Hast du deine Unterlagen eingereicht und erfüllst die Voraussetzungen, landet deine Bewerbung erst einmal für bis zu ein Jahr in einer Warteleiste. Wenn dann irgendwo im Land dringender Personalbedarf besteht und deine Akte gut aussieht, kann die Einladung zum Vorstellungsgespräch plötzlich sehr kurzfristig kommen. Das Gespräch selbst findet direkt im Justizministerium in Schwerin statt.
Das Herzstück des Verfahrens ist ein ca. sechzigminütiges strukturiertes Einstellungsinterview. Inhaltlich geht es hierbei ans Eingemachte: Es wird geprüft, ob du die nötige „soziale Kompetenz“ besitzt, die § 9 Nr. 4 DRiG ausdrücklich als Befähigungsmerkmal verlangt. Die Prüfer schauen genau hin, wie du kommunizierst, wie kritikfähig du bist und ob du als Teamplayer taugst. Wer genau an dem Gespräch teilnimmt, wird in den Quellen nicht namentlich mit Titeln aufgelistet, aber es ist festgelegt, dass neben den Vertretern des Ministeriums auch ein Mitglied des Präsidialrates bei den Bewerbungsgesprächen anwesend sein darf. Der Präsidialrat ist nämlich bei der Einstellung von Richtern auf Probe zu beteiligen. Auf der Grundlage dieses Gesprächs fällt dann die Entscheidung, ob du als Richterin oder Richter auf Probe eingestellt wirst. Wenn du die Hürde nimmst, erwartet dich ein spannender Job in einem Team, das laut Auszeichnungen (wie „Top Company“ von kununu) auch von den Mitarbeitern geschätzt wird. Es ist also kein typisches „Verhör“, sondern ein professionelles Kennenlernen, um herauszufinden, ob du menschlich und fachlich in die Justizfamilie von MV passt.


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