{"id":8831,"date":"2014-03-06T07:16:24","date_gmt":"2014-03-06T06:16:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=8831"},"modified":"2014-10-20T13:13:42","modified_gmt":"2014-10-20T11:13:42","slug":"die-klausuren-sind-geschafft-auf-gehts-in-die-letzte-station","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wahlstation\/die-klausuren-sind-geschafft-auf-gehts-in-die-letzte-station\/","title":{"rendered":"Die Klausuren sind geschafft&#8230;auf geht&#8217;s in die letzte Station"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7150\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/paper.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Nach den Klausuren verging die Zeit wie im Flug, da ich doch noch einiges bis zu meiner Abreise zu organisieren hatte. Die Zeit nach den Klausuren und unmittelbar bis zum Abflug war dann auch gef\u00fcllt mit Gef\u00fchlen wie Vorfreude, schlechter Laune von den Examensklausuren und wiederrum noch mehr Vorfreude. Ab dem Moment, in dem ich im Flieger sa\u00df, war dann aber auch der allerletzte st\u00f6rende Gedanke an die Klausuren aus meinem Kopf verschwunden.<!--more--> Und mit examensbereinigtem Gehirn ging es dann in die letzte Station im Referendariat: die Wahlstation.<\/p>\n<p>Ich kam einige Tage vor Stationsbeginn an, so dass ich mich zeitlich und \u00f6rtlich noch etwas eingew\u00f6hnen konnte. Die Eingew\u00f6hnungszeit \u2013 sowohl im fremden Land, als auch auf der neuen Arbeitsstelle \u2013 erfolgte jedoch \u00fcberraschend schnell und es gefiel mir vom ersten Tag an richtig gut. Das T\u00e4tigkeitsfeld auf der Arbeit war sehr abwechslungsreich und ich hatte die M\u00f6glichkeit in viele unterschiedliche Bereiche hineinzuschnuppern, wobei der juristische Bereich nat\u00fcrlich den gr\u00f6\u00dften Teil ausmachte. In juristischer Hinsicht war es\u00a0\u00fcberwiegend zwar nichts examensrelevantes\u00a0oder etwas, was man zuvor f\u00fcr die Klausuren gelernt hatte, aber das ist es ja selten bei den einzelnen Stationen gewesen und geschrieben waren die Klausuren mittlerweile auch. In der Verwaltungsstation und Anwaltsstation habe ich z.B. auch \u00fcberwiegend Rechtsgebiete bearbeitet, die f\u00fcr das Examen v\u00f6llig irrelevant waren. Aber man lernt ja nicht immer nur f\u00fcr das Examen, sondern auch um vielleicht gerade mal Bereiche kennenzulernen, mit denen man vorher noch nicht in Ber\u00fchrung kam &#8211; die sich aber f\u00fcr die sp\u00e4tere berufliche T\u00e4tigkeit anbieten k\u00f6nnten\u2026oder man lernt auch einfach mal nur f\u00fcr das Leben \u2013 was manchmal eine Menge mehr wert sein kann. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Wahlstation habe ich erneut gemerkt, wie schnell man doch f\u00e4hig ist, sich in neue Bereiche einzuarbeiten, neue Menschen kennenzulernen und sich an eine fremde Umgebung zu gew\u00f6hnen. So \u00e4hnlich wird es beim ersten richtigen Beruf ja auch sein. Die Arbeitsbelastung empfand ich als \u201enormal\u201c, d.h. ich arbeite mich weder zu Tode, kann aber auch nicht behaupten, dass ich gar nichts zu tun gehabt h\u00e4tte und 4 Monate auf Urlaubsstation war. Ich hatte meine Urlaubstage, die ich nat\u00fcrlich auch entsprechend genommen habe (zu verschenken\u00a0bzw. verfallen zu lassen hab ich ja immerhin\u00a0auch\u00a0nichts \ud83d\ude09 ) und war ansonsten aber zu den normalen, \u00fcblichen Arbeitszeiten 5 Tage\/Woche auf der Arbeit. Arbeit gab es eigentlich immer und mal sollte etwas schneller fertig sein, mal konnte ich mir mehr Zeit lassen. Die Wochenenden habe ich allerdings umso mehr f\u00fcr Ausfl\u00fcge und Reisen genutzt als ich es in Deutschland jemals tun w\u00fcrde. Dabei spielte nat\u00fcrlich auch eine Rolle, dass die Lebenshaltungskosten und das Reisen allgemein dort im Ausland sehr viel g\u00fcnstiger waren und wenn man seine Station im Ausland absolviert, bietet es sich ja an auch kulturell\/touristisch so viel wie m\u00f6glich mitzunehmen. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Insgesamt war es eine super Zeit und ich kann jedem, der es\u00a0sowieso in Erw\u00e4gung zieht, nur empfehlen und dazu ermutigen seine Wahlstation im Ausland zu verbringen, da es (sehr wahrscheinlich) wohl f\u00fcr die meisten die allerletzte Chance sein wird f\u00fcr einen etwas l\u00e4ngeren Zeitraum (also mehr als den 1-2 w\u00f6chigen Jahresurlaub) in einem anderen Land wirklich zu leben, zu arbeiten und neue Menschen &amp; Kulturen kennenzulernen. Es\u00a0ist nicht alles rosarot\u00a0und\u00a0es gibt \u00fcberall (sei es im Inland oder Ausland) auch schwarze Seiten \u2013 aber auch die kann und sollte man ja mal erlebt haben. Es mag zudem nicht f\u00fcr jeden etwas sein f\u00fcr einige Monate ins Ausland zu gehen: wer sich gar nicht mit dem Gedanken anfreunden kann f\u00fcr\u00a0eine gewisse\u00a0Zeit\u00a0vom Partner oder Haustier getrennt zu sein (und die freie Zeit und Wochenenden eh nur am Telefon\/Skype h\u00e4ngen w\u00fcrde): der sollte es auch nicht auf Teufel komm raus \u201enur f\u00fcr den Lebenslauf\u201c (oder was ich bei einigen sonst noch f\u00fcr seltsame Gr\u00fcnde gelesen habe) machen. Das bringt niemandem was und euch selbst wahrscheinlich am Wenigsten \u2013 schlie\u00dflich ist es \u201eeure\u201c Station mit der ihr das Referendariat gut ausklingen lassen k\u00f6nnt. Aber diejenigen, die ernsthaft in Erw\u00e4gung ziehen ins Ausland zu gehen, denen kann ich nur sagen: nur zu! Es kostet einiges an Vorbereitung, aber das ist alles machbar \u2013 das haben andere auch geschafft.\u00a0\ud83d\ude42 Die \u201eperfekte\u201c Wahlstation ist f\u00fcr jeden letztlich die, was ihr selbst aus diesem freien Zeitraum macht und was euch interessiert. Es ist keine Lebensentscheidung und die Welt dreht sich\u00a0trotzdem\u00a0weiter. Ihr k\u00f6nnt euch daher nicht\u00a0&#8222;falsch&#8220; entscheiden und\u00a0solltet euch bei eurer Wahl vor allem nicht von anderen reinreden lassen, die einem erz\u00e4hlen wollen, ob die Wahlstation hier oder dort \u201esinnvoll(er)\u201c ist oder nicht: es sind (nur) 3 bzw. in Niedersachsen 4 Monate: das ist nicht viel im Vergleich zu den Jahren(!) juristischer Ausbildung die ihr bis zu diesem Zeitpunkt bereits hinter euch habt. Macht einfach, was euch Spa\u00df macht: verfolgt bereits bestehende Interessen oder Ziele und verabschiedet euch mit dieser letzten Station geb\u00fchrend vom Referendariat. In keiner anderen Station habt ihr es so sehr in der Hand euch endlich mal\u00a0aussuchen zu k\u00f6nnen wo ihr diese Zeit verbringen wollt.<\/p>\n<p>Egal ob meine Kollegen die Station im Inland oder\u00a0auch im Ausland verbracht haben, eines hatten wir alle gemeinsam: jeder hat die Wahlstation versuch f\u00fcr sich bestm\u00f6glich zu nutzen. Mit bestm\u00f6glich meine ich: entweder um ein v\u00f6lliges neues Rechtsgebiet\/Aufgabenfeld zu sehen, sein bisheriges Interessengebiet weiter zu verfolgen und\/oder aber um ggf. schonmal Kontakte bei einem potentiellen sp\u00e4teren Arbeitgeber zu kn\u00fcpfen: auch das ist eine gute Idee. Die Wahlstation hat daher aus meinem Bekanntenkreis eigentlich jeder mit als das abschlie\u00dfende Highlight im Referendariat gesehen \u2013 was wohl auch der Tatsache geschuldet war, das man sehr viel entspannter in die Station gehen konnte, da das schriftliche\u00a0Examen und damit der gro\u00dfe Brocken (der bis dahin immer wie ein Damoklesschwert \u00fcber einem schwebte) hinter einem lag&#8230;auch wenn man noch nicht wusste, wie man abgeschnitten\u00a0bzw. ob man \u00fcberhaupt bestanden hat: aber es war immerhin erstmal geschrieben.<\/p>\n<p>Gegen Ende der Wahlstation begann dann\u00a0zwar so langsam die Erkenntnis\u00a0&#8222;ach, da war ja noch was &#8211; du hast ja vor einigen Monaten Examensklausuren geschrieben&#8220; wieder aufzulodern.\u00a0Der Termin der Klausurergebnisbekanntgabe r\u00fcckte n\u00e4her. Einige Kollegen fingen an sich verr\u00fcckt zu machen, andere waren in v\u00f6lliger Trance und wiederum andere fuhren eine Strategie, die ich auch f\u00fcr mich entdeckte und gut verfolgte: Verdr\u00e4ngung bis zum Letzten. \ud83d\ude00 Auch wenn es in Niedersachsen keinen festen Termin f\u00fcr die Notenbekanntgabe gibt (von einer Liste wie sie in einigen L\u00e4ndern vorbildlich existiert ganz zu schweigen), konnte man anhand der vorherigen Durchg\u00e4nge\u00a0in etwa absch\u00e4tzen, wann es wohl so weit sein wird und die Briefe rausgehen. Auf jeden Fall sollten die Ergebnisse im Februar kommen&#8230;und das taten sie auch. Dazu mehr in meinem n\u00e4chsten Beitrag.<\/p>\n<p>Und damit beende ich diesen Beitrag \u00fcber die Wahlstation\u00a0mit einem bekannten Spruch von St. Augustine of Hippo (\u201e<em>The world is a book, and those who don&#8217;t travel only read one page<\/em>.\u201d) in leicht abgewandelter Form. Meine Empfehlung\u00a0f\u00fcr die Wahlstation:<\/p>\n<p><em>The Sch\u00f6nfelder is a book, and those who don&#8217;t enjoy their Wahlstation only read paragraphs<\/em>. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>In diesem Sinne: man liest sich. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Eure Emily*<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach den Klausuren verging die Zeit wie im Flug, da ich doch noch einiges bis zu meiner Abreise zu organisieren hatte. Die Zeit nach den Klausuren und unmittelbar bis zum Abflug war dann auch gef\u00fcllt mit Gef\u00fchlen wie Vorfreude, schlechter Laune von den Examensklausuren und wiederrum noch mehr Vorfreude. 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