{"id":9790,"date":"2014-12-07T12:00:56","date_gmt":"2014-12-07T10:00:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=9790"},"modified":"2016-07-31T10:44:29","modified_gmt":"2016-07-31T08:44:29","slug":"die-unterschaetzte-verwaltungsstation-1-0","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/verwaltungsstation\/die-unterschaetzte-verwaltungsstation-1-0\/","title":{"rendered":"Die untersch\u00e4tzte Verwaltungsstation 1.0"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8790\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/erstertag-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"165\" \/>Die Verwaltungsstation ist unter den Referendaren wohl nicht die beliebteste. Ger\u00fcchte \u00fcber stundenlanges Rumsitzen und Nichtstun in einem kleinen Raum kursieren immer wieder. Von vornherein wird diese Station jedenfalls meiner Meinung nach untersch\u00e4tzt. Gleich zu Beginn reichten viele meiner Mitstreiter den Urlaubsantrag ein, in der Hoffnung, so selten wie m\u00f6glich zu den jeweiligen Ausbildern zu m\u00fcssen. Dabei muss man wesentliche Unterscheidungen zwischen den verschiedenen verwaltungsbeh\u00f6rdlichen Einrichtungen treffen.<!--more--><\/p>\n<p>Zum einen sind viele von uns im Landesverwaltungsamt t\u00e4tig. Der Vorteil ist, dass dort immer recht viele Pl\u00e4tze f\u00fcr Referendare freigehalten werden. Der Nachteil, dass man auch in Abteilungen gesteckt wird, in denen eher wenig oder manchmal kein examensrelevanter Inhalt gelehrt wird. Da kann es schon einmal sein, dass sich die einzige T\u00e4tigkeit auf Protokolle niederschreiben beschr\u00e4nkt. Zum anderen gibt es auch Einrichtungen, bei denen man sich vor Arbeit kaum retten kann, wie z.B. die Polizeidirektion. Da kann es sein, dass man vier Tage die Woche (dabei ist der Tag der Arbeitsgemeinschaft nicht mitzurechnen) je 9 bis 10 Stunden dort verbringt und f\u00fcr das Wochenende noch Aufgaben mitbekommt. Sicherlich vorteilhaft f\u00fcr die praktische \u00dcbung, aber auch sehr nachteilig f\u00fcr andere Aufgaben, die auf einen Referendar zukommen wie Klausuren schreiben, AG nach- und vorarbeiten und (sollte man nicht untersch\u00e4tzen) zumindest einen Tag in der Woche Erholung.<\/p>\n<p>Ich habe mich aus verschiedenen Gr\u00fcnden f\u00fcr das Rechtsamt entschieden. Vor allem aber auf Grund der examensrelevanten Sachverhalte. Denn in welcher Einrichtung gehen mehr Ausgangsbescheide, Widerspruchsbescheide und sonstige allgemeine Rechtssachen \u00fcber den Tisch? Und ein Gl\u00fcck wurde ich auch nicht entt\u00e4uscht. Dies liegt zu einem gro\u00dfen Teil an meinem Ausbilder, der mich fordert und f\u00f6rdert. Schon nach zwei Wochen im Rechtsamt habe ich mehr einschl\u00e4gige Bescheide geschrieben, Literatur gew\u00e4lzt und gar Urteile entworfen, wie viele meiner Mitstreiter zusammen. Zwar ist das auch anstrengend, aber es bringt mich fachlich sehr viel weiter. Dabei legt mein Ausbilder sehr viel Wert darauf, dass alle m\u00f6glichen Examensthemen abgegrast werden. Das bezieht sich auf den Inhalt (sehr beliebt: Abschleppkonstellationen, Fahrerlaubnisprobleme, Einbindung anderer Rechtsgebiete), sowie auf die \u00e4u\u00dfere Gestaltung (Bescheide, Beschl\u00fcsse, Gutachten, Urteile). Man muss dabei erw\u00e4hnen, dass es sich zumeist um Sachverhalte handelt, an denen mein Ausbilder auch dran zu knabbern hatte. Er m\u00f6chte erreichen, dass ich nicht nur stupide abschreibe, sondern meinen eigenen Kopf anstrenge, was zus\u00e4tzlich f\u00f6rdernd f\u00fcr sp\u00e4tere Examensklausuren sein wird. Manchmal bin ich aber auch tats\u00e4chlich kurz vor dem Verzweifeln, wenn ich einfach nicht wei\u00df, worauf die ganze Konstellation hinauslaufen soll. Die Literatur hilft einem auch nicht viel weiter, wenn man nicht wei\u00df, wonach man suchen muss. Jedoch kann ich sagen, dass ich bis jetzt alle Probleme in einem rechtlich vertretbaren Ma\u00dfe l\u00f6sen konnte. Vielleicht nicht immer mit 14 Punkten, aber meine L\u00f6sung hat zumindest \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p style=\"border:1px solid; padding: 5px; margin: 2px 0px 10px 0px; line-height: 150%\">\n\t\t\t\tDie RefNews sind das Blog von Juristenkoffer.de - einem der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einem der gr\u00f6\u00dften Vermieter von Kommentaren in Deutschland. Bist Du bereits Rechtsreferendar, hast Dir aber noch keinen Juristenkoffer reserviert? 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Dabei ist man oftmals selbst \u00fcberrascht, auf was f\u00fcr Ideen man kommen kann. Und gerade dieses Denken ist es doch, was uns Juristen sp\u00e4ter ausmacht. Genau das ist es, was uns versucht wurde innerhalb des Studium beizubringen \u2013 jedoch mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg. Ich denke, dass sich eben in dieser Station zeigt, wer das Zeug dazu hat auch selbstst\u00e4ndig zu arbeiten und kreativ zu argumentieren.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich hat man auch die M\u00f6glichkeit an Ausschusssitzungen oder Stadtratssitzungen teilzunehmen. Dieser Teil der Ausbildung ist zwar notwendig und man sollte es sich zumindest einmal anschauen. Jedoch hat es mir nicht allzu viel gebracht. Ich empfand das Zusehen bei einer solchen eher als B\u00fcrde bei einer \u201eAltherrensitzung\u201c teilzunehmen, die sich profilieren wollen, obwohl keiner zuh\u00f6rt. Interessanter sind da die Gerichtsverhandlungen, denen man beiwohnen kann. Bisher durfte ich bei einer dabei sein. Es ging dabei um diverse Steuersachen. Inhaltlich doch recht komplex und schwer zu verstehen, aber der Richter hat sich viel Zeit genommen mir einige Dinge im Nachhinein zu erkl\u00e4ren, welche auch f\u00fcr die m\u00fcndliche Pr\u00fcfung sehr relevant sein k\u00f6nnen (Stichwort: Besetzung des Gerichts im Verwaltungsverfahren).<\/p>\n<p>Ich kann daher nur jedem empfehlen die Verwaltungsstation in einem Rechtsamt zu absolvieren. Mir hat diese Station schon am Anfang sehr viel gebracht und ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung. Ich bin gespannt, was sie doch alles f\u00fcr mich bereit h\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verwaltungsstation ist unter den Referendaren wohl nicht die beliebteste. Ger\u00fcchte \u00fcber stundenlanges Rumsitzen und Nichtstun in einem kleinen Raum kursieren immer wieder. Von vornherein wird diese Station jedenfalls meiner Meinung nach untersch\u00e4tzt. 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