{"id":851,"date":"2022-06-21T02:06:01","date_gmt":"2022-06-21T02:06:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=851"},"modified":"2023-08-02T13:59:18","modified_gmt":"2023-08-02T11:59:18","slug":"das-buch-der-buecher-der-palandt-und-sein-namensgeber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/zivilrechtsstation\/das-buch-der-buecher-der-palandt-und-sein-namensgeber\/","title":{"rendered":"Das Buch der B\u00fccher: Der &#8222;Palandt&#8220; und sein Namensgeber"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4283\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2009\/07\/vlouvuzv.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"165\" \/>Ein Buch begleitet uns vom kleinen BGB-Schein (so hie\u00df das damals noch bei mir \ud83d\ude42 ) im 2. Semester bis zur Z IV Klausur im 2. Staatsexamen: Der Beck\u00b4sche Kurzkommentar zum BGB\u00a0 &#8211; der &#8222;Palandt&#8220; (wie der Name Kurzkommentar hierzu passen soll, frage ich mich bis heute, liegt wohl an den Abk\u00fcrzungen&#8230;).<\/p>\n<p>Wie auch immer, unser BGB-Kommentar namens Palandt ist 2008 Jahr ganze 70 Jahre alt geworden und\u00a0genau so viele Auflagen gibt es mittlerweile auch. <!--more--><\/p>\n<p>Dass Otto Palandt lediglich der Namensgeber war und sonst keine Kommentierungen verfasste, ist hinreichend bekannt. Denn w\u00e4re nicht ein tragischer Autounfall dazwischen gekommen, hie\u00dfe der Palandt heute vermutlich &#8222;Wilke&#8220;! Das war der Name des eigentlichen ersten Herausgebers, der kurz vor Erscheinen verstarb und durch einen anderen seinerzeit von der Mehrheit als bedeutend zu betrachtenden Juristen ersetzt werden musste. Hierzu wurde Otto Palandt erkoren, der im Jahre 1938 aufgrund seiner Position als Pr\u00e4sident des Reichspr\u00fcfungsamtes und der Mitgliedschaft in der NSDAP eine hinreichende Pers\u00f6nlichkeit darstellte &#8211; so die Auffassung damals!\u00a0 Ziel war es, dass die Kommentierung nationalsozialistisches Gedankengut ber\u00fccksichtigte. Die erste Auflage des Palandt war so schnell vergriffen, dass innerhalb einiger Monate schon die zweite Auflage erschien.<\/p>\n<p>Wie schon oben gesagt, war Otto Palandt Pr\u00e4sident des Reichspr\u00fcfungsamts, zu diesen Zeiten w\u00e4re es sicherlich schwierig bis unm\u00f6glich gewesen, als Frau das Jurastudium zu absolvieren, denn Palandt war verantwortlich f\u00fcr das Gesetz zur \u00c4nderung der Rechtsanwaltsordnung, was besagte, dass Frauen nicht mehr zur Anwaltschaft zugelassen werden.<\/p>\n<p>Auch nach dem zweiten Weltkrieg blieb Otto Palandt Herausgeber des Kommentars starb aber kurze Zeit sp\u00e4ter im Jahre 1951. Auch die weiteren Kommentatoren wurden nicht ausgetauscht, es w\u00e4re sicherlich interessant zu sehen, ob es ohne Auswechslung tats\u00e4chlich gelungen ist, das nationalsozialistische Gedankengut vollst\u00e4ndig zu entfernen.<\/p>\n<p>So wenig glorreich ist leider die Geschichte um Otto Palandt, dem Namensgeber der bedeutendsten deutschen BGB-Kommentierung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Buch begleitet uns vom kleinen BGB-Schein (so hie\u00df das damals noch bei mir \ud83d\ude42 ) im 2. Semester bis zur Z IV Klausur im 2. Staatsexamen: Der Beck\u00b4sche Kurzkommentar zum BGB\u00a0 &#8211; der &#8222;Palandt&#8220; (wie der Name Kurzkommentar hierzu passen soll, frage ich mich bis heute, liegt wohl an den Abk\u00fcrzungen&#8230;). 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