{"id":7132,"date":"2013-01-22T10:17:52","date_gmt":"2013-01-22T09:17:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=7132"},"modified":"2013-01-21T21:16:48","modified_gmt":"2013-01-21T20:16:48","slug":"immer-weiter-immer-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/verwaltungsstation\/immer-weiter-immer-weiter\/","title":{"rendered":"Immer weiter, immer weiter"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7150\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/paper.png\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"170\" \/>Die Verwaltungsstation ist nun auch schon fast zu Ende. In weniger als 2 Wochen befinde ich mich schon in der letzten Station vor den Examensklausuren: der Anwaltsstation. Vor einem Jahr befand ich mich noch nicht einmal im Referendariat und habe gerademal die Zusage daf\u00fcr erhalten\u2026und in einem Jahr habe ich das schriftliche Examen schon l\u00e4ngst hinter mir.<\/p>\n<p>In der Verwaltungsstation lief es f\u00fcr mich bei der Beh\u00f6rde ganz gut.<!--more--> Auf die unterschiedliche Arbeitsbelastung \u2013 je nach Beh\u00f6rde \u2013 bin ich in einem vorherigen Beitrag ja schon einmal eingegangen. Was ich zu sehen bekommen habe war f\u00fcr diese kurze Station als \u00dcberblick ganz nett: ich sa\u00df nicht nur im stillen K\u00e4mmerchen\u00a0bei der\u00a0Aktenbearbeitung und Recherche, sondern\u00a0habe meine Ausbilderin auch mal zum Verwaltungsgericht begleitet,\u00a0so dass ich den prozessualen Ablauf (wie in den ersten beiden Station) nun auch im \u00d6ffentlichen Recht mal hautnah und in Farbe \ud83d\ude09 miterleben konnte. Die AG in der Verwaltungsstation war inhaltlich und vom Ablauf her gut organisiert. Da h\u00e4tte es mich mit einer der anderen stattfindenden AG(-Leiter) deutlich schlechter treffen k\u00f6nnen. Auch wenn mir das \u00f6ffentliche Recht soweit Spa\u00df macht und ich deswegen irgendwie doch auch das Gef\u00fchl habe es zu \u201ek\u00f6nnen\u201c, schl\u00e4gt sich das bisher leider noch nicht in den Klausuren nieder\u2026denn die liegen mir im \u00d6ffentlichen Recht (noch) nicht so wirklich. Die Formalien sind soweit i.O., aber was die Darstellung angeht, drifte ich doch noch zu oft in eine \u201ewissenschaftliche Bearbeitung\u201c ab\u2026 ja ja, die Uni l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. \ud83d\ude09 Dem OLG habe ich jedoch vor kurzem mitgeteilt, dass ich die Examenswahlklausur im \u00d6ffentlichen Recht schreiben m\u00f6chte. Wir k\u00f6nnen in Niedersachsen ja w\u00e4hlen, ob die Wahlklausur aus dem \u00d6ffentlichen Recht oder dem Strafrecht stammen soll. Schriftlich mitteilen muss man dies dem OLG (bis zum Ende der Verwaltungsstation) allerdings nur, wenn man die Wahlklausur mit einer \u00f6ffentlich-rechtlichen Aufgabenstellung schreiben m\u00f6chte. Gibt man dem OLG keine Meldung, so bekommt man automatisch eine Klausur mit einer staatsanwaltlichen Aufgabenstellung zugeteilt. Da ich somit nun 4 Klausuren aus dem Zivilrecht, 3 Klausuren aus dem \u00d6ffentlichen Recht und nur eine Klausur aus dem Strafrecht schreiben werde, werde ich den Lernaufwand f\u00fcr Strafrecht\u00a0 &#8211; jedenfalls f\u00fcr mich und meine Examensvorbereitung \u2013 auch auf ein Minimum reduzieren, da sich der Kosten-Nutzen-Aufwand mit dieser einen Klausur ja doch sehr in Grenzen h\u00e4lt und die Vorbereitungszeit sowieso schon sehr knapp bemessen ist. Entscheidendes Kriterium f\u00fcr die Wahlklausur war f\u00fcr mich \u2013 neben der Tatsache mich fast vollends nur auf Zivilrecht und \u00d6ffentliches Recht konzentrieren zu k\u00f6nnen \u2013 dann wirklich auch der zeitliche Aspekt. Die Zeit ist in allen Klausuren knapp bemessen, aber in den staatsanwaltlichen Klausuren habe ich noch gr\u00f6\u00dfere Zeitprobleme eine passable und vor allem vollst\u00e4ndige L\u00f6sung abzugeben. Da schien mir das \u00d6ffentliche Recht dann doch als das kleinere \u00dcbel zu sein.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Anwaltsstation<br \/>\n<\/span>Wo es nun sobald ist stelle ich mir nat\u00fcrlich auch die Frage: was erwartet mich in der Anwaltsstation? Ich gehe zun\u00e4chst einmal von viel Arbeit aus. \ud83d\ude00 Zur Kanzlei muss ich 3x\/Woche, 1 Tag ist AG und 1 Tag Klausurenkurs. Bleibt also eigentlich nur das Wochenende zum Lernen. Ich werde aber gewiss nicht jedes Wochenende lernen\u2026sonst kann man mich wohl ziemlich schnell einweisen lassen. \ud83d\ude09 \u201eTauchen\u201c werde ich 3 Monate am Ende der Station und ich denke, das \u201erichtige\u201c Lernen wird sich dann auch haupts\u00e4chlich in dieser Zeit abspielen. Ob das reicht ist eine andere Frage, aber gro\u00dfartig andere Optionen sehe ich da nunmal nicht. Was ich so aus meinem Umfeld mitbekommen habe scheint 2-3 Tage\/Woche zum Anwalt zu gehen der Regelfall zu sein, wobei es nat\u00fcrlich auch einen Unterschied macht, ob der Anwalt mich 3 Tage\/Woche sehen m\u00f6chte, ich aber de facto immer nur f\u00fcr 4 Std dann da bin und den Tag somit noch anderweitig (zum Lernen) nutzen kann oder ich wirklich den kompletten Tag von morgens bis in den sp\u00e4ten Nachmittag (wie es bei mir und einigen anderen sein wird) da sein werde, so dass ich nach so einem Tag auch nichts anderes machen werde. Wenn ich die Fahrtzeit hinzurechne werde ich morgens mit Fr\u00fchst\u00fcck das Haus verlassen und dann am sp\u00e4ten Nachmittag\/Abend (~ 18-20h) wieder zu Hause sein, noch etwas essen und das war es dann wohl auch. Eine \u00fcberschaubare Anzahl an Kollegen wollen soweit wohl nur 1 Tag\/Woche f\u00fcr ein paar Stunden zu ihrem Anwalt\u2026f\u00fcr die ist somit fast die komplette Station eine Tauchstation, denn ob man bei einem Tag\/Woche \u00fcberhaupt irgendwas aus der Station in praktischer Hinsicht mitnimmt: fraglich\u2026ein Tag w\u00e4re mir pers\u00f6nlich dann doch zu wenig. Dann kann man es ja fast ganz sein lassen. Was das Tauchen bei den \u00fcbrigen Kollegen angeht, so bewegt sich diese Zeitspanne im Schnitt auch bei 2-4 Monaten. Ich sagte ja auch bereits: ich sehe es kommen, dass ich das Examen zwar bestehen, aber nicht zufrieden sein werde und dann ggf. den Verbesserungsversuch schreiben werde. Mit einer anderen Einstellung w\u00fcrd ich mich jetzt nur kirre machen, denn ich habe wirklich das Gef\u00fchl bisher nicht gro\u00dfartig etwas zu wissen. Insbesondere was Zivilrecht angeht und was ich daf\u00fcr prozessual wirklich k\u00f6nnen\/lernen muss, denn da war meine AG ja wirklich nicht gut und ich habe aus dieser \u2013 mit am wichtigsten Station \u2013 daher ja leider so gut wie gar nichts mitgenommen. Aber gut, jammern hilft nicht\u2026Resignation (so oft sie sich doch manchmal bei mir einschleicht) ja leider auch nicht, also warten wir einfach ab wie sich der Lauf der Dinge entwickelt. Nach dem schriftlichen Examen (Anfang Oktober) werde ich den Rest des Oktobers mich dann entweder \u2013 je nachdem wo ich die Wahlstation absolvieren werde \u2013 auf das Ausland vorbereiten oder aber, sollte ich die Station eh \u201eum die Ecke\u201c absolvieren, vollkommen entspannen und ggf. (spontan) in den Urlaub fliegen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Wahlstation<br \/>\n<\/span>Wo ich die Wahlstation absolvieren werde wei\u00df ich immer noch nicht. Ich habe mich beworben, warte jedoch noch die R\u00fcckmeldungen ab. Sollte ich keine geeignete Station im Ausland finden, werde ich mir einfach eine Kanzlei\/Unternehmen um die Ecke suchen und gut ist. Von diesen 4 Monaten Wahlstation h\u00e4ngt jetzt auch nicht mein weiteres Leben ab und \u2013 entgegen einem fr\u00fcheren Beitrag \u2013 habe ich mich jetzt, nachdem ich mir auch eine m\u00fcndliche Pr\u00fcfung angeh\u00f6rt habe und auch im \u00d6ffentlichen Recht weiter vorangeschritten bin, dazu entschieden, die Wahlstation im \u00d6ffentlichen Recht absolvieren zu wollen. Hintergrund ist, dass ich den Aktenvortrag dann auch im \u201eStaats- und Verwaltungsrecht\u201c halten kann und ich denke das d\u00fcrfte mir f\u00fcr den Aktenvortrag \u201emehr\u201c liegen als Zivilrecht (auch wenn ich an sich eher der Zivilrechtler bin und mir auch eine sp\u00e4tere T\u00e4tigkeit eher im Zivilrecht vorstellen kann, aber ich denke jetzt einfach erstmal nur an das Examen und was im Hinblick dessen die \u201ekl\u00fcgste\u201c Entscheidung ist). Nur ist es gar nicht so einfach eine Wahlstation in diesem Bereich im Ausland zu finden. Bisher konnte ich dbzgl. nur die deutsche Au\u00dfenhandelskammer und das Ausw\u00e4rtige Amt ausfindig machen. Theoretisch k\u00f6nnte ich mir zwar auch einen Anwalt im Ausland suchen\u2026da dieser dann aber haupts\u00e4chlich im \u00d6ffentlichen Recht\/Verwaltungsrecht t\u00e4tig sein m\u00fcsste, gestaltet sich dieses Unterfangen f\u00fcr Auslandsaufenthalte und einem damit verbundenen anderen Rechtssystem als etwas schwierig (gerade wenn ich mit \u201eAusland\u201c dann auch gerne \u201eau\u00dferhalb Europas\u201c meine). Wer\u00a0noch Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine Auslandsstation im \u00d6ffentlichen Recht hat: sind mehr als willkommen. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ein wenig bereuen tue ich, dass ich in der Verwaltungsstation nicht nach Speyer gegangen bin. Ich hatte dies damals ja f\u00fcr einen kurzen Moment mal angedacht, den Gedanken dann aber wieder verworfen, weil man sich in NDS\u00a0damit schon automatisch festlegt, den Aktenvortrag im \u00d6ffentlichen Recht zu halten und die Wahlstation demnach auch in dem Bereich absolvieren zu m\u00fcssen wenn man die Verwaltungsstation in Speyer absolviert. Das war mir damals (ich befand mich ja gerade mal am Beginn des Referendariats) viel zu fr\u00fch, um diese Entscheidung zu treffen. Eigentlich bin ich mehr der Zivilrechts-&#8222;Fan&#8220; bin und habe daher lange Zeit auch dazu tendiert, den Aktenvortrag im Zivilrecht halten zu wollen. Immerhin flie\u00dft der Aktenvortrag mit 12% in die Note der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung (die insgesamt 40% ausmacht) mit ein und das ist m.E. eine schon ordentliche Zahl. Au\u00dferdem\u00a0dient der Aktenvortrag ja auch als &#8222;Visitenkarte&#8220; mit dem man den Einstieg in die m\u00fcndliche Pr\u00fcfung und eine erste Pr\u00e4sentation von sich abgibt. Jedenfalls im ersten Examen war es ein nicht unbedeutender Bestandteil und richtungslenkender Wegweiser der (weiteren) m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung und wie man fortan auch weiter gepr\u00fcft wurde aufgrund dieses ersten Eindrucks (das lief bei meiner Pr\u00fcfung auch alles sehr fair ab und hing jetzt nicht nur an diesem Vortrag, ich meine damit nur: man sollte schon zusehen, sich den Einstieg nicht direkt zu\u00a0&#8222;versauen&#8220;).\u00a0Es war mir daher schon wichtig, mich nicht vorschnell schon auf irgendwas festzulegen, sondern erstmal\u00a0gucken zu k\u00f6nnen,\u00a0wie der Hase im Referendariat \u00fcberhaupt l\u00e4uft. Ich hatte bis dahin ja keine Ahnung wie diese Aktenvortr\u00e4ge aus anwaltlicher Sicht z.B. im Strafrecht oder \u00d6ffentlichen Recht sind, was erwartet wird etc. So weit war ich inhaltlich ja noch gar nicht im Referendariat vorangeschritten. Nat\u00fcrlich kann man &#8211; egal wie sehr man\u00a0ein Gebiet mag &#8211; v\u00f6llig danebengreifen, einen Blackout haben oder oder oder&#8230;denn nur weil man ein Gebiet mag, hei\u00dft das ja nicht, dass man dort auch mit allen Konstellationen klarkommt. Ein Aktenvortrag aus dem Schuldrecht w\u00e4re mir da z.B. auch bedeutend lieber als einer aus dem Immobiliarsachenrecht. \ud83d\ude09 Letztlich ist es jetzt bei mir so gekommen, dass ich den Aktenvortrag im \u00d6ffentlichen Recht halten m\u00f6chte, weil ich in der jetzigen\u00a0Station schon viele Aktenvortr\u00e4ge gesehen und auch aus anwaltlicher Sicht selbst gehalten habe. Ich habe daher\u00a0nun eine\u00a0genauere Vorstellung\u00a0vom Ablauf (oder bilde mir zumindest ein dies zu haben \ud83d\ude00 )\u00a0und kann nun in gewisser Weise auch besser einsch\u00e4tzen was erwartet wird und denke, dass es f\u00fcr mich machbar ist.\u00a0Das war damals zwar noch \u00fcberhaupt nicht absehbar und die Station war jetzt hier ja auch i.O., so dass ich Speyer nicht hinterhertrauern sollte,\u00a0aber ein klein wenig bereue ich es doch nicht nach Speyer gegangen zu sein, da ich schon von vielen geh\u00f6rt habe wie toll es da sein soll. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe,<\/p>\n<p>Emily*<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Verwaltungsstation ist nun auch schon fast zu Ende. In weniger als 2 Wochen befinde ich mich schon in der letzten Station vor den Examensklausuren: der Anwaltsstation. 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