{"id":9177,"date":"2014-06-04T13:50:48","date_gmt":"2014-06-04T11:50:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=9177"},"modified":"2014-06-04T15:04:42","modified_gmt":"2014-06-04T13:04:42","slug":"unterhaltsbeihilfe-nachzahlung-fuer-referendare-aus-nrw-rueckt-naeher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/allgemein\/unterhaltsbeihilfe-nachzahlung-fuer-referendare-aus-nrw-rueckt-naeher\/","title":{"rendered":"Unterhaltsbeihilfe: Nachzahlung f\u00fcr Referendare aus NRW r\u00fcckt n\u00e4her"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8264\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/wvwrvwrtv2-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"180\" \/>In NRW hat nun das VG Minden in einem Rechtsstreit von Referendaren gegen das Land NRW verteten durch das Landesamt f\u00fcr Besoldung und Versorgung NRW zugunsten der Referendare entschieden. Hintergrund der Klage ist die derzeitige Berechnung der Beihilfe: Der Wortlaut der Verordnung besagt, dass die Beihilfe &#8222;85 v.H. des h\u00f6chsten nach dem Bundesbesoldungsgesetz gew\u00e4hrten Anw\u00e4rtergrundbetrages&#8220; betr\u00e4gt; das LBV legt aber der Berechnung der Unterhaltsbeihilfe den Anw\u00e4rtergrundbetrag des <em>Landes<\/em>besoldungsgesetzes zugrunde.<!--more--><\/p>\n<p>Das Besoldungsamt hatte argumentiert, dass das vor der F\u00f6deralismusreform in NRW geltende Bundesbesoldungsgesetz durch Landesrecht ersetzt worden sei (vgl. dazu bereits unseren <a href=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/allgemein\/nrw-berechnet-moeglicherweise-unterhaltsbeihilfe-falsch\/\" target=\"_blank\">RefNews-Bericht vom 11.06.2013<\/a>).\u00a0Mangels Gesetzgebungskompetenz des Bundes in besoldungsrechtlichen Fragen sei daher nun zwingend der h\u00f6chste Anw\u00e4rtergrundbetrag des Landesbesoldungsgesetzes als Grundlage der Berechnung heranzuziehen.<\/p>\n<p>Dem Widersprach nun das VG Minden (4 K 96\/14). Der Wortlaut der Verordnung sei eindeutig und eine Regelungsl\u00fccke liege nicht vor. Zudem habe der Landesverordnungsgeber mehrfach die M\u00f6glichkeit gehabt, den Wortlaut entsprechend anzupassen, wenn er denn tats\u00e4chlich eine Berechnung nach dem Landesbesoldungsgesetz gewollt habe. Das Gericht habe erhebliche Zweifel am Willen Verordnungsgebers, die Unterhaltsbeihilfe f\u00fcr Rechtsreferendare nach dem Landesbesoldungsgesetz zu berechnen, weil nicht anders zu erkl\u00e4ren sei, warum der Verordnungsgeber inzwischen 7,5 Jahre seit Inkrafttreten der F\u00f6deralismusreform unt\u00e4tig geblieben ist.<\/p>\n<p><strong>Auch Zahlungszeitpunkt rechtswidrig<\/strong><\/p>\n<p>Die Kl\u00e4ger erzielten dar\u00fcber hinaus einen weiteren Erfolg. Zuletzt wurde die Beihilfe f\u00fcr Rechtsreferendare stets zum 30. eines Monats ausgezahlt. Das VG Minden stellte nun fest, dass auch diese Praxis rechtswidrig sei, da die\u00a0Regelung, welche den Zahlungszeitpunkt auf den letzten Tag des Monats verlegt hatte, zum Ende des Jahres 2010 au\u00dfer Kraft getreten sei. Rechtsreferendare aus NRW d\u00fcrften daher zuk\u00fcnftig wieder zum 20. bezahlt werden, wenn eine anderweitige Regelung nicht kurzfristig verabschiedet wird.<\/p>\n<p><strong>Berufung m\u00f6glich<\/strong><\/p>\n<p>Klar ist, dass auf das Land NRW hohe Zahlungsanspr\u00fcche von Referendaren zukommen k\u00f6nnen. Es ist daher naheliegend, dass das Land Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen wird. Dies bleibt abzuwarten.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/p>\n<p>Weitergehende Infos zum Verfahren gibt es auf der eigens eingerichteten Seite der Initiatoren\u00a0<a href=\"http:\/\/unterhaltsbeihilfe.npage.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/unterhaltsbeihilfe.npage.de\/<\/a> sowie in einem ausf\u00fchrlichen Bericht der <a href=\"http:\/\/www.lto.de\/recht\/studium-referendariat\/s\/vg-minden-urteil-4-k-97-14-besoldung-referendare\/\" target=\"_blank\">LTO<\/a> zum Urteil des VG Minden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In NRW hat nun das VG Minden in einem Rechtsstreit von Referendaren gegen das Land NRW verteten durch das Landesamt f\u00fcr Besoldung und Versorgung NRW zugunsten der Referendare entschieden. 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