Baden-Württemberg plant eine Reform der Juristenausbildungs- und Prüfungsordnung, die auch den Einsatz von Metalldetektoren bei staatlichen Examensprüfungen vorsieht. Wie jurios.de berichtet, liegt dem Landesfachschaftsausschuss der rechtswissenschaftlich Studierenden sowie den Sprechervorständen der Oberlandesgerichte Stuttgart und Karlsruhe ein Entwurf vom 11. November 2025 vor. Die studentische Vertretung erkennt zwar den Anpassungsbedarf der Prüfungsordnung, sieht aber gravierende Probleme in der geplanten Kontrolle der Prüflinge durch Metalldetektoren und Handsonden.
In ihrer Stellungnahme betont die Landesfachschaft, dass der Gesetzentwurf auch sinnvolle Änderungen enthalte. Gelobt wird die Möglichkeit, Aufsichtsarbeiten elektronisch abzulegen und den handschriftlichen Lebenslauf abzuschaffen. Positiv hervorheben die Studierenden zudem, dass Ausnahmen zur Verlängerung des zeitlichen Zusammenhangs der Prüfungsleistungen geschaffen werden sollen. Ebenso wird die Einführung einer verpflichtenden Verfassungstreue-Erklärung für Rechtsreferendarinnen und -referendare als zeitgemäß und sachgerecht eingestuft.
Scharf kritisiert wird dagegen Ziffer 4 des Entwurfs, die verdachtsunabhängige Kontrollen zur Auffindung unerlaubter Hilfsmittel vorsieht. Der Begriff der Mitwirkung sei so unbestimmt, dass unklar bleibe, ob lediglich passives Dulden oder aktive Beteiligung verlangt werde. Die Formulierung „wie insbesondere“ lasse weitere, noch weitreichendere Kontrollmaßnahmen zu. Nach Ansicht der Studierenden würde Baden-Württemberg als erstes Bundesland eine solche Eingriffsbefugnis einführen und damit einen Generalverdacht gegenüber allen Prüflingen etablieren.
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Die Landesfachschaft bezweifelt, dass verdachtsunabhängige Kontrollen tatsächlich mehr Fairness bringen. Schon heute müssen Kandidatinnen und Kandidaten internet- und bluetoothfähige Geräte abgeben. Weitere Maßnahmen würden die Ablenkung und den psychischen Druck erhöhen, ohne Betrugsversuche effektiv zu verhindern. Deshalb fordert die studentische Vertretung, die Regelung zu streichen oder grundlegend zu überarbeiten. Die Debatte zeigt, wie sensibel das Thema Chancengleichheit im juristischen Staatsexamen ist und wie wichtig eine angemessene Balance zwischen Sicherheit und Vertrauen.
Zitierte Quellen des Textes:
jurios.de/2026/01/19/baden-wuerttemberg-will-metalldetektoren-im-staatsexamen-einfuehren/








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