Kurz bevor ich ins verdiente Wochenende gehe, kurz noch einmal den Sachverhalt der heutigen Klausur (12 Seiten Sachverhalt, 2 Blatt Kalender). Es war eine Anwaltsklausur aus Sicht des Beklagten, dem bereits die Klageschrift des AG Düsseldorf zugestellt worden war. Fristen zur Erwiderung und so waren noch nicht verstrichen.
Heute haben die schriftlichen Klausuren für mich begonnen. Ich werde ab sofort den Sachverhalt der Klausuren schildern, damit ihr ungefähr eine Ahnung habt, was euch in den Klausuren erwartet. Auf einen Lösungsvorschlag werdet ihr aber verzichten müssen. Ich hasse es, wenn kurz nach Abgabe bereits alle über das eben angefertigte Werk noch plaudern. Das verunsichert doch nur unnötig für die noch anstehenden Arbeiten!! Zur heutigen Klausur (Z1):
Auch wenn die derzetigen Wartezeiten - gerade auch im OLG-Bezirk Hamm - mit 2-3 Monaten sehr überschaubar sind, möchte der ein oder andere möglicherweise so schnell wir möglich nach dem ersten Examen mit dem Referendariat beginnen. Dazu bietet es sich an, einen der ausgeschriebenen Restplätze anzunehmen.
Das OLG Hamm bietet derzeit kurzfristig zu besetzende Plätze an den Landgerichten Bielefeld und Dortmund an.
Wir suchen fortlaufend fachkundige, zielorientierte Verstärkung für unsere Kanzlei. Bei uns arbeiten Sie in einem jungen, dynamischen Team mit freundlichem Miteinander.
Gestern Mittag kam dann doch der erwartete Brief vom LJPA. Die förmliche Ladung zu den Klausuren im November (~ 3 Wochen vorher). Da die Klausurentermine auf der Webseite des LJPA schon monatelang einsehbar waren, ging es eigentlich nur noch um den Klausurenort. Ich schreibe im Gebäude des OLG in Hamm, obwohl Bielefeld als Klausurort für uns Paderborner eigentlich vorgesehen war. Auf Grund der Tatsache, dass die Bahnverbindung Paderborn - Hamm aber besser als nach Bielefeld ist, find ich das gar nicht so schlecht.
Noch (knapp) 6 Wochen sind es bis zu den 8 Klausuren im November. Außer in Momenten wie diesen versuche ich das Thema Klausuren zu verdrängen und den Kopf zum Lernen frei zu bekommen. Das geht noch ganz gut, weil die formelle Ladung des LJPA noch nicht da ist. Inhaltlich ist zwar klar was drinsteht (Klausurort Bielefeld und die üblichen Weisungen). Aber solange man nicht geladen ist, ist noch alles in weiter Ferne. Momentan ist also der Puls noch ruhig und das Lernen völlig stressfrei...
Die Arbeitsgemeinschaft im Referendariat besteht im Wesentlichen aus dem Schreiben von ausgemusterten Examensklausuren. Kurz vor dem Ende der AG, die Klausuren liegen im November an!, habe ich bereits 7 Aktenordner voll mit diesen Klausuren. Eigentlich müsste man dann ungefähr erahnen können, was in den Klausuren auf einen zukommen wird. Das ist m.E. aus zwei Gründen jedoch alles andere als sicher, was ich nachfolgend etwas begründen will:
Zur Vorbereitung auf die mündliche Prüfung gehört nicht nur, dass man sich die Protokolle zu den Prüfern besorgt und durcharbeitet sowie den Prüfungsstoff nochmals wiederholt. Man sollte sich auch mit dem "Drumherum" beschäftigen und sich darüber informieren, wie genau der Tag der mündlichen Prüfung ablaufen wird.
Ein ehemaliger Referendar aus NRW hat den Tag der Prüfung ausführlich beschrieben.
In der zivilrechtlichen Anfänger-AG triezte einen der Ausbilder mit allerlei kostenrechtlichen Problemen, insb. der Baumbach´schen Formel, fiktiven Streitwerten und uneinheitlichen Kostenentscheidungen. Wie selbstverständlich setzte man zur Lösung dieser Fälle seinen Taschenrechner ein. Niemand hatte dagegen etwas einzuwenden.
... dann stehen die Examensklausuren ins Haus. Davon fallen die nächsten 2 Wochen weg, weil ich da noch zum Anwalt muss. Da ich die letzte Woche vor den Klausuren möglichst frei haben will, bleiben 8 Wochen zum Lernen. Die Woche frei hat mir vor der Ersten Prüfung schon ganz gut getan. Körperlich ist man erholt und psychisch hat man den Eindruck, gut vorbereitet zu sein. Im Gegensatz zu alldenjenigen, die noch bis unmittelbar vor den Klausuren lernen und da noch die eine oder andere Panikattacke schieben.
Ein Fachbegriff unter Referendaren ist das "Tauchen". Damit ist gemeint, im letzten Ausbildungsabschnitt vor den Klausuren möglichst von Stationsarbeit beim Anwalt verschont zu bleiben. Also "Urlaub" zum Lernen. Heute wollte ich mal berichten, wie meine Kollegen und ich das mit dem Tauchen so halten. Es gibt da aus meiner Sicht drei verschiedene Modelle:
- Der Taucher: Er hat sich umgehört, bei welchem Anwalt man so gut wie nichts tun muss.
Freie Auswahl haben kurzentschlossen Juristen, die nach dem ersten Examen direkt ins Referendariat einsteigen möchten!
Der Trend setzt sich fort, Wartezeiten muss anscheinend niemand mehr in NRW in Kauf nehmen, sofern er bei der Ortswahl flexibel ist. Im Angebot sind diesmal beim OLG Düsseldorf Restplätze für den August und beim OLG Hamm Restplätze für den September.
Meine Anwaltsstation neigt sich langsam dem Ende zu. Ich bin noch bis Ende August beim Anwalt. Anschließend habe ich noch 2 Monate für die Vorbereitung auf die Klausuren im November. Ich hoffe mal 2 Monate "Tauchen" reicht für eine Wiederholung des Stoffes, ein paar Klausuren und Übersichten zu allen wichtigen praktischen Arbeiten.
Von der Tätigkeit beim Anwalt kann man eigentlich kaum etwas berichten, weil alles so unspektakulär ist.