{"id":8800,"date":"2014-02-21T07:24:07","date_gmt":"2014-02-21T06:24:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=8800"},"modified":"2014-02-20T16:50:18","modified_gmt":"2014-02-20T15:50:18","slug":"start-in-der-anwaltskanzlei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/anwaltsstation\/start-in-der-anwaltskanzlei\/","title":{"rendered":"Start in der Anwaltskanzlei"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"background: none;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-7558\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/MP900309640-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Mit gro\u00dfen Schritten geht es weiter &#8211; seit zwei Wochen darf ich einen Schreibtisch in einem Doppelb\u00fcro einer Frankfurter Kanzlei mein Eigen nennen! Ich sage euch, das ist ein ganz neues, wirklich besonderes Gef\u00fchl! Bisher geh\u00f6rte ich zu der Sorte Referendare, die in ihrem Stationen immer einen Stapel Akten in die Hand gedr\u00fcckt bekamen, um sie zu Hause zu bearbeiten und anschlie\u00dfend nach erf\u00fcllter Aufgabe fertig wieder zur\u00fcck zu bringen.<!--more--> Jetzt gibt es im hell durchfluteten B\u00fcroraum, den ich mir mit einer anderen Referendarin teile, einen gro\u00dfen Schreibtisch mit Laptop und zus\u00e4tzlichem gr\u00f6\u00dferen Monitor, auf dem ich mich ausbreiten und auch abends alles stehen und liegen lassen kann. (Im Gegensatz zur bisherigen Zeit ist es in der Kanzlei Referendaren strengstens untersagt, Akten mitzunehmen.)<\/span><\/p>\n<p><span style=\"background: none;\">Der Auftakt war sehr gut. Am ersten Tag bin ich von der Assistentin meines Ausbilders in Empfang genommen, bekam mein B\u00fcro gezeigt, wurde mit der zu nutzenden Technik vertraut gemacht und anschlie\u00dfend bei einem ausgiebigen Rundgang den zahlreichen Kollegen vorgestellt. Zugegeben, ich konnte mir die wenigsten Namen merken, aber immerhin hat mich so jeder schon mal gesehen, sodass niemand verwundert ist, wenn ich \u00fcber den Flur laufe. Die Atmosph\u00e4re in der Kanzlei ist sehr angenehm &#8211; die T\u00fcren sind eigentlich immer alle offen, auf dem Flur wird immer freundlich gegr\u00fc\u00dft und die Kollegen sind (so gut wie) alle per Du. Die Assistentin sagte mir gleich, dass bei Ihnen normal w\u00e4re, dass jedenfalls die Referendare und die Assistentinnen aufgrund gleichen Alters sich dutzen. Auch mein Ausbilder bot mir direkt bei der Begr\u00fc\u00dfung das &#8222;Du&#8220; an und schnell merkte ich, dass das f\u00fcr alle Anw\u00e4lte in meinem Team galt. Nachdem die ersten H\u00fcrden bei der Anmeldung eines neuen Nutzeraccounts im Intranet genommen und ich die Nutzung der kanzleiinternen Aktenbearbeitung erkl\u00e4rt bekommen hatte, bekam ich eine erste Recherche-Aufgabe. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"background: none;\">Eine eigene Kantine gibt es in der Kanzlei nicht, aber da sie ziemlich zentral in der Frankfurter Stadtmitte liegt, ist es \u00fcblich, mittags dort Essen zu gehen. Da an meinem ersten Tag wegen Gerichtsterminen allerdings nur wenige Kollegen zur Mittagszeit im Haus waren, ging ich gemeinsam mit meinem Ausbilder essen. Er schlug ein Bistro in unmittelbarer N\u00e4he vor, das diverse Mittagsangebote hatte. W\u00e4hrend der St\u00e4rkung interessierte er sich f\u00fcr meine Freizeitaktivit\u00e4ten und Zukunftspl\u00e4ne und ich befragte ihn zu seinem pers\u00f6nlichen Werdegang, sowie den Gepflogenheiten im Team. Gut gest\u00e4rkt und eine gro\u00dfz\u00fcgige Zeigerumdrehung sp\u00e4ter, lie\u00df er es sich nicht nehmen, mich einzuladen, bevor wir uns auf den Weg zur\u00fcck ins B\u00fcro machten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"background: none;\">Die n\u00e4chste Aufgabe war schon etwas herausfordernder &#8211; ich sollte Anfragen zu Besonderheiten bei grenz\u00fcberschreitenden Vertr\u00e4gen pr\u00fcfen und die entsprechende englische eMail auch in englisch beantworten. Bald drauf war es drau\u00dfen schon wieder dunkel und als die Aufgabe erledigt war, durfte ich meinen ersten Arbeitstag beenden und den Heimweg antreten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"background: none;\">Am n\u00e4chsten Morgen lernte ich dann meine B\u00fcrokollegin kennen. Es war noch relativ ruhig auf dem Flur, alle trudelten erst so nach und nach ein. Auff\u00e4llig war jedoch, dass der erste Weg bei fast jedem zun\u00e4chst zur Kaffeemaschine f\u00fchrte. Es gibt einen Vollautomaten, der von hei\u00dfem Wasser oder hei\u00dfer Schokolade \u00fcber Cappuccino bis zum Kaffee alles denkbare in diversen Gr\u00f6\u00dfen bereith\u00e4lt. F\u00fcr die Liebhaber von Kaltgetr\u00e4nken gibt es auch einen K\u00fchlschrank mit einem reichhaltigen Angebot an S\u00e4ften, Softdrinks und Sprudel. Das beste daran &#8211; man darf sich kostenfrei bedienen! <\/span><\/p>\n<p><span style=\"background: none;\">Am zweiten Tag bekam ich die erste &#8222;echte&#8220; Akte, zu der ich zur letzten Anfrage des Gerichts eine Antwort verfassen sollte &#8211; selbstverst\u00e4ndlich nachdem ich die sinnvollste Fortsetzung des Verfahrens \u00fcberpr\u00fcft hatte. So langsam war es allen bewusst, dass endlich wieder eine Referendarin da ist und so nach und nach standen die Kollegen bei uns im B\u00fcro und brachten mir Arbeitsauftr\u00e4ge. <span style=\"background: none;\">Die Aufgaben, die ich bisher bekommen habe, streiften unterschiedliche juristische Themengebiete, mussten mal auf deutsch oder auch englisch erledigt werden und lassen sich in kurzfristige Rechercheauftr\u00e4ge oder eMail-Beantwortungen, sowie etwas l\u00e4ngerfristige Stellungnahmen zum aktuellen Stand des Verfahrens und sinnvoller Weiterf\u00fchrung oder das Erstellen eines Schriftsatzes unterscheiden. Ich bin gespannt, wie es in den n\u00e4chsten Tagen und Wochen weitergeht und was f\u00fcr Einblicke ich in die anwaltliche T\u00e4tigkeit und die juristischen Themengebiete bekommen werden.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"background: none;\">Im weiteren Verlauf der Woche bekam ich dann noch eine Einf\u00fchrung in die Kanzlei-Bibliothek, deren Online-Auftritt und die M\u00f6glichkeiten zur Literaturbeschaffung oder Einsicht in Formular-DVDs.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"background: none;\">Die ersten zwei AG-Stunden hatte ich nat\u00fcrlich mittlerweile auch schon &#8211; allerdings muss ich da zugeben, dass ich in den letzten drei Monaten (die ich ja in Speyer verbrachte, w\u00e4hrend die anderen aus der hiesigen AG ihre Zeit beim Anwalt schon begannen) viel verpasst habe, sodass es mir schwer fiel, dem Unterricht zu folgen&#8230; ich hoffe, dass ich da irgendwann den Anschluss wieder finde, jetzt habe ich mir erstmal die ganzen bisherigen Unterlagen kopiert, aber das will nat\u00fcrlich alles auch noch gelernt und nicht nur abgeheftet werden&#8230; <\/span><\/p>\n<p><span style=\"background: none;\">Mein guter Vorsatz, ab der Zeit in der Kanzlei auch einen Klausurenkurs zu machen bleibt (vorerst) wohl unerf\u00fcllt, denn direkt zu Beginn habe ich es nicht geschafft, mir die Zeit zu nehmen und nach den ersten AG-Stunden setzte ich das L\u00fcckenf\u00fcllen ganz oben auf die Agenda. Insgesamt muss ich aber zugeben, dass die Zeit wirklich rar ist &#8211; so ein Tag in der Anwaltskanzlei ist verdammt lang, dann kommt noch die Fahrtzeit dazu und wenn ich abends daheim bin, ist nicht mehr viel mit Lernen, denn da bin ich ziemlich platt&#8230;<\/span><\/p>\n<p><span style=\"background: none;\">Gestern gab der Briefkasten ein Schreiben des JPA zur Anfertigung der Aufsichtsarbeiten preis &#8211; schwarz und fettgedruckt sprangen mir die Daten meiner Examensklausuren entgegen &#8211; da wurde mir so richtig klar, dass es nicht mehr so weit weg ist, wie ich mir bisher immer eingeredet habe &#8230; und noch viel zu viele Wege durch den Dschungel zugewachsen oder g\u00e4nzlich unerkannt sind&#8230; (nat\u00fcrlich wei\u00df ich schon ziemlich lange, wann meine Klausuren anstehen, aber es so schwarz auf wei\u00df in den H\u00e4nden zu halten ist doch nochmal etwas ganz anderes&#8230;!)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit gro\u00dfen Schritten geht es weiter &#8211; seit zwei Wochen darf ich einen Schreibtisch in einem Doppelb\u00fcro einer Frankfurter Kanzlei mein Eigen nennen! Ich sage euch, das ist ein ganz neues, wirklich besonderes Gef\u00fchl! Bisher geh\u00f6rte ich zu der Sorte Referendare, die in ihrem Stationen immer einen Stapel Akten in die Hand gedr\u00fcckt bekamen, um [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":44,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[48,119],"tags":[],"class_list":["post-8800","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anwaltsstation","category-hessen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8800","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/44"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8800"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8800\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8812,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8800\/revisions\/8812"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8800"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8800"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8800"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}