{"id":7517,"date":"2025-10-14T02:10:01","date_gmt":"2025-10-14T02:10:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=7517"},"modified":"2021-01-08T17:12:15","modified_gmt":"2021-01-08T15:12:15","slug":"trinkversuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/strafrechtsstation\/trinkversuch\/","title":{"rendered":"Trinkversuch"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7532\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Wein.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Ein ganz besonderes Highlight der Strafstation durften wir direkt zu Beginn der Station schon erleben &#8211; den legend\u00e4ren Trinkversuch! Unsere Vorg\u00e4nger hatten dieses Event organisiert und uns eingeladen, uns anzuschlie\u00dfen. Das lie\u00dfen wir uns nat\u00fcrlich nicht zweimal sagen!<\/p>\n<p>Am Freitag Nachmittag gegen 17 Uhr fanden sich dann alle Wagemutigen in den R\u00e4umen der DEKRA ein.<!--more--> Der Tisch stand voll mit Weinflaschen &#8211; zum Teil gesponsort, zum Teil aber auch von den Teilnehmern selbst mitgebracht &#8211; sowie Messbechern. Au\u00dferdem lagen diverse Zettel mit Tabellen auf dem Tisch.<\/p>\n<p>Zu Beginn der Veranstaltung gab es eine kurze Einf\u00fchrung zum &#8222;wissenschaftlichen Trinken&#8220;. Sinn der Sache war es, protokolliert zu trinken, um zu bestimmten Zeitpunkten den Promillefortschritt zu sch\u00e4tzen, zu berechnen und dann durch Atemalkoholkontrolle mittels Testger\u00e4t zu \u00fcberpr\u00fcfen.<br \/>\nHierzu bekam jeder ein Trinkprotokoll. Es wurde genau eingetragen, zu welcher Uhrzeit mit dem Glas begonnen wurde, wie voll das Glas mit welchem Tropfen (Promilleangabe) gemacht wurde und sp\u00e4ter, wann exakt es leer war.\u00a0 Also z.B. 18.00-18.30 &#8211; 0,1 l Wei\u00dfwein mit 12 %.<\/p>\n<p>Wisst ihr, warum Bier normalerweise in 0,2 l Gl\u00e4sern, Wein und Sekt dagegen in 0,1 l Gl\u00e4sern und Schnaps standardm\u00e4\u00dfig in 0,02 l Einheiten ausgeschenkt wird?<br \/>\nBei diesen Einheiten handelt es sich um Standardgl\u00e4ser, die die gleiche Menge reinen Alkohol, n\u00e4mlich 0,01 l = 8 g, enthalten. Ist aber nat\u00fcrlich nur ein Richtwert und stimmt nur so in etwa, denn es wird von der Pr\u00e4misse ausgegangen, dass Bier 5 %, Sekt\/Wein 10 % und Schnaps 15 % Vol. hat.<\/p>\n<p>Bevor es richtig los ging, wurde uns noch die &#8222;Widemark-Formel&#8220; erkl\u00e4rt, nach welcher sich die Blutalkoholkonzentration (BAK) anhand des K\u00f6rpergewichts (zumindest grob ann\u00e4hernd) berechnen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ausgestattet mit diesen wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem augenzwinkernden Hinweis, dass derjenige, der immer genau so viel trinkt, wie der K\u00f6rper gleichzeitig abbauen kann, n\u00fcchtern bleibt, legte jeder sein individuelles Ziel f\u00fcr den Abend fest, bevor wir die Korken knallen lie\u00dfen. Es war ein langer gem\u00fctlicher Abend, mit angeregten Gespr\u00e4chen, Musik, viel Knabberkram&#8230; und einigen besonderen Schmankerl, die sich die DEKRA-Mitarbeiter f\u00fcr uns \u00fcberlegt hatten.<\/p>\n<p>Zum Beispiel hatten sie uns einen Rauschbrillen-Parcours aufgebaut. Ein auf einem Teppich aufgezeigter Weg, der je nach Streckenabschnitt vorw\u00e4rts oder r\u00fcckw\u00e4rts entlang gegangen, gelaufen, balanciert oder 1 bzw. 2 beinig geh\u00fcpft werden sollte&#8230; mit einer Brille, die einem ein Sichtfeld entsprechend von 0,3 oder 1,3 Promille vorgab. Bei letzterer wurde mir schon allein vom\u00a0 Aufsetzen der Brille noch vor dem allerersten alkoholischen Getr\u00e4nk total schummrig, sodass es mir absolut nicht gelang, den Weg entsprechend zu beschreiten&#8230; insgesamt war es aber eine sehr witzige Aktion, nicht nur f\u00fcr einen selbst, sondern insbesondere auch f\u00fcr die Zuschauer. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Ein weiteres Highlight war das Absolvieren einiger Reaktionstests am PC, die auch im Rahmen von MPUs gemacht werden m\u00fcssen. Auch hier durften wir uns anfangs n\u00fcchtern und zu sp\u00e4terer Stunde angeheitert versuchen&#8230; der Unterschied in der Reaktionsgeschwindigkeit nach einigen Gl\u00e4sern Alkohol war schon deutlich sp\u00fcrbar&#8230; wobei mancher Mitarbeiter doch so manches mal etwas grinsend meinte, dass wir Referendare selbst angetrunken deutlich besser seien, als deren normal Klientel n\u00fcchtern&#8230;<\/p>\n<p>Die Trinkprotokolle f\u00fcllten sich, wir rechneten in etwa alle Stunde den Zwischenstand aus, kontrollierten die Werte auch mit Online-BAK Rechnern und \u00fcberpr\u00fcften dann durch Atemalkoholkontrolle. So schritt die Zeit voran, die Flaschen wurden leerer, die Ergebnisse in den Reaktionstests lie\u00dfen immer mehr nach, die vorgezeichneten Wege auf dem Teppich wurden immer weniger exakt getroffen&#8230; aber die Stimmung war wirklich gut, wir hatten viel Spa\u00df und so die Gelegenheit die Kollegen auch au\u00dferhalb der AG mal zu treffen und uns besser kennenzulernen.<\/p>\n<p>Alles in allem war es ein sehr lustiger und gelungener Abend und ich kann jedem nur empfehlen, an einem Trinkversuch teilzunehmen oder selbst einen f\u00fcr die AG zu organisieren!\u00a0[RefN]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein ganz besonderes Highlight der Strafstation durften wir direkt zu Beginn der Station schon erleben &#8211; den legend\u00e4ren Trinkversuch! Unsere Vorg\u00e4nger hatten dieses Event organisiert und uns eingeladen, uns anzuschlie\u00dfen. Das lie\u00dfen wir uns nat\u00fcrlich nicht zweimal sagen! 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