{"id":7450,"date":"2013-03-17T12:39:12","date_gmt":"2013-03-17T11:39:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=7450"},"modified":"2016-07-31T10:52:02","modified_gmt":"2016-07-31T08:52:02","slug":"die-suche-nach-der-ausbildungsstation-eine-suche-im-dunkeln-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/niedersachsen\/die-suche-nach-der-ausbildungsstation-eine-suche-im-dunkeln-teil-1\/","title":{"rendered":"Wo kann ich meine Station absolvieren? Erhellende Infos bei der Suche im Dunkeln! Teil 1"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7486\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/MP9004422071.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Da ich bereits mehrfach gefragt worden bin und auch im Forum gesehen habe, dass Denkanst\u00f6\u00dfe f\u00fcr den einen oder anderen ganz hilfreich sein k\u00f6nnten, wollte ich hier einmal grob auflisten, wo Referendare aus meinem Umfeld die Stationen um die man sich selbst k\u00fcmmern muss \u2013 also die Verwaltungs-, Anwalts- und Wahlstation &#8211; absolviert haben oder aktuell absolvieren.<\/p>\n<p>Im ersten Teil\u00a0gehe ich auf die Anwaltsstation ein.<!--more-->\u00a0Im sp\u00e4ter folgenden zweiten Teil gebe ich dann noch meinen Senf zur Verwaltungs- und Wahlstation ab \ud83d\ude42<\/p>\n<p><b>Anwaltsstation<\/b><\/p>\n<p>Zur Ausbildungsstelle in der Anwaltsstation l\u00e4sst sich vorab sagen:ob Einzelanwalt, kleinere, mittelst\u00e4ndische oder gar Gro\u00dfkanzlei\u2026ob innerhalb Niedersachsens oder in einem anderen Bundesland, ob zivilrechtlich gepr\u00e4gt oder strafrechtlich angehaucht: alles ist\u00a0m\u00f6glich. Nachfolgend habe ich ein paar Gedankenanst\u00f6\u00dfe aufgelistet die man vielleicht in seine \u00dcberlegungen mit einbeziehen kann wenn man vor der Frage steht: wo m\u00f6chte ich die Station absolvieren?<\/p>\n<p><b>Verg\u00fctung<\/b><\/p>\n<p>Je gr\u00f6\u00dfer die Kanzlei, umso eher wird der Referendar auch eine Verg\u00fctung erhalten, was neben dem Referendarsgehalt nat\u00fcrlich ganz nett ist. Hierzu ganz interessant zu wissen (und es hat mich einige Telefonate gekostet um dies so herauszufinden, da man sich auch &#8211; je nach Bearbeiter \u00a0&#8211; scheinbar nicht so ganz einig ist, aber ich habe es dann wie folgt als verbindliche Auskunft f\u00fcr mich angenommen): Die Anrechnung einer Verg\u00fctung die man f\u00fcr seine Stationst\u00e4tigkeit vom Ausbilder erh\u00e4lt unterliegt einer anderen Regelung als die\u00a0der Verg\u00fctung im Rahmen einer Nebent\u00e4tigkeit. F\u00fcr den Verdienst im Rahmen eines Nebenjobs gilt \u00a7 65 Abs. 1 BBesG. Demnach ist ein anrechnungsfreier Hinzuverdienst bis zur Grenze der Unterhaltsbeihilfe\u00a0 [gegenw\u00e4rtig 1016,44 Euro] m\u00f6glich. Erh\u00e4lt man vom Anwalt aber eine Verg\u00fctung f\u00fcr seine Stationst\u00e4tigkeit gilt \u00a7 65 Abs. 2 BBesG, wonach eine Anrechnung erst erfolgt, wenn die Verg\u00fctung\u00a0\u201edie Summe von Grundgehalt und Familienzuschlag \u00fcbersteigt, die einem Beamten mit gleichem Familienstand im Eingangsamt der entsprechenden Laufbahn in der ersten Stufe zusteht\u201c [liegt &#8211; laut Auskunft (habe es nicht nochmal selbst recherchiert) im\u00a03200er Euro-Bereich, abh\u00e4ngig vom konkreten Lebensalter, einzuordnen w\u00e4re man wohl bei A 13].<\/p>\n<p>Die Grenze f\u00fcr eine anrechnungsfreie Verg\u00fctung der Stationst\u00e4tigkeit (die gleiche H\u00f6he gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr ein etwaiges Entgelt in der Wahlstation!) ist also sehr hoch bemessen und wird daher wohl auch nur ansatzweise von Referendaren erreicht werden k\u00f6nnen, die ihre Station bei einer Gro\u00dfkanzlei absolvieren\u2026wenn \u00fcberhaupt, denn auch dort sind \u00fcber 3000 Euro\/Monat f\u00fcr Referendare wohl \u00a0auch eher selten anzutreffen, da die meisten Referendare dort bei einer 3-4 Tage\/Woche und mit einer jeweiligen Verg\u00fctung von 400 \u2013 800 Euro pro Wochenarbeitstag, d.h. zwischen 1200 Euro und 3200 Euro im Monat, nach Hause gehen werden.\u00a0Wenn man vorhat zu\u00a0einer Kanzlei in einem anderen Bundesland zu gehen, so ist hierzu \u00fcbrigens noch zu sagen: telefoniert fr\u00fchzeitig mit dem OLG. Scheinbar gibt es da irgendwie keine einheitlichen Richtlinien und jeder Bearbeiter entscheidet gerne mal anders. So wurde ein Kollege, der die Station in einer Kanzlei in einem anderen Bundesland absolviert, wie selbstverst\u00e4ndlich\u00a0von der hiesigen AG freigestellt und nimmt an der AG im anderen Bundesland teil. Ein anderer Kollege bekam die Auskunft (leider haben sie sich erst jetzt kennengelernt und daher sehr sp\u00e4t\u00a0voneinander erfahren, sonst h\u00e4tten sie da schon viele eher nochmal gefragt wie das denn sein kann), dass eine Freistellung nicht ginge, er die Station zwar deutschlandweit absolvieren k\u00f6nne, f\u00fcr die AG aber einmal die Woche wieder nach Niedersachsen fahren m\u00fcsse\u2026!<\/p>\n<p><b>Arbeitsbelastung und Arbeitszeit<\/b><\/p>\n<p>Was gibt es noch zu beachten? Die Arbeitsbelastung und Arbeitszeit wird in einer gr\u00f6\u00dferen Kanzlei wohl zwangsl\u00e4ufig eine andere sein als bei einer kleineren Kanzlei, bei der man u.U. von Anfang an abspricht, dass man mehr Lernzeit m\u00f6chte und weniger vor Ort sein wird (sei es was die Arbeitstage betrifft oder auch die Anwesenheitszeit am jeweiligen Arbeitstag). Nur wenige Kollegen aus meiner AG gucken nur kurz bei ihrem Anwalt rein, bekommen Akten mit nach Hause und bearbeiten die dann dort. Die meisten haben ein B\u00fcro oder ein kleines Hinterzimmer in der Kanzlei und bearbeiten die Akten von dort aus. Das Arbeiten vor Ort ist nat\u00fcrlich sehr angenehm, denn wenn Feierabend ist, ist auch Feierabend und nichts liegt mehr zu Hause auf dem Tisch. In den ersten Stationen bekam man seine Akten ja regelm\u00e4\u00dfig mit nach Hause und hatte diese ggf. \u00fcber das Wochenende noch auf dem Schreibtisch liegen und sich dann auch sonntags noch einmal rangesetzt (oder gar erst Sonntag damit angefangen weil man es vor sich hergeschoben hat \ud83d\ude09 ). Das kann jetzt nicht mehr passieren, es gilt nun viel mehr: Aus den Augen, aus dem Sinn \ud83d\ude42 und den Feierabend und das Wochenende hat man \u2013 wenn man es nicht damit verplant f\u00fcr das Examen zu lernen \u2013 wirklich frei.<\/p>\n<p style=\"border:1px solid; padding: 5px; margin: 2px 0px 10px 0px; line-height: 150%\">\n\t\t\t\tDie RefNews sind das Blog von Juristenkoffer.de - einem der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einem der gr\u00f6\u00dften Vermieter von Kommentaren in Deutschland. Bist Du bereits Rechtsreferendar, hast Dir aber noch keinen Juristenkoffer reserviert? 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So sind mir 2 Anw\u00e4lte aus einer anderen AG bekannt, die sich etwas \u201eanstellen\u201c als der jeweilige Referendar sagte, dass er am Ende Zeit zum Lernen haben m\u00f6chte\u2026die Resonanz war vielmehr \u201eman m\u00fcsse nichts lernen bzw. alles was man f\u00fcrs Examen br\u00e4uchte, lerne man dort vor Ort in der Kanzlei\u201c\u2026ahhh ja\u2026ohne Kommentar. \ud83d\ude09 Aus den beiden obigen F\u00e4llen (\u00fcbrigens kleine Kanzleien\/Einzelanwalt) wurde deren Sichtweise schnell deutlich: \u201eeine Arbeitskraft f\u00fcr lau, die will ich nicht hergeben, der soll mich weiter unterst\u00fctzen, das ist n\u00e4mlich recht praktisch.\u201c Das war nat\u00fcrlich jetzt ein extremes Negativbeispiel und ich schlie\u00dfe aus, dass\u00a0dies Standard ist, aber es soll verdeutlichen, dass es empfehlenswert ist &#8211; gerade um nicht in so eine\u00a0 Bredouille zu geraten &#8211;\u00a0solche Sachen auch wirklich fr\u00fchzeitig (d.h. vor Stationsbeginn) mit dem Ausbilder abzusprechen, damit direkt beide Seiten wissen woran sie sind. Je gr\u00f6\u00dfer die Kanzlei, umso mehr Erfahrung besteht meist schon im Umgang mit Referendaren und umso unproblematischer ist die Vereinbarung einer Tauchzeit. Oft wird dies im Vorstellungsgespr\u00e4ch auch schon vom Ausbilder angesprochen und die Rahmenbedingungen seitens der Kanzlei stehen hierzu auch meist fest. Im Schnitt tauchen die Referendare aus meinem Umfeld 3 Monate vor dem Examen. Neben dem Tauchen kann auch ein etwaiger Urlaub noch erw\u00e4hnenswert sein: wer schon wei\u00df oder es grob im Hinterkopf hat, dass er im Monat X gerne f\u00fcr 1-3 Wochen nochmal wegfahren m\u00f6chte, sollte dies fr\u00fchzeitig mit seinem Ausbilder absprechen. In manchen Kanzleien herrscht (mit der Begr\u00fcndung, dass man ja am Ende tauche) eine Urlaubssperre, anderen ist es hingegen\u00a0egal wann\/wie oft der Referendar \u00fcberhaupt da ist und zwischendurch mal wegzufahren ist kein Problem. Auch hier gilt: Mund aufmachen und reden, dann wei\u00df man woran man ist und es gibt keine b\u00f6sen \u00dcberraschungen. \ud83d\ude42<\/p>\n<p><b>Praktische Erfahrung<\/b><\/p>\n<p>Die Anwaltsstation eignet sich gut, um den Umgang mit unbekannten F\u00e4llen in der Praxis zu \u00fcben, aber auch um seinen F\u00e4higkeiten und Interessen zu folgen, diese in der Praxis anzuwenden und die Umsetzung am praktischen Fall hautnah mitzuerleben. Auch hier zeigt sich aber \u2013 je nach Kanzleigr\u00f6\u00dfe \u2013 wie unterschiedlich diese Erfahrungen sein k\u00f6nnen die man sammelt. In einer Gro\u00dfkanzlei im Gesellschaftsrecht wird man ggf. immer\u00a0nur einen Ausschnitt aus einem Falls erleben, vielleicht nie einen Mandanten live oder den Gerichtssaal von innen sehen. Die Akten ziehen sich \u00fcber einen langen Zeitraum, so dass es sein kann, das man zwar viele Einblicke erh\u00e4lt, aber kein Verfahren mal von Anfang bis Ende wirklich miterlebt. In kleineren Kanzleien sieht dies\u00a0schon anders aus und die Wahrscheinlichkeit ist h\u00f6her, dass man in der mehrmonatigen Station Akten auch mal von Anfang bis Ende mitbegleiten kann und den Mandanten hautnah erlebt\u00a0. Auch die eigenst\u00e4ndige Wahrnehmung von Gerichtsterminen wird bei einer kleineren Kanzlei \u00fcblicherweise (\u00f6fters) m\u00f6glich sein (ist nat\u00fcrlich wieder stark vom Ausbilder abh\u00e4ngig) als bei einer gr\u00f6\u00dferen Kanzlei. Wer nat\u00fcrlich f\u00fcr sich und seine berufliche Zukunft sp\u00e4ter eine T\u00e4tigkeit in einer Gro\u00dfkanzlei anstrebt, \u00a0f\u00fcr den ist es auch empfehlenswert in der Anwaltsstation dort auch schon einmal einen Blick \u00a0hineinzuwerfen, denn mit den dort bearbeiten Gebieten und der Vorgehensweise\u00a0ist man bisher so ja noch nicht in Ber\u00fchrung gekommen. Man sollte daher auch schon einmal ausprobieren, ob es \u00fcberhaupt dasWwahre f\u00fcr einen ist und sich nicht nur von dem Wort \u201eGro\u00dfkanzlei\u201c blenden lassen. Denn die bestbezahlteste Arbeit\u00a0kann sonst schnell\u00a0zur schlechtesten Arbeit werden, wenn man dann feststellen muss, das man an dieser gar keinen Gefallen findet.<\/p>\n<p><b>Gestaltungsm\u00f6glichkeiten der Anwaltsstation<\/b><\/p>\n<p>Es ist in Niedersachsen auch m\u00f6glich die Anwaltsstation zu splitten (mind. 3 Monate bei demselben Ausbilder) oder die letzten 3 Monate bei einem Notar, in der Rechtsabteilung eines Unternehmens oder einem Verband zu absolvieren. Auch eine Ausbildung bei einem Anwalt im Ausland ist denkbar. Dies klingt im ersten Moment zwar ganz nett und auch wenn es faktisch m\u00f6glich ist, so muss man an dieser Stelle jedoch einmal ganz deutlich sagen: es ist zwar sch\u00f6n, dass es so auf dem Papier steht und den Referendaren angeboten wird\u2026es macht doch aber wirklich keinen Sinn und wird verst\u00e4ndlicherweise so gut wie gar nicht genutzt. Ich kenne auch niemanden, der in der Anwaltsstation wirklich ins Ausland gegangen ist oder machen w\u00fcrde, obwohl es relativ viele Auslands-Fans in meinem Umfeld gibt. Das Risiko ist hierbei n\u00e4mlich h\u00f6her als ein eventueller Nutzen den man in diesem Stadium aus einem Auslandsaufenthalt schlagen wird. Die Anwaltsstation ist die letzte Station vor dem Examen. Man hat im Ausland keine gro\u00dfartige M\u00f6glichkeit am Klausurenkurs \u00a0teilzunehmen und die \u00a0neuen Klausurtypen zu \u00fcben (Anwaltsklausur (insbesondere die Kautelarklausur!) und die Klausuren aus dem Verwaltungsrecht, denn diese hat man ja im Klausurenkurs bisher kaum schreiben k\u00f6nnen, weil die Station sehr sp\u00e4t liegt und man erstmal das Grundger\u00fcst in der Station kennenlernen musste). Es gibt zwar gen\u00fcgend Klausursachverhalte und \u2013l\u00f6sungen online, aber ob man hieran dann auch wirklich noch so diszipliniert herangeht wenn man irgendwo in Timbuktu sitzt und sich mit dem mglw. dortigen ausl\u00e4ndischen Rechtssystem zeitgleich auch noch vertraut machen muss: ich wage es zu bezweifeln. Zumal ich keine Klausuren online gefunden habe, die insbesondere im \u00f6ffentlichen Recht auf materiell-rechtlicher Ebene und der Verf\u00fcgungstechnik speziell auf Niedersachsen zugeschnitten sind. Und sich dann zu \u00fcberlegen wie die Verf\u00fcgungen in Niedersachsen aussehen m\u00fcssten oder welche Norm \u00a7 X im nds. Landesrecht ist: den Aufwand macht sich dann doch ehrlicherweise so gut wie niemand. Klausurenkurse per Fernpost sind zwar eine Alternative zum Klausurenkurs am Gericht: aber die bringen einem ja\u00a0im Ausland auch wenig \u2013 das Angebot der kommerziellen Repetitoren ist vom Postversand her auf den deutschen Raum beschr\u00e4nkt (\u2026entdecke ich hier vielleicht gerade eine Marktl\u00fccke?!\u2026 \ud83d\ude09 ). Die Anwaltsstation ist die letzte Station vor dem Examen und damit auch die letzte Station, in der man noch einige Probeklausuren schreiben kann (ob man es dann macht ist wiederrum eine andere Frage). Aber da bleiben die meisten dann doch \u2013 verst\u00e4ndlicherweise &#8211; lieber hier.<\/p>\n<p><strong>Welches Rechtsgebiet?<\/strong><\/p>\n<p>Hinsichtlich der Rechtsgebiete sind die meisten aus meinem Umfeld in einer zivilrechtlich ausgerichteten Kanzlei zur Ausbildung besch\u00e4ftigt. Aber auch das Strafrecht (bei einem Strafverteidiger ausgebildet zu werden fand bei einigen gro\u00dfen Zuspruch) oder das \u00f6ffentliche Recht ist vereinzelt vorhanden. Viele Kanzleien bearbeiten ja auch direkte mehrere Gebiete, so dass man ggf. die M\u00f6glichkeit hat in verschiedene Bereiche hereinzuschnuppern. Im Hinblick darauf, dass die Anwaltsklausuren aus dem Zivilrecht und \u00f6ffentlichen Recht stammen, macht es m.E. am meisten Sinn, den Schwerpunkt auch auf diese Rechtsgebiete zu legen\u2026aber auch das muss jeder selbst wissen. Wer sp\u00e4ter gerne Strafverteidiger werden m\u00f6chte und sich mit dem Anwaltsklausurtyp nicht schwer tut, f\u00fcr den bietet es sich nat\u00fcrlich an, in der Anwaltsstation \u00a0schonmal einen guten Einblick in das T\u00e4tigkeitsfeld des Strafverteidigers zu bekommen. Zudem &#8211; ich habe es schonmal in einem anderen Beitrag erw\u00e4hnt &#8211; habe ich sowieso das Gef\u00fchl, dass man f\u00fcr die Anwaltsklausuren nicht wirklich viel lernen kann. Ob ich dann in einer zivilrechtlichen Kanzlei oder einer strafrechtlichen Kanzlei bin: viele \u00dcberlegungen im Rahmen der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit sind identisch (z.B. die Vollmacht) und ich bin daher der Ansicht, jeder sollte sich wirklich eine Kanzlei suchen, bei der er sich wohl f\u00fchlt und die seinen Interessen entspricht. Wer nun zu einer Gro\u00dfkanzlei geht, wird dort zwar wahrscheinlich einen zivilrechtlichen Schwerpunkt haben&#8230;ob ihm dies aber\u00a0im Examen einen Vorteil verschafft, als jemand der bei einem Strafverteidiger oder einem Notar war, wage ich zu bezweifeln:\u00a0in den Gro\u00dfkanzleien sind insbesondere die gesellschaftsrechtlichen Abteilungen doch fernab von dem, was im Examen zum Gegenstand von Klausuren werden kann. Daher meine Devise: Interessen folgen, auch ruhig offen f\u00fcr neues sein und einfach auch die Station nutzen um zu sehen: woran habe ich Spa\u00df und welcher Bereich liegt mir (auch innerhalb eines Rechtsgebietes).<\/p>\n<p><b>Ausbildung + Nebenjob in der gleichen Kanzlei? <\/b><\/p>\n<p>Einige Kollegen absolvieren die Station in derselben Kanzlei, in der sie auch schon vor der Anwaltsstation nebenbei als wissenschaftliche Hilfskraft t\u00e4tig waren. Vorteil: Das Zubrot bleibt einem erhalten, ggf. packt der Anwalt vielleicht noch ein wenig mehr drauf, da man nun h\u00e4ufiger anwesend ist. Man ist zudem mit der Kanzlei\/Kollegen und dem Kanzleiablauf vertraut und wei\u00df demnach, worauf man sich einl\u00e4sst und was erwartet wird. Nachteil: es k\u00f6nnte auch ganz nett sein abseits der bekannten Kanzlei\u00a0nun einmal weitere Einblicke in eine andere Kanzlei zu bekommen. Dies insbesondere, um auch mal einen Vergleich zu haben und um zu sehen, wie es anderswo abl\u00e4uft (auch organisatorisch bestehen da ja teilweise schon sehr gro\u00dfe Unterschiede). Je nachdem bei welcher Kanzlei man nebenbei t\u00e4tig ist &#8211; und wenn man plant die Anwaltsstation bei einer anderen Kanzlei zu absolvieren &#8211;\u00a0sollte man dies vorher aber unbedingt offen darlegen und mit beiden Seiten besprechen. Es kann n\u00e4mlich durchaus sein, dass eine Seite nicht begeistert davon ist und ggf. ein Interessenkonflikt bestehen k\u00f6nnte. Von einem Kollegen wei\u00df ich, dass ihm die Ausbildungskanzlei direkt gesagt hat, dass sie es nicht erlauben, dass er noch f\u00fcr eine andere Kanzlei im Nebenjob t\u00e4tig ist (eben aufgrund eines eventuellen Interessenkonflikts).\u00a0Weiterhin d\u00fcrfte der Aspekt relevant sein, dass der Anwalt, bei dem man nebenbei schon jobbt, es einem vielleicht\u00a0etwas \u00fcbel nimmt, wenn man die Station in einer anderen Kanzlei absolvieren m\u00f6chte anstatt bei ihm (von 2 Kollegen wei\u00df ich sogar, dass diese ihren Nebenjob zu Beginn des Referendariats nur bekommen haben, weil der Anwalt auch direkt mit ihnen vereinbart hat, dass sie Anwaltsstation dann auch bei dieser Kanzlei absolvieren).<\/p>\n<p><b>Dresscode<\/b><\/p>\n<p>Je nachdem bei was f\u00fcr einer Kanzlei man seine Station absolviert, kann der \u201eDresscode\u201c mal feiner und mal lockerer sein. Bei einer kleineren Kanzlei kann eine dunkle Jeanshose und ein schlichtes Oberteil v\u00f6llig ausreichend sein, wohingegen bei gr\u00f6\u00dferen Kanzleien eher der Anzug zur Pflicht wird. Ausnahmen gibt es nat\u00fcrlich immer in die eine oder andere Richtung (so erwartet ein Einzelanwalt eines Kollegen von seinen stud. Praktikanten, dass diese stets mit Sakko erscheinen). Die Aussage soll daher auch gar keine allgemeing\u00fcltige Aussage sein oder irgendeine Wertung in die eine oder andere Richtung enthalten. Ich selbst f\u00fchle mich z.B. in Jeans und Sneakers am wohlsten, kann damit aber \u2013 leider \u2013 nicht in der Kanzlei auftauchen. Man sollte sich aber halt generell schon darauf einstellen, dass \u2013 je gr\u00f6\u00dfer die Kanzlei ist \u2013 umso mehr Wert auch auf das \u00e4u\u00dferliche Erscheinungsbild gelegt wird und umso businessm\u00e4\u00dfiger man daher auftreten wird\u2026was nat\u00fcrlich auch nicht bedeutet, dass man bei einer kleineren Kanzlei oder einem Einzelanwalt wie ein Schlumpf dahergelaufen kommt. Dass man stets sauber und gepflegt erscheinen sollte versteht sich denke ich von selbst. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Soweit zur Anwaltsstation. Ich hoffe, es hat dem ein oder anderen einen erhellenden Denkansto\u00df gegeben. \ud83d\ude42 Im n\u00e4chsten Beitrag widme ich mich dann der Verwaltungs- und Wahlstation. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Eure Emily*<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da ich bereits mehrfach gefragt worden bin und auch im Forum gesehen habe, dass Denkanst\u00f6\u00dfe f\u00fcr den einen oder anderen ganz hilfreich sein k\u00f6nnten, wollte ich hier einmal grob auflisten, wo Referendare aus meinem Umfeld die Stationen um die man sich selbst k\u00fcmmern muss \u2013 also die Verwaltungs-, Anwalts- und Wahlstation &#8211; absolviert haben oder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":43,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[48,42],"tags":[],"class_list":["post-7450","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anwaltsstation","category-niedersachsen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7450","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/43"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7450"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7450\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10881,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7450\/revisions\/10881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7450"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7450"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7450"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}