Nachdem die erste Station beim Zivilgericht schon wie im Fluge vergangen ist, hatte man bei der Staatsanwaltschaftsstation das Gefühl, dass die gar nicht richtig angefangen hatte, da war sie auch schon wieder vorbei. Im Vorhinein hatte ich von fast allen, mit denen ich über das Referendariat gesprochen habe, gehört, dass die Station bei der Staatsanwaltschaft die spannendste Station des Refs werden wird. Da muss ich (leider) für mich sagen, dass das bei mir nicht zutraf!
Klar, es war aufregend, die Sitzungsvertretung zu übernehmen, aber so begeistert war ich nicht.
Die Arbeitsgemeinschaft war im Gegensatz zur AG bei der ersten Station nicht besonders lehrreich und ich ging immer mit dem Gefühl nach Hause, dass ich die vier Stunden, die man bei der AG abgesessen hatte, besser am Schreibtisch hätte verbringen können, um mehr gelernt zu haben. Im Laufe der Zeit hatte man sich damit abgefunden und wusste, dass man noch einiges zu Hause nacharbeiten musste, um fit für die Klausuren zu werden.
Bei meinem Ausbilder war es auch ganz okay. Ich bekam immer aktuelle Akten, die tatsächlich noch bearbeitet werden mussten. Das war bei einigen aus meiner AG anders, die „Übungsakten für Referendare“ bekamen, die bereits vollständig abgeschlossen und zum Teil auch schon einige Jahre alt waren. Außerdem musste ich immer nur den praktischen Teil eines Gutachtens, also eine Anklageschrift, Strafbefehl etc. und eine Verfügung schreiben. Auch das variierte von Ausbilder zu Ausbilder, sodass einige aus der AG zu jeder Akte ein A- und B-Gutachten plus praktischen Teil – demnach immer eine vollständige „Klausur“ – abgeben mussten. Ich war häufig hin- und hergerissen, was ich besser finden sollte. Natürlich sparte ich viel Zeit, die alleine für das Schreiben von A- und B-Gutachten drauf geht, aber andererseits fehlte mir vollständig die Klausurpraxis als es um die erste Klausur in der AG ging. Deshalb habe ich schon sehr früh in der Station begonnen, zum Klausurenkurs am Landgericht zu gehen, um da in Übung zu kommen. Das hat dann auch am Ende gut geklappt.
Der Sitzungsdienst war natürlich immer eine spannende Sache. Vor allem der erste Tag war sehr aufregend. Nun am Ende der Station muss ich sagen, dass ich nur eine Handvoll Schlussvorträge halten musste, da die anderen Sachen eingestellt wurden. Die verschiedenen Bereitschaftsstaatsanwälte hatten also große Freude mit mir 😉 Alles in allem, war es sicherlich eine tolle Erfahrung mal selbstständig sowas zu machen.
Dann gab es noch einige Sonderveranstaltung neben der AG. Wir waren bei der Polizeiinspektion, haben die JVA in Lingen besucht und natürlich durfte auch der legendäre Trinktest nicht fehlen. Vor allem die beiden letzten Veranstaltungen haben ihre Intention nicht verfehlt. Es war wirklich nicht schlecht mal zu sehen, wie der Alltag für Häftlinge in einer JVA aussieht und welche unterschiedlichen Arten des Vollzugs bestehen. Dieser Ausflug hat sich gelohnt! Und der Trinktest… dazu muss man wohl nicht viele Worte verlieren 😉 Wir hatten großen Spaß und es war erschreckend zu sehen, dass selbst bei einer recht niedrigen AAK die Ausfallerscheinungen erheblich waren. Ob die Promillegrenzen, so wie sie derzeit sind, wirklich so richtig sind, bezweifele ich seitdem sehr.
Nun startet also die Verwaltungsstation. Ich habe mir keine klassische Verwaltung ausgesucht, sondern ich bin im Justiziariat der Universität. Da bin ich schon sehr gespannt, was mich erwartet.







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