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REFERENDARIATNEWS
REFNEWS
  Ausgabe 25/2026
Donnerstag, der 18.06.2026
     

 / Staatsexamen

Fachschaften kritisieren Stillstand bei Reform der Juristenausbildung

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Die Diskussion über die juristische Ausbildung bleibt in Bewegung, auch wenn die Justizministerinnen und Justizminister vorerst keine grundlegende Reform auf den Weg bringen wollen. Wie beck.de berichtet, stößt der jüngste JuMiKo-Beschluss bei studentischen Fachschaften auf deutliche Kritik. Aus ihrer Sicht wird damit erneut die Chance vertan, die Ausbildung an die tatsächlichen Belastungen, Erwartungen und Berufsbilder angehender Juristinnen und Juristen anzupassen.

Im Kern geht es um die Frage, ob das klassische Modell aus universitärem Studium, staatlicher Pflichtfachprüfung und anschließendem Vorbereitungsdienst noch ausreichend auf eine moderne juristische Praxis vorbereitet. Die Fachschaften sehen offenbar nicht nur einzelne Korrekturbedürfnisse, sondern ein strukturelles Problem: Wenn Reformvorschläge immer wieder zurückgestellt werden, könne auch die Grundlage für eine konstruktive weitere Debatte brüchig werden.

Für Referendarinnen und Referendare ist die Debatte mehr als ein hochschulpolitisches Thema. Wer in das Referendariat startet, bringt die Folgen des bisherigen Systems unmittelbar mit: Examensdruck, lange Schwerpunktdebatten, unterschiedliche Vorbereitungsangebote und die Frage, wie viel Praxisbezug schon vor der Anwalts-, Verwaltungs- oder Wahlstation vermittelt wird. Eine Reform des Studiums wirkt daher mittelbar bis in das zweite Staatsexamen hinein.

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Der Bericht zeigt zugleich, dass die Länder beim Juristennachwuchs weiter zwischen Bewahrung und Veränderungsdruck stehen. Gerade weil Justiz, Anwaltschaft und Verwaltung auf verlässlich ausgebildete Absolventinnen und Absolventen angewiesen sind, dürfte die Kritik der Fachschaften nicht folgenlos bleiben. Für künftige Referendarjahrgänge bleibt deshalb spannend, ob aus der erneuten Ablehnung doch noch konkrete Verbesserungen bei Prüfungsstruktur, Praxisnähe und Studienbelastung entstehen. Auch Ausbildungsgerichte und Arbeitsgemeinschaften hätten ein Interesse daran, dass angehende Referendarinnen und Referendare mit belastbaren Grundlagen, realistischen Erwartungen und besserer Orientierung in den Vorbereitungsdienst starten.

Der Artikel wurde am 17. Juni 2026 von veröffentlicht. Marcus war Referendar am LG Dortmund in Nordrhein-Westfalen.