{"id":7790,"date":"2013-05-21T12:25:20","date_gmt":"2013-05-21T10:25:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=7790"},"modified":"2013-05-21T12:25:27","modified_gmt":"2013-05-21T10:25:27","slug":"alles-neu-macht-der-mai-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/strafrechtsstation\/alles-neu-macht-der-mai-2\/","title":{"rendered":"Alles neu macht der Mai &#8230; ?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6651\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2012\/10\/vuvukmoi1.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass der Mai ein ganz gem\u00fctlicher Monat werden d\u00fcrfte. Immerhin waren einige Feiertage in Aussicht und die meisten Wochen damit verk\u00fcrzt. Allerdings sollte sich das als ein Trugschluss heraus stellen &#8211; aufgrund der vielen Feier- und Br\u00fcckentage hatten viele Urlaub genommen und waren nicht im Haus. Die Sitzungsliste versuchte h\u00e4nderingend Leute zu finden, die Sitzungsdienste \u00fcbernehmen.<!--more-->\u00a0So wurde ich\u00a0(und auch diverse AG-Kollegen) mehrfach am Tag an angerufen, um umzudisponieren und zu fragen, ob man nicht hier und da noch einen Sitzungsdienst \u00fcbernehmen k\u00f6nne&#8230; wir wurden wahllos eingeteilt, teilweise in Amtsgerichte am komplett anderen Ende des Bezirks &#8211; gemessen am eigenen Aufenthaltsort &#8211; sodass wir sehr lange Anfahrtswege hatten. Ein Sitzungsdienst pro Woche ist ok, mal einen zweiten l\u00e4sst man sich vielleicht ausnahmsweise auch noch gefallen, aber wenn der Anruf kommt, ob man einen dritten Dienst \u00fcbernehmen w\u00fcrde, dann d\u00fcrfte wohl auch der letzte Referendar an sein Limit kommen. Immerhin m\u00fcssen die Akten ja auch noch irgendwann vorbesprochen werden&#8230;(und AG, Einzelausbildung fallen auch nicht weg). In den letzten Wochen haben wir also gelernt, auch mal nein zu sagen und nicht nur im Stillen \u00fcber die zumindest f\u00fcr uns nicht nachvollziehbaren Einteilungen zu schimpfen. Warum muss jemand, der in Heidelberg wohnt, in Langen Sitzungsdienst machen? Da ist nun wirklich jedes andere AG n\u00e4her! Und so mancher aus Dieburg wurde in den Odenwald eingeteilt, w\u00e4hrend andere Referendare bisher nur einen einzigen Sitzungsdienst gemacht haben und seitdem \u00fcberhaupt nichts mehr von der Sitzungsliste geh\u00f6rt haben, also vollends verschont wurden. Ich muss zugeben, so ganz nachvollziehbar ist diese Einteilung f\u00fcr mich wirklich nicht&#8230;. die Kr\u00f6nung des ganzen ist dann noch, dass es nicht vorgesehen scheint, dass wir Fahrtkostenerstattung f\u00fcr die Anreise zu den Amtsgerichten bekommen. Zumindest war die Reaktion von der AG Leitung totales Unverst\u00e4ndnis, wie wir \u00fcberhaupt auf die Idee kommen k\u00f6nnten, nach Kostenersatz zu fragen &#8211; immerhin sei das Teil der Arbeit, das sei doch klar gewesen&#8230; an dem Thema bleiben wir allerdings dran, denn von dem doch eher geringen Referendarsgehalt, auch noch die Bus&amp;Bahn Tickets zu den jeweiligen AGs zu berappen macht sich schon bemerkbar, wenn man h\u00e4ufig in so entlegene Orte geschickt wird&#8230;<\/p>\n<p>In der AG haben wir die erste Klausur wiederbekommen, die nach den &#8222;Streicheleinheiten&#8220;, die in Form von grandiosen zweistelligen Noten f\u00fcr Aktenvortr\u00e4ge und Referate daherkamen, sehr ern\u00fcchternd war. Zwar landete kaum jemand unterm Strich, aber wirklich weit dr\u00fcber springen konnte auch niemand&#8230; was aber mit Sicherheit auch dem Umstand geschuldet ist, dass bisher einfach die Klausurenpraxis fehlt. Ich habe mir fest vorgenommen, ab Juni dann auch mal den Klausurenkurs zu besuchen, der am Landgericht in Darmstadt angeboten wird, um dann bei den n\u00e4chsten AG Klausuren hoffentlich etwas erfreulicheres Echo zu bekommen.<\/p>\n<p>Ansonsten war Mitte Mai noch die JuraCon in Frankfurt, wo ich mit ein paar Mitrefis die &#8222;Jagd&#8220; auf einen Platz f\u00fcr die Anwaltsstation er\u00f6ffnet habe. Es gab einige ganz interessante Vortr\u00e4ge mit Tipps f\u00fcr die Vorbereitung auf das 2. Examen von einem langj\u00e4hrigen und dauerhaften Pr\u00fcfer in Hessen, der von der Herangehensweise beim Durchsehen einer Arbeit berichtete und Tods\u00fcnden darbot, wie ein Kandidat es sich direkt in der 1. Minute beim Pr\u00fcfer verscherzen kann, wenn die simpelsten Formalien nicht eingehalten werden, die Seite zerkn\u00fcllt, die Schrift nicht leserlich oder in rosa daher kommt&#8230; gut, alles eigentlich banal und nichts neues, aber offensichtlich kommt es dennoch nicht selten vor&#8230; ansonsten gab es dann aber auch ein paar inhaltliche Tipps f\u00fcr das Zeitmanagement, Rettungsanker bei v\u00f6lliger Ahnungslosigkeit und dergleichen. An den Messest\u00e4nden der Kanzleien und Unternehmen konnte ich einige Kurzbewerbungen loswerden und hoffe jetzt mal, dass sich da vielleicht etwas ergibt in der n\u00e4chsten Zeit&#8230;<\/p>\n<p>Die Verwaltungsstation steht mittlerweile auch fest, zwar habe ich die endg\u00fcltige Zuweisung noch nicht im Briefkasten gehabt, aber den Fragebogen dazu hatte ich dann vor 2-3 Wochen endlich ausgef\u00fcllt, nachdem ich lange nicht sicher war, was ich f\u00fcr die Station eigentlich will. Ich muss zugeben, dass ich mich auf diese Station am wenigsten freue, weil ich bereits w\u00e4hrend des Studiums zwei Verwaltungspraktika machen musste und davon wohl noch immer ein Trauma habe. Es war wirklich schrecklich, t\u00e4glich 8 Stunden in der Beh\u00f6rde abzusitzen, unterm Strich aber recht wenig zu tun zu haben und viel Zeit zu vertr\u00f6deln, sodass die Zeiger der Uhr oft den Anschein erweckten, still zu stehen&#8230; M\u00f6glicherweise ein verquertes Bild, weil ich Ausbilder hatte, die mich vielleicht wenig einbezogen. Jedenfalls hatte ich mir dann erst \u00fcberlegt, dass ich gerne eine Stelle am Schnittpunkt zum Wirtschaftsrecht h\u00e4tte &#8211; IHK, Kammern der Berufsst\u00e4nde, etc &#8211; und hatte da auch mehrere Zusagen, wobei ich \u00fcberall 4 Tage die Woche h\u00e4tte kommen m\u00fcssen und es leider alles mit t\u00e4glich weiter Fahrerei verbunden gewesen w\u00e4re. Letztlich war es dann also doch die Bequemlichkeit, die mich dazu brachte, die Stelle in der Beh\u00f6rde vor Ort anzunehmen, bei der mir in Aussicht gestellt wurde, dass es keinen eigenen Arbeitsplatz f\u00fcr Referendare g\u00e4be und es deshalb bei Ihnen nicht un\u00fcblich ist, dass die Akten mit nach Hause genommen werden. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass mein bisheriger Eindruck von Beh\u00f6rdenarbeit etwas relativiert wird und ich auch w\u00e4hrend dieser Station meine Zeit zum Gro\u00dfteil selbst einteilen und diese nicht im dunklen Zimmer t\u00e4glich unbesch\u00e4ftigt absitzen muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwie bin ich davon ausgegangen, dass der Mai ein ganz gem\u00fctlicher Monat werden d\u00fcrfte. Immerhin waren einige Feiertage in Aussicht und die meisten Wochen damit verk\u00fcrzt. 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