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REFERENDARIATNEWS

Ausgabe 45/2026 Montag, der 02.11.2026

Staatsexamen

Zweites Staatsexamen: Referendariatskommission fordert fairere Prüfungen

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Die Referendariatskommission des Bundesverbands rechtswissenschaftlicher Fachschaften hat konkrete Vorschläge für eine Reform der juristischen Ausbildung vorgelegt. Die Stellungnahme auf bundesfachschaft.de konzentriert sich auf den juristischen Vorbereitungsdienst und die zweite Staatsprüfung in Nordrhein-Westfalen, enthält aber Anregungen mit bundesweiter Bedeutung. Im Mittelpunkt steht die Forderung, die Qualität der Ausbildung systematischer zu sichern und die Perspektive der Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare stärker einzubeziehen. Für die Stationsausbildung empfiehlt die Kommission aktuelle Klausursachverhalte, Lösungsskizzen und ausformulierte Lösungen sowie einen Klausurenkurs mit individueller Rückmeldung. Auch die Arbeitsgemeinschaften sollen einheitlicher und besser evaluiert werden. Daneben geht es um angemessene Unterhaltsbeihilfen, Hinweise auf staatliche Unterstützung und niedrigschwellige Angebote gegen psychische Belastungen. Die Ausbildung soll damit nicht nur fachlich, sondern auch unter realistischen finanziellen und gesundheitlichen Bedingungen funktionieren.

Besonders deutlich fällt die Kritik an der bisherigen Zweitkorrektur aus. Eine verdeckte Zweitkorrektur soll verhindern, dass die Erstnote die spätere Bewertung unbewusst ankert. Bei größeren Abweichungen schlägt die Kommission eine verdeckte Drittkorrektur und ein transparentes Verfahren vor. Ergänzend sollen Prüfervermerke und Erwartungshorizonte zugänglich sein, auch schon vor der mündlichen Prüfung. Für den Aktenvortrag werden Wahlmöglichkeiten beim Rechtsgebiet und kleinere Prüfungsgruppen angeregt.

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Die Kommission warnt zugleich davor, Stationsnoten vorschnell stark in die Examensnote einzubeziehen. Unterschiedliche Ausbildungsbedingungen, fehlende einheitliche Maßstäbe und mögliche persönliche Verzerrungen könnten die Vergleichbarkeit beeinträchtigen. Stattdessen seien standardisierte Formate für praktische Kompetenzen sinnvoll. Grundlage jeder Reform müsse außerdem eine regelmäßige, öffentlich zugängliche Evaluation sein, die Prüfungsbedingungen, Arbeitsbelastung, finanzielle Sorgen und psychischen Druck gemeinsam untersucht. Für Referendarinnen und Referendare bedeutet das: Die Debatte verschiebt sich von Einzelmaßnahmen hin zu nachvollziehbaren Qualitätsstandards.

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