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  Ausgabe 14/2026
Sonntag, der 05.04.2026
     

Meine zivilrechtliche Verwaltungsstation
von

Nachdem ich nun schon über einen Monat in der Anwaltsstation bin (dazu demnächst mehr!), möchte ich aber noch kurz von meiner 3-monatigen Verwaltungsstation berichten. Wie der Titel des Artikels schon sagt, hatte ich in dieser Station mehr mit zivilrechtlichen Problemen zu tun als mit klassischem Verwaltungsrecht.

Vorweg: Die interessanten Stellen waren sehr schnell vergriffen. Ich habe also viele Absagen erhalten und von manch einer Bewerbung bei einer Behörde hab ich noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung bekommen. Deshalb hat es mich im Endeffekt dann doch in eine kleine Stadtverwaltung verschlagen. Insgesamt waren die Mitarbeiter aber allesamt sehr nett und mir haben die 3 Monate Spaß gemacht – wenn sie mich auch juristisch nicht unbedingt weiter gebracht haben!

Ich hatte volle Anwesenheitspflicht, das heißt 5 Tage die Woche musste ich mich morgens rausquälen und die Zeit im Büro verbringen. Zum Glück hatte ich aber ein Einzelbüro, so dass ich nicht „unter Beobachtung“ stand. So konnte ich die Zeit nutzen und habe regelmäßig Klausuren gelöst. Ab und zu kamen dann aus allen Bereichen der Verwaltung Mitarbeiter auf mich zu und haben mir juristische Fragen auf den Tisch gepackt. Für die Bearbeitung „der Fälle“ hatte ich aber immer genügend Zeit, so dass meine Verwaltungsstation nicht in Stress ausgeartet ist.

Womit ich aber überhaupt nicht gerechnet hatte: Fast alle meine Aufgaben waren zivilrechtlicher Natur! Ich musste mich um Mieter kümmern, die die Miete der städtischen Wohnung nicht zahlten. Andere Mieter haben angefangen, einen Zoo zu halten, was den Nachbarn natürlich nicht gefiel. Dann brauchte die Schule eine neue Heizungsanlage, worüber mit dem Energieversorger zu verhandeln war. Und ich musste mich mit Regenwasserbeeinträchtigungen vom Nachbargrundstück beschäftigen. Da das Verwaltungsrecht eh nicht so meine Sache ist, war das eine positive Überraschung.

Dennoch bin ich froh, dass die drei Monate nun vorbei sind. So richtig spannend war die Station nicht. Und das frühe Aufstehen ist auch nicht so mein Ding. Nun bin ich in einer mittelgroßen Kanzlei – mit freier Zeiteinteilung! Davon berichte ich dann aber das nächste Mal.

Vorgespräch mit dem Prüfungsvorsitzenden

petronella hat inzwischen auch ihre mündliche Prüfung bestanden. Dazu erst einmal herzlichen Glückwunsch! Die mündliche Prüfung beginnt ja regelmäßig mit einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Prüfungskommission. So lernt man sich kennen, die Nervosität wird etwas abgebaut und meist wird auch darüber gesprochen, welches Endergebnis noch im Bereich des Möglichen ist.

Interessant ist jedenfalls, was petronella in ihrem Blog zu dem Vorgespräch geschrieben hat. Da zeigt sich, dass selbst bei diesem Teil des Examens von Bundesland zu Bundesland Unterschiede bestehen. So läuft das in Berlin folgendermaßen ab:

In Berlin bekommt man mit der Ladung die Namen und Telefonnummern der Mitprüflinge. Dann heißt es erstmal rumtelefonieren, weil die Protokolle nur einmal pro Prüfungsgruppe rausgegeben werden. Das Gespräch mit dem Vorsitzenden findet mindestens einen Tag vor der Prüfung als Gruppentermin statt. Mit den anderen Prüfern kann man je nach Gusto auch Termine machen. Allerdings gibt es eigentlich nur Gruppentermine, da sonst irgendwer sich benachteiligt fühlen könnte. Und dann kann man total unvoreingenommen in die Prüfung gehen… Oder so 🙂

In NRW ist das dagegen ganz anders: Da erhält man mit der Ladung nur die Namen der Prüfungskommission, nicht aber die der Mitprüflinge. Dann besorgt sich jeder die Protokolle. Die Kosten teilen kann man nur dann, wenn man zufällig jemanden kennt, der in der selben Prüfungsgruppe sitzt.

Das Vorgespräch mit dem Vorsitzenden findet in NRW am Tag der mündlichen Prüfung als erstes am Morgen statt. Jeder der 5-6 Prüflinge geht kurz in den Raum und lernt den Vorsitzenden kennen (die anderen beiden kommen dann erst später dazu). Anschließend erhält man den Aktenvortrag und bereitet diesen vor. Das Vorgespräch für den Tag vor der eigentlichen Mündlichen anzusetzen, dürfte in NRW allein deshalb nicht möglich sein, weil alle NRW´ler – egal an welchem Gericht sie ausgebildet wurden – in Düsseldorf die Prüfung haben. Die Anreisewege sind da zum Teil schon recht weit.

Wie ist das denn in anderen Bundesländern? Gibt es noch andere Länder, in denen es ähnlich abläuft wie in Berlin, oder ist der NRW-Ablauf Standard?! Vielleicht weiß ja jemand etwas darüber…

Examen im Dezember

Zur Zeit schreiben Referendare unter anderem aus Berlin, Brandenburg, NRW und Sachsen die Klausuren zum zweiten Staatsexamen. Zusammenfassungen der Sachverhalte, die bislang liefen, findest Du in der Kategorie „Was lief in den Klausuren„.

Wir wünschen natürlich allen viel Erfolg für die noch kommenden Klausuren!

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Zeitpunkt der Bewerbung für den Jobeinstieg
von

Im Jurawelt-Forum wird zurzeit darüber diskutiert, ab wann man sich auf einen Job bewerben sollte: Nach dem schriftlichen Examen, aber noch vor Bekanntgabe der Klausurnoten, oder aber erst nach Abschluss der mündlichen Prüfung mit seiner endgültigen Examensnote?!

Der Regelfall dürfte sein, erst das Endergebnis des 2. Examens abzuwarten, bevor man die ersten Bewerbungen verschickt. Ich zumindest kenne niemanden aus meiner AG, der sich bereits jetzt bewirbt. Außerdem zeigt die Erfahrung, dass das Gefühl nach dem Schriftlichen sich nicht unbedingt mit dem späteren Examensergebnis deckt. Man muss also, wie ich finde, schon ein gesundes Selbstbewusstsein haben, wenn man sich, ohne überhaupt die Examensergebnisse auf dem Tisch zu haben, bei Unternehmen oder Kanzleien bewirbt, die möglicherweise von den Kandidaten bestimmte Examensergebnisse verlangen.

Die Probleme liegen auf der Hand und wurden auch im Forum bereits angesprochen:

Was passiert, wenn das Ass.examen im Endeffekt nicht den gemeinsamen Erwartungen entspricht? In diesem Zusammenhang: Wenn man (auch im Bezug auf den Verbesserungsversuch) von Aushandeln spricht, geht es dann um bedingte Verträge?

Ich kann mir jedenfalls kaum vorstellen, dass der zukünftige Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag mit einem ausgehandelten Gehalt unterschreibt, ohne zu wissen, wie letztlich der Bewerber das 2. Examen besteht. Eine Ausnahme mag dann bestehen, wenn man bereits die Wahlstation in der Kanzlei verbracht hat und der spätere Einstieg dort unabhängig vom Ergebnis bereits feststeht. Außerdem meine ich gelesen zu haben, dass man sich auch auf Richterstellen vor Abschluss des Examens bewerben kann. Aber auch dort benötigt man zumindest das Ergebnis der Klausuren.

Japanprogramm für Referendare – Bewerbung bis 15.01.2010 möglich
von

Bereits im März diesen Jahres berichteten wir über das Japanprogramm der Robert Bosch Stiftung. Damals wurde ein Pilotprojekt durchgeführt, in dem Referendare Ihre Wahlstation mit entsprechender Unterstützung der Robert Bosch Stiftung in Japan verbringen konnten.

Japan_Referendare_Keyv

Offenbar war das Pilotprojekt erfolgreich und nun startet der 2. Programmdurchlauf. Rechtsreferendare, die zwischen Juli 2010 und Juni 2011 ihre Wahlstation in Japan aufnehmen möchten, können sich bis zum 15.01.2010 bewerben. Eine Bewerbung ist online auf der Homepage der Stiftung möglich. Bis zu 15 Plätze jährlich werden vergeben.

Ausführliche Informationen über das Programm findet Ihr hier.

Thüringen: Durchfallquote wieder gesunken

Erst vor wenigen Wochen hatte das JPA Thüringen die Durchfallquote für das Jahr 2008 veröffentlicht: Sie hatte sich im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt und betrug 23,62 % – mit Sicherheit die höchste Durchfallquote aller Länder im Jahr 2008!

Jetzt hat das Thüringer Justizministerium bereits die Zahlen für das laufende Jahr bekannt gegeben. Danach sind 2009 lediglich 15 der 91 Kandidaten durchgefallen. Die Misserfolgsquote hat sich also mit ca. 16 % wieder normalisiert.

3.623 Euro als RA-Einsteiger

Auf Spiegel-Online ist ein Artikel zum „Lohnspiegel“ der Hans-Böckler-Stiftung abrufbar, in dem die Zahlen für die Berufseinsteiger aufbereitet sind. Danach verdient ein Rechtsanwalt in seinem ersten Jahr als Berufseinsteiger durchschnittlich 3.623 €. Das entspricht einem Jahres-Brutto von 43.476 €.

Lohnspiegel.de

Gerade bei den Zahlen für die Rechtsanwälte wird man aber in besonderer Weise berücksichtigen müssen, dass es sich dabei um Durchschnittszahlen handelt. Denn während das Einstiegsgehalt in den Großkanzleien deutlich darüber liegen wird, erhält man in kleinen Kanzleien außerhalb der Ballungsgebiete als Berufseinsteiger mit Sicherheit deutlich weniger als die genannten 43.000 Euro.

Unterschiede zwischen West und Ost bzw. Männern und Frauen

Zudem gibt es erhebliche Unterschiede bei den Gehältern im Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland: So soll das Einstiegsgehalt als RA in Westdeutschland bei gut 3.900 € liegen, während Einsteiger in eine Kanzlei im Osten lediglich 3.345 € verdienen.

Schließlich spielt es für das Einstiegsgehalt weiterhin eine Rolle, ob man Mann oder Frau ist: Während die Rechtsanwältinnen sich durchschnittlich mit 3.383 € begnügen müssen, erhalten Rechtsanwälte für dieselbe Tätigkeit im Schnitt 3.864 €.

Studie zum Gehaltsvergleich

Die gesamte Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung zu den Gehältern der verschiedenen Branchen ist auf der Seite www.lohnspiegel.de abrufbar!

Haftpflichtversicherung – keine Mitversicherung für Referendare
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Während des Jurastudiums verschwendeten die Meisten gar keinen Gedanken an das Thema Haftpflichtversicherung. Zu recht – der Großteil war einfach bei den Eltern mitversichert! Anders war das beispielsweise oft nur bei älteren Studenten und Verheirateten.

Aber nach Ende des Studiums, während der Übergangszeit zum Referendariat und auch während des Referendariats sieht die Situation anders aus: Die Mitversicherung bei den Eltern endet und man sollte eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen. Als Angehöriger des öffentlichen Dienstes haben Referendare noch einen Vorteil: Es gibt Anbieter, die hier günstigere Tarife haben. Dies gilt übrigens nicht nur für die Haftpflichtversicherung! Viele Versicherer bieten spezielle Tarife für Angehörige des öffentlichen Diensts an.

Referendarparty in Berlin am 27.11.2009
von

An dieser Stelle möchte ich auf die nächste Referendarparty, organisiert vom Personalrat der Referendare am KG Berlin und dem Referendarrat Brandenburg, hinweisen.

20091127_RefParty

Sie findet statt am Freitag, den 27.11.2009 um 21 Uhr im Salz Club Berlin (Salzufer 20) unter dem Motto „Snowy+Salty“. Karten kosten im Vorverkauf 3 Euro, an der Abendkasse 5 Euro. Weitere Infos findet Ihr hier.

„Das Insider-Dossier: Karriere in der Großkanzlei“

Für diejenigen, die sich vorstellen können, nach dem Referendariat bei einer Großkanzlei zu arbeiten, ist möglicherweise das Buch von Caspar Behme und Nicolas Nohlen „Das Insider-Dossier: Karriere in der Großkanzlei“ interessant. Das Buch soll „Berufseinsteigern den entscheidenden Wissensvorsprung im Hinblick auf eine zielorientierte Karriereplanung, eine erfolgreiche Bewerbung sowie einen gelungenen Einstieg in der Großkanzlei“ geben.

Zwar wurde bereits über das Erscheinen des Buchs im Netz berichtet (so zB hier bei jurabilis), viele Rezensionen findet man im Netz bislang nicht. Bei Amazon gibt es insgesamt vier Kundenrezensionen, alle haben das Buch mit 5 von 5 Sternen bewertet. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich die Bewertungen ernst nehmen sollte, wenn Bekannte der Autoren diese abgeben:

[…] Die Autoren, die ich noch aus dem Studium kenne, […]

Eine differenzierte Rezension findet man dann aber noch im buc.blog.  Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die Autoren nicht unbedingt neutral über die Kanzleien berichten:

Gleichzeitig haben sie sich von diesen Anwälten gut zwei Drittel ihres Buchs schreiben lassen und ihnen Anzeigen im Buch verkauft – schlaue Sache.

Die letzten knapp einhundert Seiten sind mit Image-Anzeigen der achtzehn beteiligten Unternehmen gefüllt.

Insgesamt fällt das Fazit aber dann doch auch hier recht positiv aus:

Wer noch nie einen solchen Laden von innen gesehen hat und ernsthaft mit dem Gedanken einer solchen Karriere spielt, dem kann das Buch hier weiterhelfen. Denn es wird tatsächlich sehr plastisch geschildert, was die da eigentlich den ganzen Tag machen. […]

Wer es […] mit Freshlinks, Noerrlutz und McOvery wirklich ernst meint, wird vielleicht einen Blick hineinwerfen wollen.

Vielleicht werde ich mir demnächst dieses Buch auch mal zulegen und hier dann meine eigene Bewertung dazu abgeben. Bei Amazon gibts das Werk gebraucht schon ab 17 Euro (Neupreis: 24,95 Euro).