{"id":9799,"date":"2014-12-09T07:35:00","date_gmt":"2014-12-09T05:35:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=9799"},"modified":"2014-12-08T20:41:09","modified_gmt":"2014-12-08T18:41:09","slug":"arbeitsrecht-im-kloster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wahlstation\/arbeitsrecht-im-kloster\/","title":{"rendered":"Arbeitsrecht im Kloster"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7108\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/ubobol.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"160\" \/>K\u00fcrzlich hatte ich das Vergn\u00fcgen, an einer Arbeitstagung zu aktuellen Problemen aus dem Arbeitsrecht teilnehmen zu d\u00fcrfen. Die von der Hessischen Justizakademie speziell f\u00fcr Rechtsreferendare angebotene dreit\u00e4gige Veranstaltung fand im Kloster Tiefenthal bei Eltville im sch\u00f6nen Rheingau statt.<\/p>\n<p>Der gro\u00dfe Klosterkomplex verf\u00fcgt \u00fcber ein Bildungshaus mit einem gro\u00dfen Tagungsraum und diversen Zimmern f\u00fcr die Veranstaltungsteilnehmer.<!--more--> Die Einzelzimmer sind praktisch eingerichtet mit bereits frisch bezogenem Bett, Schrank, Tisch und Stuhl, sowie einem eigenen Waschbecken. Toiletten und Duschen befinden sich zentral auf der Etage. Um die Besonderheit der Tagungsst\u00e4tte in Erinnerung zu halten, befindet sich in jedem Zimmer ein Kreuz, eine Bibel und ein \u00dcbersichtsplan zum Klostergel\u00e4nde und der historischen Entwicklung der heiligen St\u00e4tte. Es handelt sich um ein Nonnen-Kloster, wobei wir nur am Empfang des Bildungshauses Nonnen gesehen und sonst au\u00dfer uns\u00a0so gut wie niemand\u00a0in den Fluren oder dem Speisesaal zu sehen war.<\/p>\n<p>Nach der Anreise und dem Kennenlern-Kaffee begann der inhaltliche Teil der Veranstaltung. Der Richter, der uns in den drei Tagen in die Geheimnisse und Entwicklungen des Arbeitsrechts einf\u00fchren wollte, stellte sich kurz vor und fragte dann in einer Vorstellungsrunde der Teilnehmer die bisherigen Vorkenntnisse und die Erwartungen an die Tagung ab. Insgesamt hangelten wir uns von der Entstehung der Arbeitsverh\u00e4ltnisse bis zur Aufl\u00f6sung derselben durch aktuelle Urteile und l\u00f6sten insgesamt 10 F\u00e4lle, zu denen wir auch ausf\u00fchrliche L\u00f6sungen bekamen. Eigene Falll\u00f6sungen, die Pr\u00e4sentation derselben als Vor\u00fcbung f\u00fcr Aktenvortr\u00e4ge und Gruppenarbeit geh\u00f6rten ebenso zum Programm, wie Diskussionen zu verschiedenen L\u00f6sungsans\u00e4tzen. Es war eine Gruppe von etwa 20 Referendaren, die in u-f\u00f6rmig angeordneten Tischreihen sa\u00df. Auch, wenn die Tische leider etwas arg klein waren, sodass die zwei Tischnachbarn sich bestenfalls einen Sch\u00f6nfelder teilen mussten, um neben den Schreibbl\u00f6cken auch noch Getr\u00e4nke auf der Tischplatte unter zu bringen, war es eine ganz angenehme Atmosph\u00e4re.<br \/>\nEh man sichs versah, war dann auch schon wieder die n\u00e4chste Pause angesetzt. Um 12 Uhr gab es Mittagessen. Nach guter St\u00e4rkung mit Schnitzel, Bratkartoffeln, sowie Erbsen und M\u00f6hren, Salatbuffett und Milchreis mit Kirschen zum Nachtisch, bot sich ein kleiner Spaziergang im Gr\u00fcnen rund ums Kloster an. Anschlie\u00dfend ging es dann weiter im arbeitsrechtlichen Programm, bis um 15 Uhr herrlicher Schokoladen- oder Stachelbeerkuchen und einige Kannen Kaffee auf uns warteten. Die letzte Etappe f\u00fcr arbeitsrechtlichen Input dauerte dann bis zum Abendbuffett mit Broten und diversen Bel\u00e4gen um 18 Uhr.<\/p>\n<p>Nachdem dann alle verweilenden Referendare ihre Zimmer bezogen hatten (es hatten nur etwa 6 keine \u00dcbernachtung vor Ort gew\u00fcnscht), \u00fcberlegten wir, wie wir den Abend nutzen wollten. Wir mussten allerdings feststellen, dass der Montag kein guter Tag ist, um die heimischen Weinsch\u00e4nken kennenzulernen, denn montags ist \u00fcberall in der n\u00e4heren Umgebung Ruhetag. Die netten Mitarbeiterinnen im Bildungshaus hatten aber eine Alternative f\u00fcr uns &#8211; sie empfahlen, sich einfach im gro\u00dfen Aufenthaltsraum mit gem\u00fctlichen Sofaecken einzufinden und sich an den heimischen Weinvorr\u00e4ten im Getr\u00e4nkeraum zu bedienen. Da gab es tats\u00e4chlich f\u00fcr jeden Geschmack etwas &#8211; egal, ob rot, wei\u00df, trocken, halbtrocken oder lieblich &#8211; und auch f\u00fcr Nicht-Weinfreunde einige Flaschen Bitburger, sowie Alkoholfreies &#8211; das gegen Zahlung in eine Spardose verzehrt werden durfte.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Tag begann dann mit einem reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fccksbuffett, dass von Br\u00f6tchen und Brot, diverse Bel\u00e4ge bis zu M\u00fcsli und Obst reichte und mit Kaffee und Tee abgerundet wurde. Nachdem der arbeitsrechtliche Teil dann p\u00fcnktlich um 9 Uhr im Tagungsraum begann, wurde er wieder etwa im drei-Stunden-Rhythmus durch Mahlzeiten unterbrochen. Die mitt\u00e4glichen Glocken l\u00e4uteten Lasagne und Salat, sowie Arme Ritter und Tiramisu-Creme zum Nachtisch ein. Sp\u00e4ter zur Kaffeepause wurde dann\u00a0die Stimmung nochmal mit Marzipan-Nuss-Teilchen gehoben.<\/p>\n<p>Am zweiten Abend nutzten wir dann die Gelegenheit, in die angrenzende Ortschaft hinab zu laufen und kehrten in eine Weinstube ein. Die Gegend ist wirklich ganz schnuckelig, nur waren wir zugegebenerma\u00dfen bei der Dunkelheit und K\u00e4lte nicht so motiviert, uns richtig umzuschauen, aber bei sommerlicherem Wetter lohnt sich das garantiert!<\/p>\n<p>Am dritten Tag endete die Veranstaltung dann gegen Nachmittag, nachdem wir noch einen Kurz\u00fcberblick zum Teilzeit-und Befristungsrecht und zu aktuellen Entwicklungen im Urlaubsrecht dargeboten bekamen. Zu guter letzt durften wir noch einen Fragebogen zur Evaluation der Veranstaltung ausf\u00fcllen und schon war es wieder an der Zeit, sich von den Kollegen aus Wiesbaden, Frankfurt, Hanau und Darmstadt zu verabschieden. Mit zahlreichen Arbeitsmaterialien ausgestattet und wohl auch um einige Kilo schwerer durch die \u00fcppige, immer gute und exakt getimte Verpflegung verlie\u00dfen wir dann das Gel\u00e4nde, das von au\u00dfen von der Stra\u00dfe gar nicht direkt als Kloster erkennbar ist. Ich will nicht verschweigen, dass sich mancher Teilnehmer in Flohmarkt-Raum des Klosters sogar\u00a0noch mit den ersten Weihnachtsgeschenken eindeckte und das St\u00f6bern dort doch einige der Referendare erfreute.<\/p>\n<p>Auch, wenn mir die Themen weitestgehend bereits bekannt waren, weil ich mich in den letzten Stationen schon\u00a0sehr arbeitsrechtlich ausgerichtet hatte, fand ich die Veranstaltung ganz gut, um vieles nochmal in Erinnerung zu rufen, sich systematisch mit einigen Themenkomplexen auseinander zu setzen und hinsichtlich aktueller examensrelevanter Rechtsprechung auf dem Laufenden zu sein, was insbesondere f\u00fcr die m\u00fcndliche Pr\u00fcfung sicher nicht schadet. Ansonsten war es wieder mal eine tolle Gelegenheit, auch Kollegen aus anderen Bezirken kennenzulernen.<\/p>\n<p>Ich bleibe also dabei, dass sich die Teilnahme an Arbeitstagungen durchaus lohnt! \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich hatte ich das Vergn\u00fcgen, an einer Arbeitstagung zu aktuellen Problemen aus dem Arbeitsrecht teilnehmen zu d\u00fcrfen. Die von der Hessischen Justizakademie speziell f\u00fcr Rechtsreferendare angebotene dreit\u00e4gige Veranstaltung fand im Kloster Tiefenthal bei Eltville im sch\u00f6nen Rheingau statt. 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