Kleidung am 1. Tag der Zivilrechtsstation
Am ersten Tag des Referendariats möchte man natürlich nicht negativ auffallen. Deshalb taucht im Netz immer wieder die Frage auf, mit welcher Kleidung man erscheinen sollte – förmlich mit Anzug oder locker mit Jeans und Hemd. In den Schreiben der Gerichte steht oftmals, dass um „angemessene Kleidung“ gebeten wird. Aber was ist für den Start ins Referendariat beim Landgericht (oder, je nach Land, beim Amtsgericht) angemessen? Auch ich will dazu mal meine Erfahrungen erzählen – ein älterer Erfahrungsbericht.
Ich selbst hatte mich für Jeans und Hemd entschieden, womit ich der Mehrzahl der neuen Referendare angehörte. Nur einer meiner Mitreferendare kam im Anzug (aber ohne Krawatte), zwei oder drei weitere trugen ebenfalls Jeans und Hemd, hatten aber zusätzlich ein Sakko an. Die Frauen hatten sich auch durch die Bank für ein „lockeres“ Outfit entschieden.
In jedem Fall war die erste Veranstaltung nicht mehr so förmlich wie möglicherweise früher, als Referendare noch durchweg als Beamte auf Widerruf eingestellt wurden. Heute ist das nur noch in wenigen Ländern möglich, etwa in Mecklenburg-Vorpommern; in den meisten Ländern wird man in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis ausgebildet. Der Tag dient mehr dem Kennenlernen der Mitreferendare, der Ausbilder und des Gerichts. Außerdem wird viel Bürokratie erledigt. Man unterzeichnet einige Dokumente, zum Beispiel Verschwiegenheits- und Verpflichtungserklärungen sowie Belehrungen; je nach Land kommt die förmliche Verpflichtung oder Vereidigung hinzu. Je nach Ausbilder geht es anschließend mit dem Unterricht los oder der Tag endet bei einem ersten Kaffee in der Gerichtskantine.
Tipp: Ernennung, Vereidigung und Unterlagen
Wo Referendare als Beamte auf Widerruf ernannt werden, wie in Mecklenburg-Vorpommern, gehören zum ersten Tag in der Regel die Ernennungsurkunde und der Diensteid. Für einen solchen Termin ist etwas förmlichere Kleidung, etwa ein Sakko oder Blazer, eine sichere Wahl. Schaut außerdem genau in das Einladungsschreiben Eures Oberlandesgerichts bzw. Landgerichts: Dort steht, welche Unterlagen Ihr mitbringen müsst, typischerweise etwa Personalausweis, Steuer-ID, Bankverbindung sowie Nachweise zur Sozial- und Krankenversicherung. Verbindlich ist allein die Liste Eures OLG. Richtig förmlich wird es dann spätestens beim Sitzungsdienst in der Strafstation und in der mündlichen Prüfung.
An alle, die bereits den 1. Tag des Referendariats hinter sich haben: Wie sind Eure Erfahrungen, was die Kleidung zum Start in den Vorbereitungsdienst angeht? Eher locker und leger oder doch Anzug bzw. Kostüm?
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