{"id":9473,"date":"2014-09-25T07:02:03","date_gmt":"2014-09-25T05:02:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=9473"},"modified":"2014-09-24T15:18:11","modified_gmt":"2014-09-24T13:18:11","slug":"referendare-duerfen-nicht-mehr-alleine-vor-dem-jugendgericht-auftreten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/strafrechtsstation\/referendare-duerfen-nicht-mehr-alleine-vor-dem-jugendgericht-auftreten\/","title":{"rendered":"Referendare d\u00fcrfen nicht mehr alleine vor dem Jugendgericht auftreten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8195\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/hzbikbi.jpg\" width=\"150\" height=\"175\" \/><\/p>\n<p>Anfang des Jahres wurde das JGG mit einer Auswirkung auf die Sitzungsvertretung durch Referendare ge\u00e4ndert. Nach \u00a7 36 Abs. 2 S. 3 JGG &#8222;d\u00fcrfen Referendare die Sitzungsvertretung in Verfahren vor den Jugendgerichten nur unter Aufsicht und im Beisein eines Jugendstaatsanwalts wahrnehmen&#8220;.\u00a0Faktisch ist also in solchen Verfahren nunmehr eine Sitzungsvertretung durch Referendare ausgeschlossen. Dies kritisieren nun Staatsanwaltschaften in Niedersachsen, wie die <a href=\"http:\/\/www.hna.de\/lokales\/goettingen\/referendare-duerfen-nicht-mehr-allein-jugendgericht-3869911.html\" target=\"_blank\">Hessische \/ Nieders\u00e4chsische Allgemeine<\/a> berichtet.<!--more--><\/p>\n<p>Laut der HNA hatten sich die Staatsanwaltschaften bereits im Vorfeld gegen die \u00c4nderung des Gesetzes ausgesprochen. Seit dem 01.01.2014 ist nun aber die ge\u00e4nderte Fassung des \u00a7 36 JGG in Kraft.<\/p>\n<blockquote><p>Jetzt m\u00fcssten fertig ausgebildete und besonders qualifizierte Staatsanw\u00e4lte auch F\u00e4lle \u00fcbernehmen, die eigentlich besonders gut f\u00fcr Berufsanf\u00e4nger geeignet seien. Dies sei unverst\u00e4ndlich, weil Referendare sich oft besser in die Situation von Jugendlichen und Heranwachsenden hineinversetzen k\u00f6nnten als \u00e4ltere Kollegen.<\/p><\/blockquote>\n<p>M\u00f6glich bleiben somit f\u00fcr Sitzungsvertretungen nur Verhandlungen gegen Erwachsene. Laut der befragten Staatsanw\u00e4lte seien aber viele F\u00e4lle zu kompliziert. Die Folge:<\/p>\n<blockquote><p>Da die Referendare wegen der neuen Bestimmungen nur noch selten Sitzungstermine zugeteilt bekommen, k\u00f6nnen sie kaum praktische Erfahrungen sammeln und haben kaum mehr Gelegenheit, ein Pl\u00e4doyer zu halten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Den letzten Punkt halten wir f\u00fcr wenig schl\u00fcssig. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass die meisten Referendare nicht beim Jugendgericht eingesetzt wurden, sondern Verfahren im Erwachsenenstrafrecht als Sitzungsvertreter verhandelt haben. Auch dort gibt es eine Unmenge an kleinen Delikten wie Diebstahl oder Trunkenheit im Verkehr, die sich sehr gut f\u00fcr Referendare eignen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen uns daher kaum vorstellen, dass Referendare nach der \u00c4nderung des JGG deutlich weniger zum Sitzungsdienst eingeteilt werden als zu fr\u00fcheren Zeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang des Jahres wurde das JGG mit einer Auswirkung auf die Sitzungsvertretung durch Referendare ge\u00e4ndert. Nach \u00a7 36 Abs. 2 S. 3 JGG &#8222;d\u00fcrfen Referendare die Sitzungsvertretung in Verfahren vor den Jugendgerichten nur unter Aufsicht und im Beisein eines Jugendstaatsanwalts wahrnehmen&#8220;.\u00a0Faktisch ist also in solchen Verfahren nunmehr eine Sitzungsvertretung durch Referendare ausgeschlossen. 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