{"id":9904,"date":"2015-02-04T08:44:07","date_gmt":"2015-02-04T06:44:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=9904"},"modified":"2015-02-03T12:10:29","modified_gmt":"2015-02-03T10:10:29","slug":"abschlu-der-strafstation-und-start-in-die-verwaltungsstation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/verwaltungsstation\/abschlu-der-strafstation-und-start-in-die-verwaltungsstation\/","title":{"rendered":"Abschluss der Strafstation und Start in die Verwaltungsstation"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7061\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/MP900405396.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Die Strafstation bei der Staatsanwaltschaft ist mittlerweile zu Ende gegangen und die Verwaltungsstation hat begonnen. Zum Ende der Strafstation haben wir in der Arbeitsgemeinschaft mit unserem AG-Leiter Aktenvortr\u00e4ge ge\u00fcbt, die auch bewertet wurden. Insgesamt empfand ich diese \u00dcbungsm\u00f6glichkeit trotz des damit doch auch verbundenen Pr\u00fcfungsdrucks als gut. Denn je h\u00e4ufiger man einen solchen Vortrag h\u00e4lt, umso mehr wird es zur Routine.<!--more--><\/p>\n<p>Zudem ist man dann nicht (oder jedenfalls nicht wegen der Begleitumst\u00e4nde) nerv\u00f6s. Sehr zutreffend, wie ich finde, haben das J\u00e4ckel\/Schneider in Ihrem B\u00fcchlein \u201eDer strafrechtliche Aktenvortrag im Assessorexamen\u201c formuliert: \u201eJe vertrauter eine Situation ist und je \u00f6fter sie sich wiederholt hat, desto selbstsicherer reagiert man darauf.\u201c (S. 5).<\/p>\n<p>Die Aufgabenstellung f\u00fcr den jeweiligen Aktenvortrag erhielten die jeweils Vortragenden eine Stunde vor dem Beginn der Arbeitsgemeinschaft. Innerhalb dieser Stunde gilt es, den Akteninhalt und die Aufgabenstellung (h\u00e4ufig Beratung aus Anwaltssicht) zu erfassen, einen Sachverhalt (Einf\u00fchrung in den Akteninhalt mit allen wesentlichen Elementen f\u00fcr die rechtliche W\u00fcrdigung) und anschlie\u03b2end ein Vorschlag betreffend das weitere Vorgehen zu machen, auf den die rechtliche W\u00fcrdigung folgt. Auch hier empfiehlt es sich bereits vorab einen ungef\u00e4hren Zeitplan im Kopf zu haben und nat\u00fcrlich mit dem Lesen der Aufgabenstellung anzufangen, um unn\u00f6tige Zeit- und Denkkapazit\u00e4ten w\u00e4hrend des ersten Lesens zu verschwenden. Hilfreich ist es auch, sich daheim schon mal die Eingangss\u00e4tze zu den jeweiligen Gliederungspunkten des Aktenvortrags zu \u00fcberlegen, so dass das ohne gro\u03b2es Nachdenken von der Hand geht. Ich hatte mir zudem nur Stichworte notiert und im Stile einer L\u00f6sungsskizze f\u00fcr die Pr\u00fcfung im ersten Examen die Tatbestandsmerkmale mit plus und minus gekennzeichnet\u00a0 und lediglich bei Problempunkten ein, zwei Gedanken mehr formuliert.<\/p>\n<p>Es wird zudem empfohlen nicht mehr als drei Bl\u00e4tter Papier mit in den Aktenvortrag zu nehmen. Diese Richtempfehlung fand ich gut, es wird ohnehin viel wert auf eine m\u00f6glichst freie Darstellung mit lediglich gelegentlichen Blicken auf die Notizen gew\u00fcnscht. F\u00fcr den Vortrag hatte ich mir noch meinen Funkwecker von zu Hause mitgebracht, um die Zeit im Auge zu\u00a0 behalten.<\/p>\n<p>Dann geht es auch schon los, ich habe meinen Vortrag damit eingeleitet, allen erstmal einen guten Morgen zu w\u00fcnschen, das entspannt einen selbst auch ein klein wenig, wenn die ersten Worte raus sind \ud83d\ude42\u00a0Zeitlich sollte der Schwerpunkt auf der rechtlichen W\u00fcrdigung liegen, wobei der Sachverhalt auch alle Elemente enthalten muss, die f\u00fcr die sp\u00e4tere rechtliche W\u00fcrdigung ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p>Inhaltlich werden Euch keine ungemein schwierigen Fragestellungen erwarten, denn daf\u00fcr ist die Bearbeitungszeit viel zu kurz. Die Schwierigkeit besteht vor allem darin, in der K\u00fcrze der Zeit einen brauchbaren Vortrag zusammen zu zimmern. Bei uns wurde auch darauf geachtet, wie wir den Aktenvortrag pr\u00e4sentieren, also ob wir stockend oder schnell redeten, uns verhaspelten oder sprunghaft Argumente und Tatbestandselemente vortrugen. Hier war es dem Pr\u00fcfer sehr wichtig, dass man den sogenannten \u201eroten Faden\u201c behalten hat (also am besten nicht w\u00e4hrend des Vortrags die eigene L\u00f6sung komplett umwerfen und eine neue, improvisierte vortragen\u2026.).<\/p>\n<p>Mir hat es geholfen vor dem eigenen Vortrag bereits drei oder vier Aktenvortr\u00e4ge geh\u00f6rt zu haben. Man kann dann n\u00e4mlich beobachten, was gut ist (und dies \u00fcbernehmen), gleichzeitig sieht man aber auch Dinge, die man selbst wohl auch macht, die aber abzustellen sind (wie ein h\u00e4ufiges \u201e\u00e4hm\u201c, nerv\u00f6ses Rumspielen mit dem Kuli, hin-und herwackeln mit dem Stuhl, blo\u03b2es Ablesen vom Blatt bzw. fehlender Augenkontakt mit den Zuh\u00f6rern, zu schnell oder langsames Reden, K\u00f6rperhaltung, usw.). Letztlich ist dann aber alles gar nicht so schlimm, man kennt ja die AG-Kollegen und auch den AG-Leiter als Pr\u00fcfer. Deswegen fand ich die \u00dcbungsm\u00f6glichkeit des Aktenvortrags gut und w\u00fcrde mich auch wieder freiwillig daf\u00fcr melden.<\/p>\n<p>Ganz zum Abschlu\u03b2 der Station durften wir noch bei der Polizei bei einer Schicht mit auf die Streifenfahrt gehen. Das war auch ein interessanter und spannender Eindruck. Die Polizisten waren alle sehr nett und haben uns viel aus ihrem Alltag gezeigt. Es war auch eindr\u00fccklich zu sehen, wie pl\u00f6tzlich auftretende Situationen (bspw. bei einer k\u00f6rperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen) durch die Beamten gekl\u00e4rt wurden. Wir bekamen auch mit, unter welchem Zeitdruck die Beamten manchmal noch einen Bericht oder eine Anzeige schreiben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Kaum war der letzte Tag in der Strafstation mit der Verabschiedung vom AG-Leiter und unseren jeweiligen Ausbildern vorbei, begann auch schon die Verwaltungsstation. Wir erhielten hier von unserem neuen AG-Leiter die Ablaufpl\u00e4ne sowie bereits die Klausurentermine in der Arbeitsgemeinschaft. Spannend war es auch, wo die Kollegen alle in die Verwaltungsstation hingingen. Viele wurden in der Verwaltung der Stadt, im st\u00e4dtischen Rechtsamt oder in der Verwaltung des Landkreises eingesetzt, es gibt auch ungew\u00f6hnliche Verwendungsm\u00f6glichkeiten wie beispielsweise bei See- und Schifffahrtsamt, im Ministerium und nat\u00fcrlich die M\u00f6glichkeit an die Verwaltungshochschule nach Speyer zu gehen.<\/p>\n<p>Bei uns lag der Fokus zun\u00e4chst auf der verdichteten Eingangsphase, da das Verwaltungsrecht nun doch schon eine Weile zur\u00fcckliegt und auch der besondere Teil einige ungewohnte Fallgestaltungen beinhaltet. In Niedersachsen gilt es zu beachten, dass zum \u00a0Jahreswechsel das AGVwGO im neuen JustizG aufgeht. Dadurch \u00e4ndern sich vor allem die Nummerierungen. Beispielsweise ist der f\u00fcr das Widerspruchsverfahren relevante \u00a7 8a AGVwGO nunmehr in \u00a7 80 JustizG geregelt. Sobald die Eingangsphase abgeschlossen ist, geht es dann an die Ausbildungspl\u00e4tze und in den \u201enormalen\u201c AG-Betrieb.<\/p>\n<p>Ich melde mich wieder, wenn es soweit ist und berichte Euch! Bis dahin!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Strafstation bei der Staatsanwaltschaft ist mittlerweile zu Ende gegangen und die Verwaltungsstation hat begonnen. Zum Ende der Strafstation haben wir in der Arbeitsgemeinschaft mit unserem AG-Leiter Aktenvortr\u00e4ge ge\u00fcbt, die auch bewertet wurden. Insgesamt empfand ich diese \u00dcbungsm\u00f6glichkeit trotz des damit doch auch verbundenen Pr\u00fcfungsdrucks als gut. 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