{"id":9068,"date":"2014-05-04T09:00:33","date_gmt":"2014-05-04T07:00:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=9068"},"modified":"2014-05-02T11:28:23","modified_gmt":"2014-05-02T09:28:23","slug":"1-examen-und-danach-wieder-einmal-ein-sprung-ins-kalte-wasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/vor-dem-referendariat\/1-examen-und-danach-wieder-einmal-ein-sprung-ins-kalte-wasser\/","title":{"rendered":"1. Examen und danach? Wieder einmal ein Sprung ins kalte Wasser! :-)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"line-height: 1.5em;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-9073\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/acdew22-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Liebe Leser, im folgenden kurzen Beitrag m\u00f6chte ich euch von der Orientierungsphase kurz nach dem Studium einen kleinen Einblick geben.<\/span><\/p>\n<p>Nach dem ersten folgenden Erfahrungsbericht aus der Zivilgerichtsstation, die Anfang Februar begann und Ende Mai ihren Abschluss findet, werde ich ein Fazit ziehen und euch wieder gerne mitteilen, wie ich mich vorbereitet habe und wie es dann tats\u00e4chlich abgelaufen ist.<!--more--> Im besten Fall kann ich dem einen oder anderen von euch, dem diese spannende Zeit noch bevorstehen wird, ein paar n\u00fctzliche Infos geben und euch auch die Nervosit\u00e4t nehmen \ud83d\ude42<\/p>\n<p><strong style=\"line-height: 1.5em;\">Nach dem Examen ist vor dem Examen\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Examensmarathon in den letzten Semestern an der Universit\u00e4t ist man zun\u00e4chst einmal heilfroh, wenn nach einem halben Jahr die Ergebnisse bekannt werden und einem bewusst wird, dass man nun das 1. Examen in der Tasche und vielleicht das mehr als zufriedenstellend \u00fcber die B\u00fchne gegangen ist\u2026<\/p>\n<p>Noch immer aufgew\u00fchlt von gemischten Gef\u00fchlen \u2013 einerseits der langsam abflachenden Anspannung der letzten Monate von H\u00f6chstleistung &#8211; \u00a0andererseits bereits mit Gedanken \u00fcber die bevorstehenden Zukunftspl\u00e4ne stehen wohl die meisten erst einmal vor der Frage: Erst einmal eine Auszeit? Oder gleich eine Doktorarbeit anh\u00e4ngen? Vielleicht doch erstmal ins Berufsleben starten und bis zum Referendariat voll berufst\u00e4tig sein?\u00a0Nun \u2013 so unterschiedlich die Entw\u00fcrfe auch sind, so individuell h\u00e4ngt diese Frage allein von der eigenen Vorstellung und Ambition ab.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich stand jedoch fest: Nach der insgesamt eineinhalbj\u00e4hrigen Phase des t\u00e4glichen 8 Std.-Lernmarathons in der Bibliothek wollte ich nun ab ins Berufsleben und am besten direkt an den Puls der Zeit, der Politik mit Schnittstelle zur Exekutive. Kurz nach dem Examen war ich dann zun\u00e4chst ein Jahr in einem Bundesministerium in Berlin t\u00e4tig (auf die Ausschreibung war ich im Internet auf der Homepage gesto\u00dfen, die ausschlie\u00dflich f\u00fcr Juristen ausgeschrieben war &#8211; zu finden sind Top-Stellen des Bundes auch \u00fcber www.bund.de). Dort konnte ich unglaublich viele und interessante neue Erfahrungen abseits der klassischen Juristenberufe sammeln und sp\u00fcrte die gro\u00dfe Umstellung, nun endlich nicht mehr nur theoretisch und wissenschaftlich zu arbeiten, sondern flexibel, \u00f6ffentlichkeitswirksam und unter allt\u00e4glichem Druck eines Ministeriums in der Pressestelle (im Leitungsstab). Au\u00dferdem durfte ich nicht nur im Leitungsstab an ganz aktuellen und dringenden Vorlagen und Stellungnahmen mitwirken, sondern auch weitere Abteilungen, unter anderem auch &#8222;Internationale Projekte und Beziehungen&#8220; hautnah kennenlernen, f\u00fcr die man dann eigenverantwortlich Projekte und eine internationale Konferenz in der Messe Berlin mitbetreuen und durchf\u00fchren durfte.<\/p>\n<p>Eine tolle Erfahrung, die ich jedem Juristen nur sehr empfehlen kann! So erf\u00e4hrt man eine gravierende Ver\u00e4nderung, eine auch unbewusste Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung und bekommt nicht zuletzt den Kopf frei von der klassischen juristischen Arbeit. Diese Energiereserven d\u00fcrften wohl bei allen nach dem Examen jedenfalls erst einmal aufgebraucht sein. Noch dazu kommt, dass man einen handfesten Einblick in die Berufswelt bekommt und sich t\u00e4glich mit neuen T\u00e4tigkeiten und auch l\u00e4ngeren Projekten besch\u00e4ftigt. Au\u00dferdem f\u00fcr jeden politisch interessierten Kollegen eine sehr spannende und auch sehr sch\u00f6ne Zeit!<\/p>\n<p>Nach einem Jahr stellte sich dann f\u00fcr mich die Frage nach einer weiteren Verl\u00e4ngerung oder dem Beginn des Referendariats. Da man als Jurist ja genau wei\u00df, welche weiteren gro\u00dfen Etappen noch bevorstehen, das 2. Examen \u2013 dann evtl. die Dissertation, ein Fachanwaltstitel oder LLM. weitere Fortbildungen und Zusatzqualifikationen, Auslandsseminare und so weiter und so fort\u2026entschied ich mich \u2013 zwar schweren Herzens, aber in der Hoffnung, mir diese T\u00fcr der Arbeit f\u00fcr die Bundesregierung offen zu halten und nach dem 2. Examen zur\u00fcckzukehren &#8211; f\u00fcr Zweiteres. Au\u00dferdem brannte mir schon die klassische T\u00e4tigkeit als Juristin bei Gericht und in einer Kanzlei unter den N\u00e4geln und die Neugierde war besonders gro\u00df \u2013 well, back to the roots\u2026:-)<\/p>\n<p>Fest stand, dass ich auch k\u00fcnftig f\u00fcr das Referendariat in Berlin bleiben wollte. Da aber diejenigen Absolventen, die nicht in Berlin studiert haben, allgemein bekannt eher sehr schlechte Karten haben, vor einer langen Wartezeit von 16 Monaten starten zu k\u00f6nnen, bewarb ich mich auch zus\u00e4tzlich in Brandenburg. Berlin und Brandenburg haben ein Gemeinsames Pr\u00fcfungsamt und schreiben auch dieselben Klausuren im Assessorexamen. Ein Pendeln mit der S-Bahn nahm ich daf\u00fcr gerne in Kauf, schlie\u00dflich kommt es auch innerhalb Berlins h\u00e4ufig vor, dass man eine Stunde von A nach B fahren muss, um zu seinem Arbeitsplatz zu kommen.<\/p>\n<p>Nach der Bewerbung begann dann wieder die Zeit des Wartens auf den Bescheid des Kammergerichts Berlin und des Oberlandesgerichts Brandenburg. An dem Tag, an dem ich den Einstellunsgbescheid aus dem Briefkasten fischte, war ich \u00a0gespannt und freute mich schon sehr auf die bevorstehende Zeit\u2026die Ausbildung am Gericht und das prozessrechtliche Arbeiten\u2026 Wie dann die ersten Wochen in der Zivilgerichtsstation an der Seite meines Einzelrichters verliefen, wie meine Erwartungen waren und ob diese vielleicht sogar noch \u00fcbertroffen wurden, erfahrt ihr im 2. Teil meines \u201eErfahrungsberichts Referendariat\u201c\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leser, im folgenden kurzen Beitrag m\u00f6chte ich euch von der Orientierungsphase kurz nach dem Studium einen kleinen Einblick geben. 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