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  Ausgabe 43/2018
Dienstag, der 23.10.2018
     

 / Anwaltsstation / Niedersachsen

Die Anwaltsstation

von

So liebe Leute, hier ist also mein erster richtiger Eintrag aus der wohl relevantesten Station im Referendariat (jedenfalls wenn man davon ausgeht, dass ca. 80 % der Referendare später wohl in diesem Berufsfeld landen werden): der Anwaltsstation. Bisher gefällt es mir dort fast schon zu gut. Die Anwälte in der Kanzlei sind sehr nett. Die bisher zugeteilten Aufgaben waren alle machbar und es wird viel Wert darauf gelegt, dass sich Zeit genommen wird um mir Dinge und den Ablauf (verständlich) zu erklären… und so arbeite ich mich auch gut in neue und teilweise sehr fremde Materien ein.

Die Block- bzw. Einführungsphase in der Anwaltsstation ist mittlerweile vorbei (in 2 Monaten findet aber nochmal eine verdichtete Blockphase statt) und der normale Wochenablauf stellt sich gerade so langsam ein. Der sieht bei mir so aus, dass ich 1x/Woche Arbeitsgemeinschaft habe, 3 Tage/Woche beim Ausbilder bin und 1 Tag für den 5-stündigen Klausurenkurs draufgeht. Montags bis freitags (bzw. teilweise sogar bis samstags) ist also gut verplant. Denn am Wochenende arbeite ich öfter noch in meinem Nebenjob – allerdings nicht jedes Wochenende, da ich die Nebentätigkeit von der Arbeitsbelastung her im Vergleich zum Referendariatsbeginn nun doch auch verstärkt heruntergeschraubt habe. Ganz aufhören wollte ich allerdings auch nicht. Ich brauche den Nebenjob irgendwie auch als Ausgleich und würde/könnte sowieso nicht jedes Wochenende lernen wenn ich unter der Woche schon von Mo – Fr referendariatsmäßig beschäftigt bin. Anderweitige Termine wie z.B. Friseurtermin, Arztbesuche o.ä. (sofern es jetzt nicht wirklich was gravierend ist) kann ich somit momentan eigentlich nur auf den Vormittag vor der AG oder auf den Vormittag vorm Klausurenkurs legen, wobei ich auch an diesen beiden Tagen um spätestens 12h von zu Hause losgehen muss um dann pünktlich vor Ort zu sein. Also, wie man sieht: über zu viel freie Zeit kann ich mich nicht beschweren, es ist halt immer was zu tun, allerdings muss ich dazu sagen: ohne das es mir bisher zu viel wäre. Freizeit habe ich dennoch, obwohl sich das Treffen mit Freunden/Bekannten meist in die Zeit nach Feierabend oder auf den Sonntag beschränkt und halt nicht mehr so einfach „zwischendrin“ nachmittags mal ein Käffchen drin ist (außer mit den Kollegen natürlich 😀 ). Auch zum Sport schaffe ich es aber noch relativ regelmäßig, wenn auch eher in den (späteren) Abendstunden.  Zeitmanagement ist halt alles und das lässt sich momentan auch ganz gut irgendwie managen. :-)

Rückblick über die letzten 3 Stationen im Referendariat

Da ich mittlerweile ja doch schon etwas fortgeschrittener bin, wollte ich zudem mal einen kleinen Rückblick starten. Pauschal kann ich die Aussage treffen, dass es bei mir im Referendariat bisher eigentlich durchweg so war, dass Erwartungen und Realität auseinanderfielen (meine Einstellung zur Wahlstation versuche ich daher gerade ins Negative zu drücken…umso besser wird es dann vielleicht 😉 ). Beispiele: Kurz vor dem Referendariatsbeginn freute mich ja fast schon übermenschlich doll und konnte kaum erwarten, dass es endlich mit dem Referendariat losgeht. Als es dann soweit war, konnte ich es jedoch nach kurzer Zeit schon nicht mehr erwarten, dass es endlich wieder vorbei ist weil meine Erwartungen wohl einfach zu „hoch“ waren (aktuelle Anmerkung: die Vorfreude auf das Ref-Ende besteht nach wie vor 😀 ). Auch auf den Sitzungsdienst bei der Staatsanwaltschaft habe ich mich sehr gefreut, aber als ich dann aber in der Station war schlug diese Vorfreude sehr schnell um, da ich es mir irgendwie „aufregender“ vorgestellt hatte und ich es in der Realität teilweise echt langweilig fand. Was hingegen die Verwaltungsstation anging dachte ich mir vorab „ok, Augen zu und durch“, das soll ja angeblich die langweiligste Station von allen werden. Ich war dann aber sehr angetan von den vielfältigen Sachen aus dem Verwaltungsrecht in die ich einerseits beim Ausbilder Einblicke bekommen habe, selbst bearbeiten konnte und die mir (auch für das Verständnis) wirklich viel gebracht haben. Auch die Arbeitsgemeinschaft in dieser Station war ziemlich gut – da habe ich wohl aber auch mit den besten AG-Leiter erwischt, es hätte nämlich eine wirklich eine grausame Station werden können wenn ich an einem anderen Tag AG gehabt hätte. Ausnahmsweise war das Glück aber mal auf meiner Seite. :-) Auf die Anwaltsstation freute ich mich zwar, andererseits hatte ich auch im Hinterkopf „wenn es soweit ist, ist das Examen schon ganz nah“ und „hoffentlich kannst du die Erwartungen und Anforderungen erfüllen und machst dich nicht zum Horst, weil du irgendwelche dämlichen Fragen hast und die sich denken: wie kann die schon so weit im Referendariat sein, wenn sie das noch nichtmal weiß“. Die Arbeitsgemeinschaft soll in der Anwaltsstation nach Aussage vieler Referendare ja auch reine Zeitverschwendung sein…was soll ich sagen: bei mir – bisher – sowohl AG(-Leiter) als auch Ausbilder: 1A. :-)

Soweit mal wieder ein kurzes Update. Hättet ihr Fragen, könnte ich auf diese ja noch eingehen…aber soweit scheint ihr alle ja bestens informiert zu sein. Schade, schade, mir gehen nämlich allmählich die Themen aus, da sich der Ablauf die kommenden Wochen/Monate ja doch relativ ähnlich gestalten wird. Zur Wahlstation und wo ich diese absolvieren werde gibt es übrigens noch keine Neuigkeiten. Wenn sich dort was tut werde ich euch natürlich von berichten. :-)

Noch eine schöne Woche wünscht euch

Emily*

Der Artikel wurde am 12. Februar 2013 von veröffentlicht. Emily war Referendarin in Niedersachsen. Sie macht zur Zeit einen LL.M. in Südafrika und berichtet hierüber in den RefNews.