.
Verbessern kannst du deinen Rangplatz, wenn du einen Dienst nach Art. 12a GG geleistet hast (Wehr- oder Zivildienst) oder wenn ein „Härtefall“ vorliegt, der es dir unzumutbar macht, länger zu warten. Beides musst du aber im Antrag explizit belegen.




Juristenkoffer.de ist einer der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einer der größten