Wie beck-aktuell.de berichtet, hat der Deutsche Juristen-Fakultätentag erneut Beschlüsse zur Zukunft der juristischen Ausbildung gefasst. Im Mittelpunkt standen Künstliche Intelligenz, die Umsetzung des § 5a DRiG und allgemeine Maßnahmen zur Verbesserung von Studium und Prüfungen. Der Befund fällt jedoch ernüchternd aus: Statt eines klaren Reformprogramms stehen vor allem Bekenntnisse zu bestehenden Strukturen, obwohl gerade Prüfungsdruck und digitale Arbeitsweisen praktische Antworten verlangen.
Für Referendarinnen, Referendare und Examenskandidaten ist das relevant, weil die Debatte um Ausbildungsinhalte, Prüfungsformate und Bewertungstransparenz unmittelbar auf das Staatsexamen zurückwirkt. Der Fakultätentag erkennt zwar an, dass KI das Berufsbild verändert, bleibt aber bei vorsichtigen Formulierungen. Hochschulen sollen ihre Aktivitäten ausbauen, klassische juristische Fähigkeiten sichern und neue Elemente entwickeln, ohne dass konkrete Prüfungs- oder Ausbildungsschritte benannt werden. Damit bleibt offen, wie künftige Klausuren, Arbeitsgemeinschaften und Korrekturen aussehen sollen.
Auch bei den strukturellen Fragen dominiert Zurückhaltung. Der DJFT hält am Leitbild der einheitlichen, am Richteramt orientierten Ausbildung und am zweistufigen Modell fest. Kritik von Studierendenvertretungen und Reforminitiativen richtet sich gerade gegen diese defensive Haltung: Wenn Belastung, Stofffülle, Digitalisierung und Praxisbezug nur abstrakt angesprochen werden, entsteht für Examenskandidaten wenig Orientierung. Der angekündigte Dialog mit Prüfungsämtern wirkt deshalb eher wie ein Zwischenschritt als wie ein Aufbruch.
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Der Beitrag zeigt damit weniger eine einzelne neue Regel als den Zustand der Reformdiskussion. Wer sich auf das Zweite Staatsexamen vorbereitet, sollte die Beschlüsse als Signal lesen: Kurzfristig ist nicht mit grundlegenden Änderungen zu rechnen. Wichtiger werden deshalb eigene Strategien für KI-Kompetenz, Methodenarbeit und Belastungssteuerung. Zugleich bleibt politischer Druck nötig, damit Qualitätskontrolle, Transparenz und zeitgemäße Prüfungsbedingungen nicht nur angekündigt, sondern tatsächlich umgesetzt werden.








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