Zur Vorbereitung auf das Assessorexamen reicht die praktische Ausbildung z. B. bei Gericht und der Besuch der Arbeitsgemeinschaft nicht aus. Wie auch beim Referendarexamen kommt es auf die Übung bei den schriftlichen Klausuren an. Viele Rechtsreferendare greifen daher zu Klausurenkursen, Übungsbüchern und Skripten.
Ein verbreitetes Skript ist „Die zivilgerichtliche Assessorklausur“ von Ralf Stoffregen, das bei Alpmann Schmidt erscheint. Die Rezension beruht auf einer Vorauflage; aktuell ist die 6. Auflage 2026. Der Autor ist Richter am Amtsgericht a. D. und hat langjährige Erfahrung als Leiter von Referendararbeitsgemeinschaften und als Repetitor. Das spiegelt sich im Skript durchaus wider. Der Autor erklärt gut und lässt keine Fragen offen, die sich beim Durcharbeiten stellen. Alle Ausführungen sind verständlich, sodass das Skript eine solide Grundlage für die Examensvorbereitung in Bezug auf die juristische Arbeitsweise bietet.
In dem Skript wird die Technik zur Erarbeitung der zivilrechtlichen Examensklausuren erläutert. Basis des Werks ist die Klausursituation selbst, was besonders hilfreich für den Leser ist. So ist gleich zu Beginn des Skripts eine typische Aufgabenstellung im Assessorexamen abgebildet. Der Bearbeitervermerk ist für Referendare eine ungewohnte Aufgabenstellung, da man sich bisher zumeist nur mit dem materiellen Recht befasst hat. Die prozessuale Einkleidung muss anhand der Bearbeitervermerke zunächst einmal erfasst werden können.
Zu Beginn werden die Grundlagen der Arbeitsmethodik dargestellt. Anschließend werden die einzelnen gerichtlichen Entscheidungen ausführlich thematisiert. Insbesondere die praxisnahe Gliederung, an die sich die Referendare erst einmal gewöhnen müssen, ist hier von Vorteil. Das Urteil beispielsweise wird nach dem korrekten Ablauf behandelt und man kann die Stationen der Klausuraufgabe abarbeiten. Zum Nachvollziehen und anschließenden Einüben sind ein Musterurteil und ein Musterbeschluss angefügt. Zu kritisieren ist hier, dass die Materie recht einfach ist und es zusätzlich anderweitiger Übungsaufgaben bedarf.
Im dritten Teil werden die einzelnen Anwaltsaufgaben behandelt. Besonders hervorzuheben ist allerdings der vierte Teil, in dem examenstypische Klausurprobleme vorgestellt werden. Dies stellt sachgerechterweise auch den größten Abschnitt im Skript dar. Hier finden sich alle nötigen Informationen zu den zivilprozessualen Besonderheiten, auf die es im Assessorexamen ankommt; der Verlag hebt für die aktuelle Auflage unter anderem Klagehäufung, Erledigung, Säumnis, Prozessaufrechnung, Widerklage und einstweiligen Rechtsschutz hervor.
Die Darstellung ist wie bei anderen Skripten von Alpmann Schmidt sehr übersichtlich und gut strukturiert. Viele Hervorhebungen wichtiger Informationen machen die Arbeit mit dem Skript sehr einfach.
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Erwähnt werden sollte an dieser Stelle auch, dass das Buch auch in Bezug auf die Kommentararbeit auf die Referendare eingeht. An vielen Stellen finden sich Tipps zum Umgang mit den zu verwendenden Kommentaren. Auch diese Arbeit ist nicht unbedingt geübt, sodass die entsprechenden Hinweise sehr hilfreich sind.
Ergänzende Übungsklausuren und Spartipps
Weil das Skript nur wenige Übungsaufgaben enthält, solltest Du es mit echten Klausuren kombinieren: Naheliegend sind der Klausurenkurs Deines OLG bzw. Landesjustizprüfungsamts, kommerzielle Klausurenkurse oder Fallsammlungen zur zivilgerichtlichen Klausur. Eine Übersicht weiterer Titel findest Du im Referendarbuchladen.
Das Skript gibt es neben der Druckausgabe auch digital über die eBib-App von Alpmann Schmidt (laut Verlag 19,90 € gegenüber 22,90 € für die Printausgabe, Stand: Oktober 2026). Wer sparen möchte, kann für den Einstieg auch zur gebrauchten Vorauflage greifen, die der Referendarbuchladen ebenfalls anbietet: Die Grundlagen der Urteilstechnik ändern sich kaum. Abschnitte zu jüngeren ZPO-Änderungen, etwa zum elektronischen Rechtsverkehr oder zur Videoverhandlung, solltest Du dann aber in der aktuellen Kommentarliteratur nachlesen.
Fazit: Da es sich eben um ein Skript und nicht um ein Lehrbuch handelt, erklärt es sich von selbst, dass die Ausführungen nicht immer tiefgehend sind und auch nicht sein können. Dennoch kann man anhand des Werks die Grundlagen der juristischen Arbeitsmethode im zivilrechtlichen Assessorexamen wiederholen. Positiv zu nennen sind insgesamt die vielen Formulierungsbeispiele, die man bei der Arbeit am Gericht braucht. So kann man immer wieder nachsehen, wie man einen bestimmten Abschnitt verfassen kann. Alleine reicht das Werk aber nicht aus. Daneben sollte man einen Klausurenkurs machen oder mit einem Klausurenkurs-Buch arbeiten, da es nur wenige Übungsaufgaben enthält.
Das Skript ist bei Alpmann Schmidt erschienen und im Referendarbuchladen erhältlich. [RefN]







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