{"id":8203,"date":"2013-08-19T17:35:58","date_gmt":"2013-08-19T15:35:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=8203"},"modified":"2013-08-19T17:37:28","modified_gmt":"2013-08-19T15:37:28","slug":"baden-wuerttemberg-kautelarklausuren-ab-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/examen\/baden-wuerttemberg-kautelarklausuren-ab-2015\/","title":{"rendered":"Baden-W\u00fcrttemberg: Kautelarklausuren ab 2015!"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-8204\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/08\/kautelarjuristische-klausuren-im-zivilrecht-150x150.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Wir wurden von einem Referendar darauf aufmerksam gemacht, dass nun auch Baden-W\u00fcrttemberg ab dem Jahr 2015 &#8211; verst\u00e4rkt &#8211; rechtsgestaltende Klausuren im 2. Examen als Aufgaben stellen m\u00f6chte. Vielen Dank f\u00fcr diesen Hinweis!<\/p>\n<p>Gegenstand solcher Kautelarklausuren k\u00f6nnen beispielsweise sein: Die Formulierung eines Vergleichs, die Formulierung von AGB oder die Formulierung eines Testaments.<!--more--><\/p>\n<p>Das Pr\u00fcfungsamt in Baden-W\u00fcrttemberg weist die Referendare in einem Schreiben darauf hin, dass nach \u00a7\u00a050 Abs. 3 Satz 2 JAPrO B.-W rechtsgestaltende Klausuren als Aufgabentyp bereits jetzt zul\u00e4ssiger Gegenstand des 2. Examens ist, das Pr\u00fcfungsamt diesen Klausurtyp aber ab 2015 verst\u00e4rkt stellen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Wie wir bereits mehrfach in den RefNews berichteten (zB zu <a href=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/nrw\/kautelarklausuren-nur-noch-1-jahr-schonfrist-in-nrw\/\">NRW<\/a> bzw auch dem <a href=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/hamburg\/gpa-kautelarklausuren-ab-juni-2014-moeglich\/\">GPA-Bezirk<\/a>), haben sich die Pr\u00e4sidenten der Landesjustizpr\u00fcfungs\u00e4mter mehrheitlich daf\u00fcr ausgesprochen, verst\u00e4rkt Kautelarklausuren zu stellen. Grund daf\u00fcr sei, dass diese Aufgaben auch in der anwaltlichen Praxis h\u00e4ufig Gegenstand von Auftr\u00e4gen seien und demnach das Examen sich n\u00e4her an der anwaltlichen Praxis orientiere.<\/p>\n<p>Zum neuen Aufgabentyp gibt es auch ein Infoblatt der Oberlandesgerichte Stuttgart und Karlsruhe mit folgendem Inhalt:<\/p>\n<blockquote><p>Die Klausuren der Zweiten juristischen Staatspr\u00fcfung haben nach \u00a7 50 Abs. 3 Satz 2 JAPrO B.-W in angemessenem Umfang rechtsgestaltende Elemente zu enthalten. Nachfolgend finden sich einige Hinweise, was aus Sicht der Oberlandesgerichte hier auf Examenskandidatinnen und Kandidaten zukommen kann:<\/p>\n<p>Kautelarjuristische Aufgaben d\u00fcrften nur die Bereiche Zivilrecht und \u00d6ffentliches Recht betreffen. Beispielsweise k\u00f6nnte verlangt werden:<br \/>\n&#8211; Gestaltung eines kleinen (auch \u00f6ffentlich-rechtlichen) Vertrages bzw. von Vertragsklauseln;<br \/>\n&#8211; Formulierung eines Vergleichs (wie aus der Zivilstation bekannt; etwa mit einer Ratenzahlungsvereinbarung oder eine Verfallsklausel);<br \/>\n&#8211; Formulierung einer R\u00fccktritts- oder K\u00fcndigungserkl\u00e4rung;<br \/>\n&#8211; Formulierung einer Abmahnung (Wettbewerbsversto\u00df);<br \/>\n&#8211; Formulierung eines Testaments (etwa ein Berliner Testament) oder eines Erbvertrages;<br \/>\n&#8211; Formulierung einer strafbewehrten Unterlassungserkl\u00e4rung bei ehrverletzenden Behauptungen.<\/p>\n<p>Geeignet f\u00fcr kautelarjuristische Elemente sind vor allem rechtsgestaltende Anwaltsklausuren, die mit einem Gutachten zur Rechtslage beginnen und darauf aufbauende Zweckm\u00e4\u00dfigkeitserw\u00e4gungen verlangen. Hier lie\u00dfe sich am Ende ein rechtsgestaltendes Element anf\u00fcgen (etwa die Formulierung eines Vergleichsvorschlages an die Gegenseite nach Abw\u00e4gung bestehender Prozessrisiken). Ein Mandantenschreiben d\u00fcrfte wegen des Umfangs und der f\u00fcr einen Pr\u00fcfer schwierigen Bewertung wohl nicht verlangt werden.<\/p>\n<p>Es ist zu erwarten, dass rechtsgestaltende Elemente regelm\u00e4\u00dfig weniger als 50% des Klausurumfangs ausmachen und keine Spezialkenntnisse erforderlich sind. Reine kautelarjuristische Klausuren d\u00fcrfte es zun\u00e4chst nicht geben, da der Klausurtypus in Baden-W\u00fcrttemberg noch zu wenig bekannt ist.<\/p>\n<p>Kautelarjuristische Aufgaben beziehen sich regelm\u00e4\u00dfig nicht auf entlegene Rechtsgebiete. Vorrangig haben sie praxisnahe Fragen aus dem Kernstoff zum Gegenstand (etwa dem Schuld- oder Sachenrecht). Deshalb sind auch nicht diejenigen Kandidatinnen und Kandidaten im Vorteil, die rechtsgestaltungsnahe Schwerpunktbereiche gew\u00e4hlt haben (wie zum Beispiel Familien- und Erbrecht.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir wurden von einem Referendar darauf aufmerksam gemacht, dass nun auch Baden-W\u00fcrttemberg ab dem Jahr 2015 &#8211; verst\u00e4rkt &#8211; rechtsgestaltende Klausuren im 2. Examen als Aufgaben stellen m\u00f6chte. Vielen Dank f\u00fcr diesen Hinweis! 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