{"id":8786,"date":"2014-02-19T08:26:48","date_gmt":"2014-02-19T07:26:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=8786"},"modified":"2014-02-17T15:41:27","modified_gmt":"2014-02-17T14:41:27","slug":"und-da-ist-ploetzlich-die-erste-station-schon-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/zivilrechtsstation\/und-da-ist-ploetzlich-die-erste-station-schon-vorbei\/","title":{"rendered":"Und da ist pl\u00f6tzlich die erste Station schon vorbei&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-8795\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Ende-der-Zivilrechtsstation-150x150.png\" width=\"150\" height=\"160\" \/>&#8222;Die Examensvorbereitung beginnt am heutigen Tag!&#8220; Das ist einer der S\u00e4tze, die mir aus der allerersten AG-Stunde genau in Erinnerung geblieben ist. \u00a0Nat\u00fcrlich hat man den AG-Leiter bel\u00e4chelt und sich lieber an den Erfahrungsberichten befreundeter Referendare orientiert, dass es eine ziemlich entspannte Zeit sei, die das Referendariat so bereit h\u00e4lt. Nachdem ich die Zivilstation nun seit Ende Januar abgeschlossen habe, muss ich gestehen, dass die Wahrheit wie so oft dazwischen liegt.<!--more--><\/p>\n<p>Was die AG betrifft, so waren vor allem die Tage vor den drei zu schreibenden Klausuren sehr arbeitsintensiv und die Klausuren auch wirklich anspruchsvoll. Nat\u00fcrlich war man vom Arbeitspensum weit entfernt von dem, was man kurz vor dem ersten Examen hatte, aber viele aus der AG mussten sich auch erst einmal wieder an das Lernen gew\u00f6hnen, weil sie einige Zeit zwischen m\u00fcndlicher Pr\u00fcfung und dem Beginn des Refs hatten. Gl\u00fccklicherweise hatten wir einen AG-Leiter, der zun\u00e4chst viel Wert auf das Erlernen der Methoden gelegt hat. In Niedersachsen ist sowohl die Relation als auch das Urteil examensrelevant. Da sich die Ausarbeitungen in der AG und beim Ausbilder doch ziemlich voneinander unterschieden haben, hatte ich zun\u00e4chst den Eindruck, dass ich viel zu wenig \u00dcbung habe und die ersten Relationen gingen doch recht schwer von der Hand. Daher habe ich es als super gute \u00dcbung empfunden, fr\u00fch mit dem Klausurenkurs am Landgericht zu beginnen. Schon nach etwas mehr als zwei Monaten bot sich die erste Gelegenheit, eine solche Klausur zu schreiben. Es war eine ziemlich wilde Konstruktion und das Ergebnis vielleicht auch eher ern\u00fcchternd, aber \u00dcbung soll ja den Meister machen. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Die Arbeit bei meinem Ausbilder am Amtsgericht war dagegen aus meiner Sicht eher entspannt. Im Durchschnitt hatte ich eine Akte pro Woche zur Bearbeitung, wobei mein Ausbilder mir direkt zu Beginn gesagt hatte, dass es auch \u00fcberhaupt nicht schlimm sei, wenn ich f\u00fcr eine Sache mal l\u00e4nger brauchen w\u00fcrde. Er war da wirklich sehr nett und entgegenkommend, was meine Zeitplanung anbetraf. Die war n\u00e4mlich zum Teil und vor allem im Dezember ziemlich straff, da ich in den letzten Z\u00fcgen meiner Doktorarbeit lag und diese Anfang Januar abgeben musste (in einem der kommenden Beitr\u00e4ge werde ich mal ein bisschen was zur Kollision von Referendariat und Doktorarbeit schreiben). Zum Gl\u00fcck hat mein Ausbilder im Hinblick darauf wirklich viel R\u00fccksicht auf mich genommen. Am Ende der Station standen dann 10 Akten auf meinem &#8222;Bearbeitungskonto&#8220;. Ich denke, dass das so der Durchschnitt dessen ist, mit dem wir aus der AG am Landgericht in Osnabr\u00fcck konfrontiert wurden. Nat\u00fcrlich gab es auch einige Extreme nach oben, die pro Woche mindestens zwei Akten auf dem Schreibtisch hatten. Was etwas schade war, war die Tatsache, dass mein Ausbilder immer montags Sitzungstag hatte, wir aber an sehr vielen Montagen AG hatten. Das hatte zur Folge, dass ich nur sehr wenige Male an den Verhandlungstagen teilnehmen konnte, weil die Teilnahme an der AG vorgeht.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Highlight der Zivilstation wartete dann in der allerletzten Woche auf mich: das Durchf\u00fchren einer Beweisaufnahme. Gl\u00fccklicherweise war es in einer Sache, die aufgrund des geringen Streitwerts nicht berufungsf\u00e4hig war und deshalb lediglich die Angaben zur Person diktiert werden mussten.Dem &#8222;Monster: Diktierger\u00e4t&#8220; bin ich also fast vollst\u00e4ndig entkommen. Aber alle aus der AG, die diktieren mussten, haben es auch hinbekommen. Davon sollte man sich wohl einfach nicht so verr\u00fcckt machen lassen.<\/p>\n<p>Schlussendlich muss ich gestehen, dass die Examensvorbereitung in meinem Kopf mal noch so gar nicht begonnen hat, was zur Folge hat, dass der Umfang meiner Karteikartensammlung zur Zivilstation sich doch eher in Grenzen h\u00e4lt. Aber mit dem Beginn der Strafrechtsstation Anfang diesen Monats habe ich mir auch gute Vors\u00e4tze auf den Plan geschrieben und ich hoffe, dass die nicht allzu schnell \u00fcber Bord geworfen werden \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Also, ist an dem allerersten Satz des Beitrags wohl in der Theorie viel Wahres dran, aber wie uns das Referendariat ja auch zeigen soll, sieht die Praxis oft anders aus!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die Examensvorbereitung beginnt am heutigen Tag!&#8220; Das ist einer der S\u00e4tze, die mir aus der allerersten AG-Stunde genau in Erinnerung geblieben ist. \u00a0Nat\u00fcrlich hat man den AG-Leiter bel\u00e4chelt und sich lieber an den Erfahrungsberichten befreundeter Referendare orientiert, dass es eine ziemlich entspannte Zeit sei, die das Referendariat so bereit h\u00e4lt. 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