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REFERENDARIATNEWS

REFNEWS
  Ausgabe 43/2026
Dienstag, der 20.10.2026
     

Update: Durchfallquoten im 2. Staatsexamen 2007

Nachdem das Bundesministerium der Justiz heute die Ausbildungsstatistik zu den juristischen Staatsexamina 2007 veröffentlicht hat, ergibt sich für die Durchfallquote im 2. Examen 2007 nunmehr folgende Rangliste:

  1. Brandenburg: 29,5 % (Veränderung zu 2006: + 2,9 %)
  2. Sachsen-Anhalt: 24,8 % (- 3,4 %)
  3. Sachsen: 20,9 % (- 2,89 %)
  4. Schleswig-Holstein: 20,9 % (+ 2, 9)
  5. Nordrhein-Westfalen: 20,9 % (- 0,82 %)
  6. Mecklenburg-Vorpommern: 20,7 % (+ 7,15 %)
  7. Niedersachsen: 19,3 % (+ 1,6 %)
  8. Berlin: 18,9 % (- 5,4 %)
  9. Saarland: 18,5 % (+ 5,26 %)
  10. Bayern: 17,1 % (+ 4,45 %)
  11. Hessen: 14,3 % (+ 0,5 %)
  12. Baden-Württemberg: 13,6 % (+ 2,89 %)
  13. Bremen: 13,6 % (+2,6 %)
  14. Thüringen: 12,2 % (+ 3,21 %)
  15. Rheinland-Pfalz: 11,9 % (- 0,3 %)
  16. Hamburg: 11,8 (+ 3,2 %)

Trotz deutlichem Anstieg bleibt damit Hamburg das Bundesland mit der niedrigsten Durchfallquote.

Weitere Statistiken zu Durchfallquoten, Anzahl an Prädikatsexamina, Wartezeiten und Höhe der Unterhaltsbeihilfe findest Du auf unseren Übersichtsseiten zum Referendariat!

Bei …jurabilis! gibt es übrigens einen interessanten Artikel zu der Entwicklung der Anzahl an Prädikatsexamina im ersten Examen und zu dem Einfluss des universitären Teils auf diese Entwicklung.

Promotion nach dem Referendariat

von

Ich gebe zu, ich hatte nach dem ersten Examen kurz darüber nachgedacht zu promovieren, bin dann aber doch ins Referendariat gestartet. Vielleicht ergibt sich aber ja dann nach dem 2. Examen für mich nochmal die Gelegenheit dazu zu promovieren. Immerhin ertappe ich mich in letzter Zeit desöfteren, dass ich beim Bearbeiten der Akten für meinen Anwalt darüber nachdenke, ob sich nicht das eine oder andere rechtliche Problem der Akte später für eine solche Arbeit eignen könnte (bislang aber leider ohne Erfolg).

In diesem Zusammenhang habe ich vor ein paar Tagen übrigens auch recherchiert, über welches Thema unser neuer Wirtschaftsminister seine Dissertation geschrieben hat. Auf seiner Seite findet sich nur der Hinweis, dass er mit summa cum laude abgeschlossen hat. Laut wikipedia wurde er 2007 an der Universität Bayreuth mit der Dissertation „Verfassung und Verfassungsvertrag: konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU“ promoviert.

Ob ich mich dann als Volljurist noch dazu aufraffen kann, wieder an die Uni zu gehen und wissenschaftlich zu arbeiten, oder ob ich nicht doch lieber anfange, Geld zu verdienen, muss sich erst zeigen! Ich bin mir aber ehrlich gesagt auch nicht sicher, ob nicht die Profs lieber Juristen mit (nur) dem ersten Examen nehmen, weil die noch in dem wissenschaftlichen Arbeiten drin sind, bzw. wie hoch der Anteil an wissenschaftlichen Mitarbeiter mit zwei Staatsexamina ist…

Reform des Referendariats?

In der aktuellen Ausgabe des JuS-Magazins findet sich ein interessanter Artikel zu einer möglichen Reform des Referendariats und konkreten, diskussionswürdigen Verbesserungsvorschlägen. Dabei ist hervorzuheben, dass die Autorin das Referendariat in der jetzigen Form grundsätzlich für sehr gut hält, also keine Abschaffung oder vollständige Neuerung fordert, sondern nur punktuell kritisiert.

Die Kritik im Einzelnen:

  1. Die Autorin kritisiert zunächst „die Kluft zwischen dem theoretischen und dem tatsächlichen Ziel des Vorbereitungsdienstes„: Während der Vorbereitungsdienst die Referendare mit den Aufgaben der Rechtspflege und der Verwaltung vertraut machen und in die Lage versetzen soll, in der Rechtspraxis eigenverantwortlich tätig zu sein, sei für die Referendare selbst ganz vorrangiges Ziel des Vorbereitungsdienstes, die Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen. Dies liege natürlich an der Wichtigkeit des Ergebnisses des Examens, während die Stations- und AG-Noten kaum Relevanz haben.
  2. Die praktische Ausbildung in den Stationen habe durchgängig nur eine nachrangige Bedeutung im Referendariat. Zum einen gehen die Arbeitsgemeinschaften und Lehrgänge der Stationsausbildung als Dienstpflicht vor. Zum anderen führe die notwendige Examensvorbereitung dazu, dass die Referendare nur zu Anfang in der Anwaltsstation tatsächlich praktisch arbeiten. „(Spätestens) fünf bis sechs Monate vor den schriftlichen Prüfungen tauchen viele Kandidaten unter“.
  3. Schließlich kritisiert die Verfasserin, dass die theoretische Ausbildung in Lehrgängen und Arbeitsgemeinschaften zwar einen erheblichen Teil der den Referendaren zur Verfügung stehenden Zeit einnimmt, eine „umfassende und systematische“ theoretische Ausbildung aber nicht erfolgt. Dies mache intensive und zeitaufwändige Wiederholungen im privaten Bereich unabdingbar. Zudem seien die Materialien manchmal sehr knapp, manchmal dagegen sehr ausführlich.

Die Autorin formuliert aber nicht nur Kritik am Referendariat, sondern unterbreitet auch konkrete Vorschläge, wie man den Vorbereitungsdienst verbessern könnte:

  1. Um die durch die Verlängerung der Anwaltsstation auf 9 Monate gewollte Stärkung der Ausbildung in der Anwaltschaft nicht durch das Tauchen der Referendare leer laufen zu lassen, schlägt die Autorin vor, „vor der schriftlichen Prüfung eine Ruhepause (unter Verlust oder Reduzierung der Unterhaltsbeihilfe) von z. B. drei Monaten einzuführen“.
  2. Die Anwesenheitspflicht bei Lehrgängen und AGs solle gelockert oder abgeschafft werden. Dies würde dann der Verschulung des Referendariats entgegenwirken und die Eigenverantwortlichkeit der Referendare stärken, die diese ja auch aus dem Studium kennen.
  3. Das zeitweilige Aussetzen unter Verlust der Unterhaltsbeihilfe solle zu jedem Zeitpunkt des Referendariats möglich sein. So könne man den Referendaren die Möglichkeit einräumen, wie vor dem ersten Examen „schieben“ zu können, wobei eine Beschränkung des Schiebens auf maximal 1 Jahr in Betracht kommt.
  4. Schließlich spricht sich die Verfasserin dafür aus, dass jeder Referendar die Reihenfolge der Stationen wählen kann. Damit meint sie aber nicht nur den einfachen Tausch zweier Stationen in der zeitlichen Abfolge. Vielmehr soll der Referendar, der nicht Anwalt werden möchte, die Möglichkeit haben, die neunmonatige vierte Station beim Gericht oder der Staatsanwaltschaft zu absolvieren. Die Anzahl und Länge der Stationen soll also grundsätzlich beibehalten werden.

In jedem Fall sind dies interessante Vorschläge, die da zur Diskussion gestellt werden. Möglicherweise haben die Leser des RefBlog auch noch eigene Reformvorschläge, wie sich das Referendariat verbessern lässt.

Die Diskussion ist eröffnet!

Referendarausbildung bei der Verwaltung des Deutschen Bundestages

von Deutscher Bundestag
Die Verwaltung des Deutschen Bundestages bietet Rechtsreferendaren (w/m/d) grundsätzlich die Möglichkeit, im Rahmen ihres juristischen Vorbereitungsdienstes eine Ausbildungsstation abzuleisten. Die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen für Juristen (w/m/d) der einzelnen Bundesländer legen fest, ob Wahl-, Wahlpflicht- oder Verwaltungsstationen bei einer obersten Bundesbehörde abgeleistet werden können. Als Ausbildungsstellen kommen in der Bundestagsverwaltung Ausschusssekretariate, die Wissenschaftlichen Dienste sowie Referate der Abteilungen Parlament und Abgeordnete, Wissenschaft und Außenbeziehungen und der Zentralabteilung in Betracht.

Wahlstation in Brüssel

von

Wirklich interessante Angebote, was die Wahlstation angeht, bietet Brüssel mit seinen Institutionen rund um die EU. Viele Referendare und Studenten verbringen die Wahlstation bzw. das Praktikum bei der Europäischen Kommission. Hier gibt es ein so genanntes Praktikantenbüro, welches sehr ausführliche Infos bietet. Auch die weiteren Institutionen, wie Parlament und Rat bieten spannende Einblicke.

Ich selbst habe nach dem Studium ein Praktikum bei einer Interessenvertretung auf europäischer Ebene in Brüssel gemacht. Es waren neben juristischen Fähigkeiten auch insbesondere Sprachkenntnisse gefragt. Es gibt natürlich eine Vielzahl von Verbindungsbüros, dort findet eigentlich jeder seinen Interessenschwerpunkt wieder.  Und was die Freizeitgestaltung angeht…eine unendliche Flut von Möglichkeiten erschlägt Dich täglich.

Neuer Autor beim RefBlog!

Das Autoren-Team des RefBlog hat weiteren Zuwachs bekommen: Mik ist Referendar am Landgericht Düsseldorf, verbringt gerade seine Anwaltsstation in einer mittelständischen überörtlichen Kanzlei und hat ja bereits letzte Woche über seine momentane Station berichtet. Und in den nächsten Wochen werden sicherlich viele interessante Artikel dazu kommen!

Schlechtes Zeitmanagement

von

Nicht nur dass ich seit Montag ständig daran denke, dass ich ja noch Akten für meinen Ausbildungsrichter bearbeiten muss. Nein jetzt sitze ich seit gestern an den Akten und stelle fest, dass sie inhaltlich schwieriger sind als gedacht! Da macht der Beklagte gleich drei Hilfsaufrechnungen geltend und – was richtig blöd für mich ist – erst die dritte Hilfsaufrechnung überzeugt mich wirklich und bringt meiner Ansicht nach den Anspruch des Klägers zu Fall.

Ich gebe mir jetzt noch zwei Stunden, um die Urteile zu schreiben. Und ich verspreche, dass ich die Akten, die ich dann morgen von meinem Richter mitbekomme, bis spätestens Mittwoch abgearbeitet habe. Nicht dass das zur Regel wird, dass ich am Wochenende überraschend in Zeitnot gerate!

Wahlstation in Washington

Wenn man sich beim Auswärtigen Amt für die Wahlstation an einer deutschen Botschaft bewirbt, hat man wenig Einfluss darauf, wo man schließlich hinkommt. Rechtsreferendar Paul hat das Traumlos gezogen und verbringt zur Zeit seine Wahlstation an der deutschen Botschaft in Washington!

Flagge der Vereinigten Staaten vonn Amerika

Über seine Erlebnisse und Eindrücke in der Wahlstation berichtet Paul in seinem Blog. Das Mitlesen in den nächsten Wochen lohnt sich auf jeden Fall!

„Abenteuer Malta“

Die Referendarinnen Jana und Olivia schreiben seit Februar über ihr „Abenteuer Malta“! Dort verbingen die beiden momentan ihre Wahlstation.

Flagge von Malta

Auch in diesem Blog gibt es – natürlich neben vielen interessanten Artikeln – viele schöne Fotos von Malta! Reinklicken lohnt sich!

Blogs von Referendaren in der Wahlstation

von

…jurabilis! hat in zwei Artikeln auf die Blogs von Referendaren hingewiesen, die ihre Wahlstation im Ausland verbringen und über diese Station berichten. So berichtet Paul seit Januar aus Washington D.C., und die Referendarinnen Jana und Olivia schreiben seit Februar über ihr „Abenteuer Malta“!

Beide Seiten haben wir auch bei unseren Links auf die Blogs anderer Referendare aufgenommen…

Ranking: Durchfallquoten 2007 im 2. Staatsexamen

Das Bundesministerium der Justiz hat bislang immer noch nicht die offizielle Jahresstatistik für das Jahr 2007 veröffentlicht. Allerdings findet man auf den Seiten einiger Landesjustizprüfungsämter bereits Zahlen, so dass sich für die Durchfallquote im 2. Examen 2007 bislang folgende Rangliste ergibt:

  1. Sachsen-Anhalt: 24,77 % (Veränderung zu 2006: – 3,43 %)
  2. Sachsen: 21,61 % (- 2,89 %)
  3. Mecklenburg-Vorpommern: 21,15 % (+ 7,15 %)
  4. Nordrhein-Westfalen: 20,88 % (- 0,84 %)
  5. Niedersachsen: 19,34 % (+ 1,64 %)
  6. Saarland: 18,55 % (+ 5,31 %)
  7. Bayern: 17,09 % (+ 4,44 %)
  8. Baden-Württemberg: 13,6 % (+ 2,89 %)
  9. Thüringen: 12,25 % (+ 3,26 %)
  10. Rheinland-Pfalz: 11,93 % (- 0,27 %)

Die anderen Länder haben noch keine Statistiken veröffentlicht. Wir werden die Liste vervollständigen, sobald das BMJ die Zahlen für 2007 veröffentlicht hat.

Weitere Statistiken zu Durchfallquoten, Anzahl an Prädikatsexamina, Wartezeiten und Höhe der Unterhaltsbeihilfe findest Du auf unseren Übersichtsseiten zum Referendariat!

Inhalte der Examensklausuren im Februar 2009

Wir haben Euch in mehreren Artikeln zusammengefasst, was im Februar bislang in NRW und Niedersachsen im Examen lief. Die Artikel findest Du in der Kategorie „Was lief in den Klausuren“.

Auch die Themen der Klausuren, die nächste Woche geschrieben werden, werden wir dann dort veröffentlichen.

Ausbildungsliteratur Zivilrechtsstation

von

Da nun die ersten paar Wochen meines Referendariats vorbei sind und ich mir vorgenommen habe, konsequent den Stoff aus der Arbeitsgemeinschaft nachzuarbeiten, um nicht kurz vor dem Examen noch Sachen nachholen zu müssen, habe ich Ende letzter Woche relativ viel Geld investiert und mir als Lehrbuch den Anders/Gehle („Das Assessorexamen im Zivilrecht“) für 39,90 Euro zugelegt.

Für mich fiel die Entscheidung, dieses doch etwas teure Standardwerk statt ein anderes Buch wie den Knöringer (kostet nur 23,90 Euro) zu kaufen, dabei recht leicht, da unser AG-Leiter sich bei der Stoffvermittlung am Aufbau gerade des Anders/Gehle orientiert und bei seinen Übersichten und Kopien gleich die dazu gehörigen Fundstellen in diesem Buch angibt.

Mein erster Eindruck vom Buch ist auch sehr positiv: Zwar ist es durchaus ungewöhnlich und überraschend für mich, dass das Buch ausführlich auf die Relation eingeht, da in NRW meines Wissens nach im Examen keine Relation dran kommt. Allerdings finde ich das durchaus hilfreich für das erste Verständnis. Zudem ist dieses Kapitel für mich perfekt, da mein Ausbildungsrichter seine Ankündigung wahr gemacht und mir eine Akte gegeben hat, zu der ich ein relationsmäßiges Gutachten schreiben soll, um so die Arbeitsweise eines Richters besser verstehen zu können.

Außerdem finde ich es nicht schlecht, wenn ein Buch die Dinge etwas ausführlicher darstellt. Sollte das Buch an manchen Stellen dann zu detailliert werden, werde ich das einfach nur lesen und versuchen nachzuvollziehen, mir aber nicht rausschreiben oder lernen.

Auf jeden Fall habe ich mir das Ziel gesetzt, das Buch bis zum Ende der Zivilrechtsstation, die ja noch ein paar Monate dauert, durchgearbeitet zu haben! Wollen wir mal hoffen, dass ich meinen Vorsatz einhalten kann, und nicht in die Strafrechtsstation starte mit dem Wissen, noch gar nicht mal alles aus der ersten Station gelernt zu haben.

Was mir gerade beim Schreiben des Artikels eingefallen ist: Ist eigentlich dieses Buch von Anders/Gehle nur in NRW das Standardwerk (weil sowohl Frau Anders als auch Herr Gehle Richter in NRW sind) oder ist das Buch auch in den anderen Ländern weit verbreitet und wird dort von den Ausbildern empfohlen!?