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  Ausgabe 43/2018
Dienstag, der 23.10.2018
     

 / Niedersachsen / Staatsexamen

Es war soweit: “Judgement Day”

von

Hallo lieber Leser,

erst einmal muss ich mich für die sehr sehr lange Blog-Pause entschuldigen. Ich habe auch schon einige E-Mails bekommen (danke dafür), aber direkt nach den Examensklausuren fehlte mir zum einen die Motivation als auch die Zeit, um vor meinem Abflug (Wahlstation) noch einmal ausführlich zu posten. Zudem hing mir das Examen direkt nach den Klausuren ehrlich gesagt auch zum Halse raus. Ich war froh,  dass ich die Tage nach den Klausuren nichts Juristisches sehen/hören musste, mich um die letzten Vorbereitungen für die Wahlstation kümmern konnte und ich dann erstmal „weg“ war.

Was es also rückblickend zu berichten gibt und um euch auf den neusten Stand zu bringen, fange ich jetzt trotzdem besser in chronologischer Reihenfolge mit den letzten Monaten an und werde in diesem Beitrag über die schriftlichen Klausuren im 2. Staatsexamen berichten:

Die Examensklausuren an sich sind…nun ja, wie das Examen halt so ist und man es aus dem ersten Examen schon kennt: was man lernt kommt nicht dran und teilweise sind es Sachen, von denen man noch nie ansatzweise was gehört oder bearbeitet hat. Die Atmosphäre war an meinem Schreibort ganz gut und angenehm: es lief keiner wie ein aufgescheuchtes Hühnchen herum, um zu erzählen, dass dies oder jenes von anno Tobak und in neuester, umgewandelter BGH-Rechtsprechung heute ganz sicher als Urteil drankommt. Im Gegenteil: die Gespräche und Fragen vor dem Klausurraum zielten darauf ab, was man direkt nach den Klausuren zum Entspannen macht, ob man wegfährt und wo man die Wahlstation absolvieren wird. Lerntechnisch hätte man sich für den Termin das Lernen für die ÖffR-Klausuren wirklich fast komplett sparen und lieber noch mehr den Sommer (der ja 2013 richtig gut war) genießen sollen. Man lernt sich mithilfe von AG-Unterlagen/Skripten durch den Aufbau von Abhilfe-/Widerspruchsbescheid, Kostenrecht etc. Und was kommt u.a. dran: Petition und Berufung – und dann spielte das Ganze u.a. auch noch im Wasserstraßenrecht (was selbst ein namhafter Repetitor für das 2. Examen aufgrund der umfangreichen und schwierigen Materie als materiellen Prüfungsstoff für das 2. Examen ausschloss). Dieser Ansicht folgte allerdings nicht das Landesjustizprüfungsamt. 😉 Aber gut, man versuchte sich halt durchzuwurschteln; es blieb einem ja auch nichts anderes übrig. 😀 Ansonsten kam halt dran, was man so “wußte”: eine Urteilsklausur, eine StA-Klausur, eine Relationsklausur, eine Kautelarklausur…! 😀 Alle gespickt mit einigen Feinheiten, die man nach eigener Einschätzung mal mehr, mal weniger, traf. Leider lagen mir 2 Klausuren rein materiell-rechtlich gar nicht, da sie genau meine materiellen Schwachstellen trafen, aber gut: frohen Mutes in die Nächsten, auch wenn die Verzweiflung an manchen Tagen doch recht groß war und man da saß und sich fragte “was mache ich hier eigentlich?”. Da letztlich aber ja auch niemand die richtige Lösung (oder anders gesagt: die Lösungsskizze des LJPA – man munkelt, dass es da ja manchmal einen Unterschied geben soll 😀 😉 ) kennt und man auch nicht weiß, was für einen Korrektor man erwischt und was die anderen so geschrieben haben, war sich mein Kursort immerhin geschlossen einig, dass es nichts bringt, nach den Klausuren lange über die Klausuren nachzudenken oder gar drüber zu reden. Das war für alle (und besonders für die Wiederholer, deren Anspannung noch um einiges höher war) ganz angenehm. Fehler im Bearbeitervermerk und einmal im Sachverhalt gab es auch mal wieder (kennt ja auch fast jeder schon aus dem 1. Examen). Fazit: ist halt Examen – nur diesmal das Zweite!  😀

Die Tage nach den Klausuren befand ich mich kurz in einer gedanklichen Mischung aus „das war gar nichts“ und „endlich ist es geschafft“. Gefolgt von dem nächsten Gedanken „aber wenn ich denke, dass es nichts war, ist es ja noch nicht geschafft, denn dann muss ich als Wiederholer nochmal ran“. Bevor mich diese Gedanken jedoch mehr und mehr verfolgen konnten, war es allerdings schon so weit seine Koffer zu packen, in den Flieger zu steigen – und das Abenteuer „die letzte Referendariatsstation“ anzugehen: die Wahlstation. Dazu mehr in meinem nächsten Beitrag.

Falls ihr noch Fragen zum Examen habt, könnt ihr diese gerne stellen (Kommentar oder E-Mail). Ich wollte diesen Beitrag nur nicht allzu lang werden lassen, da der ganze Ablauf ja nun doch schon ein paar Monate zurückliegt. Wie ich mich zuvor auf das Examen vorbereitet habe, habe ich ja schon in einem vorherigen Beitrag geschrieben. Im nächsten Beitrag berichte ich dann etwas über meine Wahlstation. :-)

Liebste Grüße

Emily*

Der Artikel wurde am 26. Februar 2014 von veröffentlicht. Emily war Referendarin in Niedersachsen. Sie macht zur Zeit einen LL.M. in Südafrika und berichtet hierüber in den RefNews.