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  Ausgabe 34/2018
Montag, der 20.08.2018
     

 / Niedersachsen / Strafrechtsstation

Die ersten Tage bei der Staatsanwaltschaft

von

Hier das erste kurze Update aus der Staatsanwaltschaftsstation [ich hätte den Artikel beinahe noch in der falschen Kategorie “Zivilrechtsstation” eingeordnet…so ganz angekommen bin ich also noch nicht 😉 ].

Der erste Tag war sehr ruhig und nur von kurzer zeitlicher Dauer. Wir wurden begrüßt (wir sind erneut eine kleine Gruppe an Referendaren, was ich nach wie vor gut finde). Jedem wurde sein Ausbilder mitgeteilt und es wurden einige Unterlagen verteilt (Telefonliste, Hinweise für Fahrtkostenabrechnung, eine Übersicht zur Tagessatzberechnung etc). Anschließend war eigentlich geplant, dass jeder kurz bei seinem Ausbilder hereinguckt und sich vorstellt…aber 90% der Referendare aus meiner Gruppe (darunter ich) trafen ihren Ausbilder gar nicht an (Urlaub, Sitzungsdienst, noch nicht auf der Arbeit etc). Tja…so ist es halt, aber das war es dann auch schon…wie gesagt: kurz und schmerzlos….nach ca. 10 Minuten war der erste Tag somit schon vorbei und ich konnte wieder nach Hause fahren. 😉

Die kommenden 2 Wochen ist „Einführungsphase“, d.h.  die AG findet 3x/Woche statt (und in dieser Zeit noch keine Ausbildung am Arbeitsplatz, also vom Ablauf her ähnlich wie in der ersten Zivilgerichtsstation, nur dass die Einführungsphase dort 3 Wochen dauerte). Im Anschluss an diese Einführungsphase ist man dann neben der wöchentlich stattfindenden AG bei seinem Ausbilder und soll zunächst 1-2x mit seinem Staatsanwalt in eine Sitzung mitgehen und sich das ganze angucken, bevor man dann (also ich schätze frühestens in der letzten Augustwoche, vielleicht auch erst in der ersten Septemberwoche) alleine den Sitzungsdienst übernimmt. Im Zusammenhang damit wurde auch gefragt, wer ein Auto hat, weil dies wohl bei der Aufteilung wer/wann/wo Sitzungsdienst macht berücksichtigt werden soll (die Bezirke sind ja doch recht groß und in meinem Bezirk sind 1-2 Amtsgerichte mit der Bahn sehr schlecht zu erreichen). Eine eigene Robe für den Sitzungsdienst bekomme ich demnächst auch noch. :-)

Die darauffolgenden beiden Tage hatte ich dann das erste Mal die staatsanwaltschaftliche Arbeitsgemeinschaft. Wir haben uns thematisch zunächst mit der Organisation der StA, Verfahrensabläufe etc. beschäftigt. In der zweiten AG-Stunde ging es dann auch schon direkter zur Sache mit der – für das Examen notwendigen – Anklageschrift (wie baue ich sie auf, was muss hinein), prozessuale vs. materielle Tat etc. Die AG-Leiterin ist noch recht jung und macht einen sehr netten und kompetenten Eindruck. Auch für Fragen war sie sehr offen und beantwortete sie auch so, dass man mit der Antwort wirklich was anfangen konnte und es auch verstand. Das Material das wir bekommen (und es ist für zwei Tage AG schon eine Menge an Papier die ich erhalten habe!) gefällt mir von der Aufmachung/Verständlichkeit bisher weitaus besser, als das Unterrichtsmaterial was ich in der ersten Station bekommen habe (sofern man dies überhaupt vergleichen kann, aber die Unterlagen aus der 1. Station fand ich persönlich überhaupt nicht gut und habe auch schon viel davon direkt aussortiert und weggeschmissen, da ich weiß dass es – außer Platz im Ordner wegzunehmen – keinen Nutzen bei mir erfüllen wird, da ich es mir eh nicht mehr angucken und lieber auf andere Materialen zurückgreifen werde).

Das Strafrecht erfreut sich bei den wenigsten Referendaren in meiner AG großer Beliebheit. Die meisten bevorzugen eher das Zivil- oder Öffentliche Recht, aber wenn es so weitergeht, könnte es durchaus möglich sein, dass der ein oder andere vielleicht doch ein Interesse für das Strafrecht entwickelt…ungeahnte Möglichkeiten tun sich auf. 😉 Ich denke und hoffe jedenfalls, dass ich aus der Station viel mitnehmen werde. Vom ersten Eindruck her, also was die AG betrifft (zu meinem Ausbilder am Arbeitsplatz kann ich ja noch nichts sagen), bin ich jedenfalls zufrieden …mal gucken wie es weiter geht… :-)

Emily*

Der Artikel wurde am 5. August 2012 von veröffentlicht. Emily war Referendarin in Niedersachsen. Sie macht zur Zeit einen LL.M. in Südafrika und berichtet hierüber in den RefNews.