{"id":7116,"date":"2013-02-14T08:36:39","date_gmt":"2013-02-14T07:36:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=7116"},"modified":"2013-02-14T12:23:40","modified_gmt":"2013-02-14T11:23:40","slug":"wohin-zum-rechtsreferendariat-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/vor-dem-referendariat\/wohin-zum-rechtsreferendariat-teil-2\/","title":{"rendered":"Wohin zum Rechtsreferendariat &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7117\" title=\"\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/schild2.jpg\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Sp\u00e4testens nach dem Feiern des bestandenen ersten Staatsexamens muss man sich dar\u00fcber Gedanken machen, wo man das Referendariat machen m\u00f6chte. In diesem Beitrag m\u00f6chten wir auf die wesentlichen Kriterien eingehen, die bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen k\u00f6nnen.\u00a0Nach Hinweisen zu Bundeslandwechsel und Wartezeiten\u00a0im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/allgemein\/wohin-zum-rechtsreferendariat-teil-1\/\">Teil 1 des Artikels<\/a>\u00a0geht es nun um Aspekte wie Gehalt im Referendariat sowie Inhalt und Anforderungen im 2. Staatsexamen.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Unterhaltsbeihilfe: Wenig oder ganz wenig<\/strong><\/p>\n<p>Einen Vorteil hat der Start in das Referendariat: Man liegt den Eltern nicht mehr auf der Tasche, sondern erh\u00e4lt vom Staat eine sogenannte Unterhaltsbeihilfe. Diese stellt keine Verg\u00fctung f\u00fcr die geleisteten Dienste des Rechtsreferendars dar, sondern hat lediglich den Sinn \u2013 wie es der Name bereits sagt \u2013 den Unterhalt, also das \u00dcberleben des Referendars zu sichern.<\/p>\n<p>Ob die H\u00f6he der Unterhaltsbeihilfen in Deutschland diesem Anliegen gerecht wird, dar\u00fcber l\u00e4sst sich sicherlich streiten. Die Beihilfen unterscheiden sich zum Teil deutlich:<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7249\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/unterhaltsbeihilfe1.png\" width=\"500\" \/><\/div>\n<div><em>[Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/rechtsreferendariat\/unterhaltsbeihilfe\/\">Infoseiten zum Rechtsreferendariat \u2013 juristenkoffer.de<\/a>]<\/em><\/div>\n<p>W\u00e4hrend man in Th\u00fcringen mit knapp 1200 Euro brutto und eher \u00fcberschaubaren Lebenshaltungskosten wohl \u00fcber die Runden kommt, wird dies im teuren Hamburg mit einer Unterhaltsbeihilfe in H\u00f6he von 900 \u20ac brutto schwierig! Dann hat man die Wahl, entweder den Eltern doch noch f\u00fcr gut 2 Jahre auf der Tasche zu liegen oder aber das Referendargehalt durch eine Nebent\u00e4tigkeit in einer Kanzlei aufzubessern. Im letzteren Fall sind allerdings auch noch die Vorschriften zu ber\u00fccksichtigen, die die Anrechnung einer zus\u00e4tzlichen Verg\u00fctung auf die Unterhaltsbeihilfe regeln.<\/p>\n<p>In den meisten L\u00e4ndern betr\u00e4gt die Beihilfe derzeit zwischen 980 \u20ac und 1080 \u20ac brutto. Am wenigsten verdienen momentan die Referendare in Hamburg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern.\u00a0Das Netto-Gehalt ist im \u00fcbrigen abh\u00e4ngig von Steuerklasse und H\u00f6he des Krankenversicherungsbeitrags des jeweiligen Referendars; Beitr\u00e4ge zur Rentenversicherung gehen von der Beihilfe zum Gl\u00fcck nicht ab. Zus\u00e4tzlich werden in vielen L\u00e4ndern bei Vorliegen der Voraussetzungen Familienzuschl\u00e4ge gew\u00e4hrt. Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden dagegen an Referendare nicht gezahlt.<\/p>\n<p>Die Zahlen zeigen, dass man sich vor einen Bewerbung in einem bestimmten Bundesland durchrechnen muss, ob man mit der Beihilfe bzw. ggf. mit Zusch\u00fcssen der Eltern \u00fcber die Runden kommt. Ist dies nicht der Fall, wird man m\u00f6glicherweise auf eine Nebent\u00e4tigkeit angewiesen sein, was nat\u00fcrlich weniger Zeit f\u00fcr die Aufgaben im Referendariat sowie Examensvorbereitung l\u00e4sst bzw. eine h\u00f6here Belastung bedeutet.<\/p>\n<p><strong>Unterschiedliche Examensanforderungen<\/strong><\/p>\n<p>Das Referendariat selbst l\u00e4uft in den L\u00e4ndern weitestgehend \u00e4hnlich ab und sollte f\u00fcr die Wahl des Ausbildungsortes keine Rolle spielen. Es gibt in der Regel 5 Stationen (Zivilrechts-, Strafrechts-, Verwaltungs-, Anwalts- und Wahlstation), wobei in allen L\u00e4ndern die Ausbildung beim Rechtsanwalt die l\u00e4ngste Station ist. Die Anforderungen im Examen sind dagegen in den L\u00e4ndern unterschiedlich, sodass sich ein Blick darauf vor der Entscheidung, wo man sich bewirbt, lohnt.<\/p>\n<p>Offensichtlich werden die Unterschiede bereits bei der Anzahl der zu schreibenden Klausuren: In den meisten L\u00e4ndern sind es 8 Arbeiten im schriftlichen Examen. Davon abweichend schreibt man in Berlin, Brandenburg und dem Saarland lediglich 7 Klausuren, in Sachsen dagegen 9 Klausuren, und in Bayern sind es gleich 11 Klausuren! Zudem besteht in manchen L\u00e4ndern die M\u00f6glichkeit, das Rechtsgebiet einer Klausur zu w\u00e4hlen, w\u00e4hrend in anderen L\u00e4ndern (wie zum Beispiel NRW) die Rechtsgebiete aller acht Klausuren vorgegeben sind. In L\u00e4ndern mit Wahlm\u00f6glichkeit kann man also das schriftliche Examen eher auf seine St\u00e4rken ausrichten, was durchaus Vorteile haben kann.<\/p>\n<p>Hinsichtlich der Rechtsgebiete, die im Examen gepr\u00fcft werden, sind die Anforderungen in den L\u00e4ndern weitestgehend gleich. Allerdings stellt auch in dieser Hinsicht Bayern eine Ausnahme dar: Dort sind das Steuerrecht sowie \u2013 warum auch immer \u2013 das bayerische Wasserrecht Pflichtgebiete im 2. Examen, w\u00e4hrend die Referendare der anderen L\u00e4nder davon verschont bleiben.<\/p>\n<p><strong>Erfolgsaussichten als entscheidendes Kriterium<\/strong><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich muss man sich vor dem Absenden der Bewerbungsunterlagen noch Gedanken \u00fcber die Erfolgsaussichten im 2. Staatsexamen machen. Bekannterma\u00dfen ist die Note des Assessorexamens f\u00fcr die sp\u00e4teren Bewerbungen und den Jobeinstieg sehr wichtig, f\u00fcr die Einstellung in den Staatsdienst in vielen L\u00e4ndern sogar allein entscheidend.<\/p>\n<p>Die Durchfallquoten sowie die Anzahl der in den L\u00e4ndern vergebenenen Pr\u00e4dikatsexamina unterscheiden sich allerdings erheblich. So ist beispielsweise nach den Statistiken aus dem Jahr 2011 die Gefahr, das Examen nicht zu bestehen, in\u00a0NRW (knapp 23 %)\u00a0fast dreimal\u00a0so hoch wie in Baden-W\u00fcrttemberg (knapp 8\u00a0%).<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7245\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/durchfallquote.png\" width=\"500\" \/><\/div>\n<p><em>[Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/rechtsreferendariat\/durchfallquote\/\">Infoseiten zum Rechtsreferendariat \u2013 juristenkoffer.de<\/a>]<\/em><\/p>\n<p>Tendenziell l\u00e4sst sich in den letzten Jahren feststellen, dass die Durchfallquoten in den ostdeutschen L\u00e4ndern \u00fcberdurchschnittlich hoch sind. Auch ist es in diesen L\u00e4ndern statistisch schwieriger, ein Pr\u00e4dikatsexamen zu erreichen. Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg haben dagegen \u2013 anders als es ihr Ruf vermuten l\u00e4sst \u2013 in den letzten Jahren sogar eher weniger Durchfaller und mehr Pr\u00e4dikatsexamen als der Bundesdurchschnitt.<\/p>\n<p>Nach dem 2. Examen bewirbt man sich im Zweifel bundesweit und \u201ekonkurriert\u201c demnach mit den Absolventen aller L\u00e4nder. Aufgrund der Wichtigkeit der Examensnote sollte man durchaus die Statistiken zu Durchfallquote und Anzahl an Pr\u00e4dikatsexamina ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nliche Kriterien<\/strong><\/p>\n<p>Damit sind wir in unserem Beitrag auf die wesentlichen Unterschiede der L\u00e4nder und damit auf die Kriterien, die auf die Wahl des \u201erichtigen\u201c Ausbildungsortes Einfluss haben k\u00f6nnen, eingegangen. Oftmals geben aber \u2013 zu recht \u2013 andere pers\u00f6nliche Aspekte, wie zum Beispiel der Wohnort von Familie bzw Freund oder Freundin, den Ausschlag daf\u00fcr, wo man sich um einen Referendarplatz bewirbt. Dies ist unserer Ansicht nach auch richtig so. Denn f\u00fcr eine gelungene Referendarzeit und ein dann erfolgreiches zweites Examen ist unabh\u00e4ngig von Zahlen, Fakten und Statistiken mit Sicherheit entscheidend, dass man sich am Ort der Ausbildung einfach wohlf\u00fchlt!<\/p>\n<p><em>[Info: Bei dem Artikel handelt es sich um eine aktualisierte Fassung eines Gastbeitrages, den wir auf unserer Partnerseite <a href=\"http:\/\/www.juraexamen.info\">www.juraexamen.info<\/a> ver\u00f6ffentlicht hatten]<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00e4testens nach dem Feiern des bestandenen ersten Staatsexamens muss man sich dar\u00fcber Gedanken machen, wo man das Referendariat machen m\u00f6chte. In diesem Beitrag m\u00f6chten wir auf die wesentlichen Kriterien eingehen, die bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen k\u00f6nnen.\u00a0Nach Hinweisen zu Bundeslandwechsel und Wartezeiten\u00a0im\u00a0Teil 1 des Artikels\u00a0geht es nun um Aspekte wie Gehalt im Referendariat sowie [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-7116","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-vor-dem-referendariat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7116","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7116"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7116\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7268,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7116\/revisions\/7268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7116"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7116"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7116"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}