{"id":47,"date":"2011-10-25T19:19:52","date_gmt":"2011-10-25T17:19:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/richter\/?p=47"},"modified":"2026-04-10T15:05:47","modified_gmt":"2026-04-10T13:05:47","slug":"allgemeines-zur-richtereinstellung-in-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/richter\/berlin\/allgemeines-zur-richtereinstellung-in-berlin\/","title":{"rendered":"Allgemeines zur Richtereinstellung in Berlin"},"content":{"rendered":"<p>Wer in Berlin Richterin oder Richter werden m\u00f6chte, tritt in einen Dienst ein, der durch <strong>h\u00f6chste Unabh\u00e4ngigkeit<\/strong> und eine enorme Verantwortung gepr\u00e4gt ist. Grunds\u00e4tzlich werden neue Juristinnen und Juristen zun\u00e4chst als <strong>Richterinnen oder Richter auf Probe<\/strong> eingestellt. Das Hauptziel des gesamten Einstellungsverfahrens ist die sogenannte <strong>Bestenauslese<\/strong>, was bedeutet, dass nur die qualifiziertesten K\u00f6pfe f\u00fcr den Staatsdienst gewonnen werden sollen. Die Senatsverwaltung f\u00fcr Justiz und Verbraucherschutz ist hierbei die zentrale Anlaufstelle und schreibt diese Stellen laufend aus, sofern die haushaltswirtschaftlichen Voraussetzungen dies zulassen. Ein spannender Aspekt in Berlin ist, dass man sich nicht auf eine winzige Nische festlegen muss; der Probedienst bietet <strong>vielf\u00e4ltige Einsatzm\u00f6glichkeiten<\/strong>, die von den Zivil- und Strafkammern der Landgerichte \u00fcber die Amtsgerichte bis hin zur Staatsanwaltschaft oder der Verwaltungs- und Sozialgerichtsbarkeit reichen.<\/p>\n<p>Berlin legt zudem gro\u00dfen Wert auf <strong>Chancengleichheit und Diversit\u00e4t<\/strong>. Es wird explizit betont, dass Bewerbungen unabh\u00e4ngig von Geschlecht, Nationalit\u00e4t, ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung oder sexueller Orientierung willkommen sind. Besonders Menschen mit Migrationshintergrund werden ermutigt, sich zu bewerben, um die Vielfalt der Stadt auch in der Justiz abzubilden. Wer sich noch unsicher ist, kann sogar eine <strong>Hospitation<\/strong> absolvieren, um den Gerichtsalltag hautnah zu erleben, bevor die endg\u00fcltige Entscheidung f\u00fcr die Bewerbung f\u00e4llt. Rechtlich st\u00fctzt sich die Einstellung auf das <strong>Berliner Richtergesetz (RiGBln)<\/strong> sowie das <strong>Deutsche Richtergesetz (DRiG)<\/strong>, wobei gem\u00e4\u00df \u00a7 11 RiGBln das zust\u00e4ndige Mitglied des Senats gemeinsam mit dem Richterwahlausschuss \u00fcber die Einstellungen entscheidet.<\/p>\n<p>Im Land Berlin gibt es einen <strong>einheitlichen Probedienst<\/strong> f\u00fcr Richter der ordentlichen Gerichtsbarkeit, der Verwaltungsgerichtsbarkeit und der Sozialgerichtsbarkeit sowie f\u00fcr die Staatsanwaltschaft.\u00a0Alternativ besteht f\u00fcr diejenigen, deren Berufsziel Staatsanwalt bzw. Staatsanw\u00e4ltin bereits sicher feststeht, auch die M\u00f6glichkeit sich <strong>direkt bei der Generalstaatsanwaltschaft<\/strong> um eine T\u00e4tigkeit in der Staatsanwaltschaft zu bewerben (siehe dazu unsere Ausf\u00fchren ganz unten).<\/p>\n<p>Es bestehen keine Bewerbungsfristen, da Auswahlgespr\u00e4che <strong>ca. alle 2 Monate<\/strong> stattfinden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in Berlin Richterin oder Richter werden m\u00f6chte, tritt in einen Dienst ein, der durch h\u00f6chste Unabh\u00e4ngigkeit und eine enorme Verantwortung gepr\u00e4gt ist. Grunds\u00e4tzlich werden neue Juristinnen und Juristen zun\u00e4chst als Richterinnen oder Richter auf Probe eingestellt. 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