{"id":6791,"date":"2012-11-29T07:35:16","date_gmt":"2012-11-29T06:35:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=6791"},"modified":"2012-11-28T18:12:23","modified_gmt":"2012-11-28T17:12:23","slug":"ich-trink-ouzo-und-wann-trinkst-du-so","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/verwaltungsstation\/ich-trink-ouzo-und-wann-trinkst-du-so\/","title":{"rendered":"Ich trink Ouzo und wann lernst du so?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6806\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/MP900405396.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"168\" \/>Zugegeben, die \u00dcberschrift ist etwas d\u00e4mlich. Ich wei\u00df auch gar nicht wie ich darauf\u00a0gekommen bin\u00a0(nein, ich habe nichts getrunken! \ud83d\ude09 ), aber die zentrale Frage um die es geht ist: wann lernt man eigentlich f\u00fcr das 2. Examen? Guckt man sich die Statistik der letzten Jahre \u00fcber die beiden Examina an, so f\u00e4llt zwar auf, dass das 2. Examen (im Gegensatz zum 1. Examen) prozentual gesehen mehr Pr\u00fcflinge bestehen, andererseits werden die oberen Punktekategorien seltener vergeben.<!--more--> Das weniger Pr\u00fcflinge durch die Examensklausuren fallen, wird sicherlich auch mit daran liegen, dass ja \u00fcberhaupt nur diejenigen das 2. Examen ableisten k\u00f6nnen, die nicht zuvor schon im ersten Examen \u201eausgesiebt\u201c wurden weil sie dort durchgefallen sind.<\/p>\n<p>Da die reine Vorbereitungszeit, wie man sie noch f\u00fcr das 1. Examen hatte, ja mit dem Referendariat nun v\u00f6llig wegf\u00e4llt, sehe ich mich wirklich in einer Zwickm\u00fchle, wann ich so lernen kann\/soll, dass ich das Gef\u00fchl habe, es k\u00f6nnte auch mehr werden als \u201egerade so bestanden\u201c. Denn wenn ich mir angucke wie sich mein Wochenablauf gestaltet, so muss ich sagen, dass ich das Gef\u00fchl habe ich schreite im Referendariat stetig voran\u2026allerdings nur in zeitlicher Hinsicht und nicht was mein Wissen angeht. Von einigen Seiten h\u00f6rt man: \u201edu tauchst einfach 2-3 Monate vor dem Examen, das reicht dann auch\u201c\u2026das mag zutreffen, es stellt sich nur die Frage: f\u00fcr was reicht es? Um (gerade so) zu bestehen? Vor allem muss ja auch ber\u00fccksichtigt werden, dass jeder anders lernt und auch jeder einen anderen Wissensstand hat (und selbst wenn das 1. Examen passabel verlief\u2026mit der Zeit tritt nunmal auch das gro\u00dfe Vergessen ein) und die Herangehensweise an die Klausuren im 2. Examen ist m.E. nicht vergleichbar mit denen im 1. Examen und mir bereitet z.B. die Beweisw\u00fcrdigung teilweise doch arge Probleme.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich\u00a0schreibt man auch Klausuren in der AG und bekommt somit dort auch ein Feedback was\u00a0den eigenen\u00a0Leistungsstand angeht: den setze ich aber nicht mit dem Standard gleich, wie ich ihn in den Examensklausuren dann erbringen muss. Die Bewertung wird denke ich auch um einiges anders sein als in den AG-Klausuren (sonst d\u00fcrfte demnach wohl im gesamten Durchgang nur eine Person durchfallen, denn mehr als die \u00fcberwiegenden Mehrheit besteht die AG-Klausuren ja auch akzeptabel, der Schnitt in den Examensklausuren liegt aber durchweg konstant bei 5 Punkten). Es ist m.E.\u00a0daher ein Trugschluss wenn man meint &#8222;in der AG war es immer ok, dann wird es im Examen auch so laufen.&#8220;&#8230;ich kenne aber einige Kollegen, die gerade diese Denkweise an den Tag legen.<\/p>\n<p>Ausgehend von meiner Situation (und nur die kann ich ja beurteilen) muss ich sagen, dass ich den Ablauf und die Organisation im Referendariat einfach nicht examensfreundlich finde. Die Arbeitsbelastung ist je nach Ausbilder extrem unterschiedlich (was ich ja auch in meinem letzten Beitrag schon thematisiert habe) und das nervt mich wirklich sehr, vor allem da man es in der Zivilgerichtsstation oder bei der Staatsanwaltschaft auch nicht beeinflussen kann wen man als Ausbilder bekommt.<\/p>\n<p>Klausurenschreiben soll das A und\u00a0O sein&#8230;fein, dachte ich mir&#8230;da f\u00e4ngste mit an. Nun ist es aber so, dass der Klausurenkurs manchmal zeitlich mit der AG kollidiert, so dass man entweder gar nicht am Klausurenkurs teilnehmen kann oder aber zeitlich zwar k\u00f6nnte, sich dann aber die Frage stellt, wie sinnvoll es noch ist (auch konzentrationsm\u00e4\u00dfig) wenn ich morgens bereits 5 Std AG habe, dann eine kurze Mittagspause einlege, mein Essen runterschlinge, um dann nochmal 5 Std Klausur zu schreiben. So habe ich es letztens zwar gehandhabt, aber da wei\u00df ich auch jetzt schon, dass nichts gescheutes bei rausgekommen ist. Nur den Sachverhalt abholen, die Klausur \u00fcbers Wochenende schreiben (was ich dann lieber gemacht h\u00e4tte), ist leider nicht erlaubt. Bei den Besprechungsterminen sieht es \u00e4hnlich aus. Ich werde im neuen Jahr ab der Anwaltsstation bei so gut wie keinem Besprechungstermin des Klausurenkurses teilnehmen k\u00f6nnen, weil dieser zeitlich so ung\u00fcnstig und auch so fr\u00fch liegt, dass ich an diesem Tag immer beim Ausbilder bin und dort einfach nicht schon um 15h wieder abhauen kann. Ich hoffe daher inst\u00e4ndig, dass mir die Korrektur etwas bringt, ansonsten sehe ich n\u00e4mlich wenig Nutzen und \u00fcberlege ernsthaft den Pr\u00e4senzklausurenkurs nicht mehr zu besuchen und stattdessen Klausurf\u00e4lle zu Hause zu l\u00f6sen oder an einem Fernklausurenkurs teilzunehmen.<\/p>\n<p>Die Station selbst ist insoweit echt in Ordnung. Nervig ist halt insgesamt der Ablauf der Station, weil ich relativ h\u00e4ufig AG habe, da wir die freie Zeit wegen der Weihnachts-\/Neujahrsfeiertage irgendwie ausgleichen m\u00fcssen. So bin ich also wirklich von Montag bis Freitag jeden Tag entweder von morgens bis nachmittags bei der AG (und danach lerne ich nicht mehr, da ist der Kopf dann auch zu nach 5-8 Std AG) oder ich bin halt beim Ausbilder und wenn ich dann gegen 15:30\/16h zu Hause bin\u00a0(da bin ich ja noch wirklich gut dran, einige haben\u00a0bei ihrem Ausbilder ja wirklich bis 17h Anwesenheitspflicht und sind dementsprechend noch sp\u00e4ter zu Hause)\u00a0wird erstmal was gegessen und das einzige was ich dann noch mache ist, mir ggf. die AG-Unterlagen von der letzten Einheit anzugucken (mein AG-Leiter ist da sehr motiviert und wir bekommen sehr viel an Material ausgeh\u00e4ndigt, das \u00fcberwiegend aber auch wirklich richtig gut ist). Richtigen Elan und Motivation dann aber wirklich konzentriert noch f\u00fcr das 2. Examen zu lernen oder gar Klausuren durchzul\u00f6sen, die habe ich dann aber einfach nicht mehr. Ich sehe also zu, dass ich in der AG \u201emitkomme\u201c, auch im Hinblick auf die bald stattfindende erste AG-Klausur, aber das war es auch\u2026vertiefen oder gar das alte Wissen aus den anderen Station wiederholen mache ich nicht. Zeit dazu h\u00e4tte ich zwar am Wochenende, aber ich muss ehrlich gestehen: ich mag mein Sozialleben auch sehr gerne \ud83d\ude09 und sehe es nicht ein, die Wochenenden jetzt schon nur mit lernen zu verbringen. Das k\u00f6nnte ich nat\u00fcrlich, aber zum Einen m\u00fcssen Dinge die unter der Woche liegengeblieben sind auch erledigt werden (und sei es nur der Einkauf f\u00fcr die kommende Woche) und zum Anderen brauche ich auch einfach mal zumindest einen Tag in der Woche, an dem mein Kopf wirklich mit keinem einzigen Paragraphen in Ber\u00fchrung kommt. \ud83d\ude00\u00a0An einem Tag am WE\u00a0mache ich oft noch was juristisches\u00a0f\u00fcr ein paar St\u00fcndchen, aber das beschr\u00e4nkt sich dann auch auf die aktuelle Station\/Loseblattsammlung updaten\/Unterlagen durchgucken bzw. das jeweilige Kapitel nachlesen&#8230;.aus der Zivilrechtsstation (bei der ich damals ordentlich hinterher hing) wei\u00df ich gef\u00fchlt nichtmal mehr wie man eine Relation aufbaut. :-O<\/p>\n<p>Immer mal ein St\u00fcndchen einscheiben ist sicher drin, aber dieses regelm\u00e4\u00dfige, konstante Lernen: das kann ich (zeitlich) einfach gar nicht. Ich sehe es also kommen, dass das Lernen f\u00fcr&#8217;s 2. Examen wohl komplett kurz vor den Examensklausuren unter enormen Stress und Zeitdruck stattfinden wird. :-\/ Den Gedanken an das 2. Examen verdr\u00e4nge ich zwar momentan noch in gekonnter Art und Weise \ud83d\ude09 (auch wenn es ja wirklich nicht mehr sooo lange hin ist)&#8230;aber es nervt mich (obwohl ich da nicht die einzige bin wie ich aus meinem Umfeld mitkriege), dass ich zeitlich einfach nicht regelm\u00e4\u00dfig mehrere Stunden am St\u00fcck zum wirklich konzentrierten lernen komme, sondern jede Woche anders aussieht (allein schon weil der AG-Plan jede Woche anders liegt). Ich frage mich daher wirklich, wie\/wann man mal gezielt lernen soll\u2026und wenn das eh nur auf die Tauchstation verschoben wird, sehe ich noch weniger Sinn in dem Ablauf des Referendariats. Wie schonmal in einem meiner fr\u00fcheren Beitr\u00e4ge (ich glaube auch schon mehr als einmal \ud83d\ude00 ) erw\u00e4hnt: ich mache\u00a03 Kreuze, wenn das Referendariat vorbei ist. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ich gehe auch davon aus, dass ich kein zufriedenstellendes Ergebnis fabrizieren werde und dann w\u00fcrde ich aber einfach nochmal den Verbesserungsversuch schreiben\u2026so sehe ich es momentan kommen (wie es letztlich alles kommt wird man dann sehen, vielleicht bestehe ich das schriftliche Examen ja auch nicht). Aber so ist mein momentaner Gedankengang, mit dem ich mich immerhin gut anfreunden und derzeit auch gut mit leben kann, denn andere Pl\u00e4ne und Vorgehensweisen \u00fcber einen konstanten Zeitraum sind irgendwie gerade nicht realisierbar. \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Frostige Gr\u00fc\u00dfe (&#8222;frostig&#8220; wegen dem Wetter und nicht in Bezug auf meine Laune \ud83d\ude09 ),<\/p>\n<p>Emily*<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zugegeben, die \u00dcberschrift ist etwas d\u00e4mlich. Ich wei\u00df auch gar nicht wie ich darauf\u00a0gekommen bin\u00a0(nein, ich habe nichts getrunken! \ud83d\ude09 ), aber die zentrale Frage um die es geht ist: wann lernt man eigentlich f\u00fcr das 2. Examen? 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