{"id":7123,"date":"2013-01-21T11:04:19","date_gmt":"2013-01-21T10:04:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=7123"},"modified":"2016-07-31T11:02:58","modified_gmt":"2016-07-31T09:02:58","slug":"erfahrungsberichte-zur-gleichwertigkeitspruefung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/vor-dem-referendariat\/erfahrungsberichte-zur-gleichwertigkeitspruefung\/","title":{"rendered":"Erfahrungsberichte zur Gleichwertigkeitspr\u00fcfung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-7124\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Flagge-der-EU1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Juristen, die im Ausland ihren Abschluss gemacht haben und nun das deutsche Referendariat absolvieren m\u00f6chten, m\u00fcssen sich vor Aufnahme in den juristischen Vorbereitungsdienst einer sogenannten Gleichwertigkeitspr\u00fcfung unterziehen. Dar\u00fcber hatten wir\u00a0bereits in den RefNews <a href=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/vor-dem-referendariat\/gleichwertigkeitspruefung-als-bewerbungsvoraussetzung\/\">berichtet<\/a>. Und unter unseren Artikel haben zwei ausl\u00e4ndische Juristinnen \u00fcber ihre Erfahrungen zu dieser Pr\u00fcfung berichtet &#8211; und diese Erfahrungen sind\u00a0alles andere als positiv!<!--more--><\/p>\n<p><strong>Grunds\u00e4tzliches zur Gleichwertigkeitspr\u00fcfung<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Gleichwertigkeitspr\u00fcfung wird geschaut, ob der ausl\u00e4ndische Abschluss mit der deutschen ersten juristischen Staatspr\u00fcfung vergleichbar ist. Ist dies der Fall, dann kann der Jurist mit ausl\u00e4ndischem Abschluss sich ganz normal wie jeder andere sich auf einen Referendarplatz bewerben. Ergibt die Pr\u00fcfung jedoch, dass der Abschluss nicht mit dem deutschen ersten Examen vergleichbar ist, muss der ausl\u00e4ndische Jurist eine &#8222;Eignungspr\u00fcfung&#8220; ablegen; und das bedeutet nichts anderes, als dass die Klausuren des 1. Examens zu schreiben sind!<\/p>\n<p><strong>Erfahrungen von Jana<\/strong><\/p>\n<p>Jana schrieb unter den oben verlinkten Artikel, dass bei ihr die Gleichwertigkeitspr\u00fcfung ergab, dass ihr Abschluss nicht mit dem deutschen ersten Examen vergleichbar ist. Das ist bei den Gesamtumst\u00e4nden schon erstaunlich. Denn sie ist auf jeden Fall sehr gut ausgebildet:<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe in der Slowakei f\u00fcnf Jahre Jura studiert, in Deutschland ein LL.M. im deutschen Recht absolviert, auf einem renomierten Institut promoviert und habe seit 8 Jahren Berufserfahrungen in deutschen Kanzleien. Dies hat nicht gereicht und ich musste die Eignungspr\u00fcfung, d.h. das komplette 1. juristische Examen in M\u00fcnchen schreiben.<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"border:1px solid; padding: 5px; margin: 2px 0px 10px 0px; line-height: 150%\">\n\t\t\t\tDie RefNews sind das Blog von Juristenkoffer.de - einem der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einem der gr\u00f6\u00dften Vermieter von Kommentaren in Deutschland. Bist Du bereits Rechtsreferendar, hast Dir aber noch keinen Juristenkoffer reserviert? Dann informiere Dich jetzt \u00fcber unser Angebot und <a href=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/angebot.php?rel=textartikelrefnews\" target=\"_blank\">sichere Dir schnell Deine Examenskommentare<\/a>!\n\t\t\t\t<\/p>\n<p><strong>Erfahrungsbericht von Erika<\/strong><\/p>\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr Erika. Auch bei ihr ist es &#8211; unter Ber\u00fccksichtigung ihrer juristischen Karriere &#8211; sehr erstaunlich, dass die Gleichwertigkeitspr\u00fcfung negativ ausfiel:<\/p>\n<blockquote><p>Ich habe das 1. und 2. Stex in Ungarn absolviert und 9 Jahre Berufserfahrung gesammelt im ungarischen Justizministerium, Abteilung f\u00fcr Internationales Privatrecht. Nach Sichtung der Unterlagen war das JPA der Auffassung, dass ich \u00fcber keine ausreichende Kenntnisse im deutschen Recht verf\u00fcge und die Notwendigkeit einer Eignungspr\u00fcfung besteht.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Eignungspr\u00fcfung als un\u00fcberwindbare H\u00fcrde?<\/strong><\/p>\n<p>Nach diesen beiden Berichten ist schon mal eindeutig, dass wohl nur in absoluten Ausnahmef\u00e4llen von den JPAs ein ausl\u00e4ndischer Abschluss mit dem deutschen ersten Examen als vergleichbar angesehen wird. Und wir als Juristen, die uns bereits durch das 1. Examen gequ\u00e4lt haben, wissen, dass es sicherlich unglaublich schwierig sein muss, als Jurist mit ausl\u00e4ndischem Abschluss dann die Klausuren des 1. Examens zu bestehen!<\/p>\n<p>So scheint dann auch die Eignungspr\u00fcfung eine un\u00fcberwindbare H\u00fcrde darzustellen: Denn sowohl Jana, die in Bayern die Klausuren geschrieben hat, als auch Erika, die die Klausuren in Th\u00fcringen geschrieben hat, berichten, dass ihnen von den jeweils zust\u00e4ndigen JPAs mitgeteilt wurde, <span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>niemand<\/strong><\/span> h\u00e4tte bisher die Eignungspr\u00fcfung bestanden!<\/p>\n<p><strong>Meine Meinung<\/strong><\/p>\n<p>Man muss sich nach diesen beiden Erfahrungsberichten die Frage stellen, ob die Voraussetzungen der Gleichwertigkeitspr\u00fcfung bzw. der ggf. abzulegenen Eignungspr\u00fcfung nicht zu hoch angesetzt sind. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen gewisse Rechtskenntnisse nachgewiesen werden, damit im Hinblick auf das 2. Examen eine Erfolgsaussicht besteht und es sich f\u00fcr den Staat &#8222;lohnt&#8220;, ausl\u00e4ndische Juristen im Referendariat auszubilden. Wenn aber &#8211; unter Ber\u00fccksichtigung der bisherigen beruflichen Erfahrungen von Jana und Erika &#8211; dennoch eine Gleichwertigkeit verneint wird und eine Eignungspr\u00fcfung praktisch nicht zu bestehen ist, muss man sich fragen, ob dieses ganze Prozedere nicht eine Farce ist.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten uns jedenfalls bei Erika und Jana bedanken, dass sie \u00fcber ihre Erfahrungen berichtet haben und w\u00fcnschen &#8211; trotz der sehr schlechten Aussichten &#8211; viel Erfolg bei der Eignungspr\u00fcfung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juristen, die im Ausland ihren Abschluss gemacht haben und nun das deutsche Referendariat absolvieren m\u00f6chten, m\u00fcssen sich vor Aufnahme in den juristischen Vorbereitungsdienst einer sogenannten Gleichwertigkeitspr\u00fcfung unterziehen. 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