Thüringen will Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare schon während der Ausbildung enger an die Justiz binden. Wie www.lto.de berichtet, sollen ab September zunächst acht Stellen für sogenannte Justizassistentinnen und Justizassistenten am Landgericht Erfurt und bei der dortigen Staatsanwaltschaft ausgeschrieben werden. Der Start des Modellprojekts ist für November geplant. Bezahlt werden soll die Nebentätigkeit mit rund 30 Euro brutto pro Stunde.
Für angehende Volljuristinnen und Volljuristen ist das mehr als ein Nebenjob. Die Tätigkeit soll juristische Recherchen, Entwürfe, Entscheidungsvorschläge und Fallsammlungen umfassen. Damit bekommen Referendare zusätzlichen Praxiskontakt, ohne dass die eigentliche Ausbildung ersetzt wird. Vorgesehen sind höchstens 32 Stunden im Monat, also typischerweise vier bis acht Stunden pro Woche. Gerade in einer Phase, in der Stationen, Arbeitsgemeinschaften und Examensvorbereitung eng getaktet sind, bleibt diese Begrenzung wichtig.
Die politische Stoßrichtung ist klar: Thüringen möchte den eigenen Justizdienst als Arbeitgeber früher sichtbar machen und Nachwuchsjuristen nach dem zweiten Staatsexamen im Land halten. Die Pilotphase soll bis Jahresende zeigen, wie sich die Abläufe organisieren lassen. Perspektivisch sind bis zu 20 Stellen vorgesehen. Im Haushalt stehen dafür nach Angaben aus dem Land 2,7 Millionen Euro für dieses und das kommende Jahr bereit.
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Interessant ist das Modell, weil es Ausbildung, Personalgewinnung und Entlastung der Gerichte miteinander verbindet. Wenn Referendare praktische Aufgaben übernehmen, lernen beide Seiten einander vor der Bewerbung kennen. Zugleich bleibt entscheidend, dass die Nebentätigkeit transparent vom Pflichtprogramm getrennt wird und keine zusätzliche Belastung kurz vor dem Examen entsteht. Für Referendarinnen und Referendare kann die Justizassistenz dennoch ein früher Test sein, ob der Staatsdienst nach dem Examen wirklich passt.








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