Das Buch „Öffentliches Recht im Assessorexamen“ von Roland Kintz ist in der JuS-Schriftenreihe bei C.H.Beck erschienen. Die Rezension beruht auf einer Vorauflage; aktuell ist die 12. Auflage 2024 (34,90 €, Stand: Oktober 2026). Das Buch ist im Referendarbuchladen erhältlich.
Roland Kintz bringt langjährige Praxiserfahrung als Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße mit. Als AG-Leiter, Prüfer im Zweiten Staatsexamen und Honorarprofessor an der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer kennt er außerdem die Referendarausbildung aus erster Hand.
In seinem Werk behandelt er umfassend das für das Assessorexamen erforderliche Prüfungswissen im Öffentlichen Recht. Seine eigene Zielsetzung ist laut dem Vorwort die Vermittlung des nötigen Überblicks, die Darstellung von Aufbau und Formalien und die Erörterung häufig wiederkehrender Klausurprobleme anhand konkreter Beispiele und Formulierungshilfen.
Der Autor beginnt mit einer Einführung in die Bearbeitung öffentlich-rechtlicher Klausuren. Die kurze Darstellung und Einführung in die Thematik ist besonders für Neulinge hilfreich. Zu Beginn der Verwaltungsstation sollte man sich jedenfalls einen Überblick über die Prüfungsanforderungen im Öffentlichen Recht im Assessorexamen verschaffen. Dies gelingt mit der übersichtlichen Darstellung auf den ersten Seiten des Buches.
Danach finden sich im Ersten Teil Ausführungen zum Urteil als verwaltungsgerichtlicher Entscheidung. Dieser Teil ist besonders ausführlich. Das bietet sich insofern an, als man als Student bis zum Referendariat eher selten im Detail mit verwaltungsgerichtlichen Entscheidungen vertraut ist. Die genaue Kenntnis des Aufbaus und der klagespezifischen besonderen Anforderungen ist allerdings für die Prüfungen später unerlässlich.
Im Zweiten Teil folgen Erläuterungen zum Gerichtsbescheid und zu Beschlüssen. Besonderen Platz nehmen hier die Ausführungen zum Beschluss im vorläufigen Rechtsschutzverfahren ein. So wie bereits im Ersten Examen sind Fragestellungen aus dem Bereich des vorläufigen Rechtsschutzes auch im Assessorexamen besonders beliebt. Der Autor weiß um diesen Umstand und geht daher hier besonders vertieft mit dem Stoff um. Besonders angenehm ist die Darstellung. So wird in diesem Abschnitt beispielsweise auch auf die Besonderheiten in den einzelnen Rechtsgebieten (Beamtenrecht, Schulrecht, Baurecht) eingegangen. So ist es möglich, bei der Bearbeitung eines verwaltungsrechtlichen Falles direkt auf die Besonderheiten der einzelnen Fallgestaltung einzugehen.
Darstellungen aus der Praxis, die auch für die Klausuren relevant sind (so beispielsweise das Rubrum eines Beschlusses nach § 80 Abs. 5 VwGO), finden sich immer wieder im Buch verteilt. Auch zahlreiche Formulierungsbeispiele sind vorzufinden. Diese sind sowohl für die Ausbildung in der Verwaltungsstation als auch für die Klausur im Assessorexamen geeignet. Im Teil zum vorläufigen Rechtsschutz findet sich etwa ein vollständig ausformulierter Antrag auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung gegen eine für sofort vollziehbar erklärte Anordnung, die Durchführung einer erkennungsdienstlichen Behandlung zu dulden. Solche Formulierungsbeispiele machen dem Referendar die Arbeit in der Vorbereitung deutlich leichter.
Im Dritten Teil des Werks werden die Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts behandelt. Im Vierten Teil geht es dann um die praktisch ebenfalls sehr wichtigen verwaltungsbehördlichen Entscheidungen. Diese sind besonders von Bedeutung, wenn man seine Verwaltungsstation bei einer Verwaltungsbehörde ableistet. Dargestellt werden hier der Widerspruchsbescheid, der Abhilfebescheid, der Vorlagebericht und der Ausgangsbescheid.
Anschließend thematisiert der Autor die Besonderheiten des öffentlich-rechtlichen Gutachtens (Fünfter Teil) und der öffentlich-rechtlichen Anwaltsklausur (Sechster Teil). Positiv ist, dass Kintz auch dem öffentlich-rechtlichen Aktenvortrag einen eigenen Teil widmet (Siebter Teil). Das ist besonders praktisch, weil man sich so schon frühzeitig auf die mündliche Prüfung vorbereiten kann.
Zum Schluss werden Arbeitshilfen, das heißt Aufbauschemata zu den verschiedenen Aufgabenstellungen, komprimiert dargestellt (Achter Teil).
Landesrecht und Klausurtypen im Blick behalten
Kintz schreibt aus der Praxis in Rheinland-Pfalz; in Speyer betreut er unter anderem die Lehrveranstaltung „Die öffentlich-rechtliche Assessorklausur“ und die Landesübung Rheinland-Pfalz. Wer im Rahmen der Verwaltungsstation an der Universität Speyer studiert, kann den Autor dort also auch persönlich erleben. Referendare aus anderen Ländern sollten die Darstellung mit den Vorgaben ihres eigenen Landes abgleichen: Welche Klausurtypen (etwa Widerspruchsbescheid oder Anwaltsklausur) im Examen vorkommen und welches Polizei- und Bauordnungsrecht gilt, regeln die Ausbildungs- und Prüfungsordnung bzw. das Landesrecht Deines Bundeslandes.
Wer verschiedene Lernbücher vergleichen möchte, findet im Referendarbuchladen in der Kategorie Verwaltungsstation weitere Standardwerke, etwa Kaiser/Köster/Seegmüller, „Die öffentlich-rechtliche Klausur im Assessorexamen“ (7. Auflage 2026), Pietzner/Ronellenfitsch, „Das Assessorexamen im Öffentlichen Recht“ (15. Auflage 2026), Wüstenbecker, „Die verwaltungsgerichtliche Assessorklausur“, und Müller/Hansen, „Die behördliche Assessorklausur“.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich wirklich um ein umfassendes Werk zur Vorbereitung auf das Assessorexamen im Öffentlichen Recht handelt. Alle wichtigen Fragen zur Einarbeitung und Vertiefung werden behandelt. Insbesondere was Formulierungsbeispiele und Arbeitshilfen angeht, lässt dieses Werk keine Wünsche offen. Die am Ende angebotenen Aufbauschemata lassen sich komplett übernehmen und können für die konkrete Prüfungsvorbereitung auswendig gelernt werden.
Wer eine gute und solide Basis für die Examensvorbereitung im Öffentlichen Recht sucht, wird von diesem Buch nicht enttäuscht werden. Es ist schlichtweg zu empfehlen. [RefN]







Juristenkoffer.de ist einer der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einer der größten