Ein Forschungsprojekt untersucht, wie juristische Klausuren künftig fairer und nachvollziehbarer mittels KI korrigiert werden können. Im Mittelpunkt steht nicht die Vorstellung, menschliche Prüfer durch Technik zu ersetzen. Vielmehr geht es um die Frage, welche Kriterien bei der Bewertung tatsächlich tragfähig sind und wie digitale Werkzeuge helfen könnten, Abweichungen, Routinen und unausgesprochene Erwartungen sichtbar zu machen. Damit berührt die Studie einen Kernbereich der juristischen Ausbildung.
Für Referendarinnen und Referendare ist das Thema besonders relevant, weil die Klausuren im zweiten Staatsexamen über Berufschancen, Verbesserungsversuche und oft auch über den weiteren Karriereweg entscheiden. Wer mehrere fünfstündige Arbeiten schreibt, erwartet zu Recht, dass nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Bewertungsweg plausibel bleibt. Das Projekt lenkt den Blick deshalb auf Strukturen, die bisher häufig erst im Widerspruchs- oder Überdenkungsverfahren greifbar werden und dann nur mühsam rekonstruiert werden können.
Interessant ist dabei vor allem der Perspektivwechsel: Künstliche Intelligenz erscheint nicht als fertige Lösung für die Examenskorrektur, sondern als Analyseinstrument. Sie kann Muster in Bewertungen erkennbar machen, Hinweise auf uneinheitliche Gewichtungen geben und Diskussionen darüber anstoßen, was eine gute juristische Klausur eigentlich ausmacht. Gerade im Assessorexamen, in dem praktische Argumentation, Aufbau, Schwerpunktsetzung und sprachliche Präzision zusammentreffen, könnte diese Debatte mehr Transparenz schaffen.
Die RefNews sind das Blog von Juristenkoffer.de - einem der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einem der größten Vermieter von Kommentaren in Deutschland. Bist Du bereits Rechtsreferendar, hast Dir aber noch keinen Juristenkoffer reserviert? Dann informiere Dich jetzt über unser Angebot und sichere Dir schnell Deine Examenskommentare!
Gleichzeitig bleibt Vorsicht geboten. Prüfungsentscheidungen müssen individuell, begründet und rechtlich überprüfbar sein. Automatisierte Systeme dürfen die Verantwortung der Prüfer daher nicht verdecken, sondern allenfalls ergänzen. Für Examenskandidatinnen und Examenskandidaten wäre schon viel gewonnen, wenn Forschung und Justizprüfungsämter aus solchen Projekten klarere Bewertungsmaßstäbe, bessere Rückmeldungen und ein stärkeres praktisches Bewusstsein für Korrekturunterschiede ableiten würden.








Juristenkoffer.de ist einer der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einer der größten