{"id":5418,"date":"2012-03-31T11:53:45","date_gmt":"2012-03-31T09:53:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=5418"},"modified":"2012-03-31T03:58:48","modified_gmt":"2012-03-31T01:58:48","slug":"der-feind-im-papierformat-die-proberelationshausarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/zivilrechtsstation\/der-feind-im-papierformat-die-proberelationshausarbeit\/","title":{"rendered":"Der Feind im Papierformat: Die Proberelationshausarbeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5446\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/vuvukmoi1.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"168\" \/>*Sie ist weg, weg&#8230;und ich bin wieder allein, allein&#8230;*. \ud83d\ude00 Die Bearbeitungszeit f\u00fcr die Proberelationshausarbeit ist nun auch vorbei. Wir hatten eine Woche Zeit. Effektiv habe ich 3 Tage (die aber daf\u00fcr auch fast vollst\u00e4ndig von morgens bis abends) an der Hausarbeit gesessen (nachdem ich zuvor geh\u00f6rt habe in &#8222;2-3 Tagen schaffe man das *locker*&#8220;, war ich anfangs noch frohen Mutes das es zeitlich mit 2-3 Tagen kein Problem werden w\u00fcrde). Es lief dann aber doch nicht ganz sooo locker und stressfrei ab wie ich zun\u00e4chst dachte. <!--more--><\/p>\n<p>Ich habe bl\u00f6derweise die letzten 3 Tage genutzt anstatt die erste H\u00e4lfte der Bearbeitungswoche an der Hausarbeit zu schreiben, aber die erste H\u00e4lfte der Bearbeitungszeit habe ich noch viel zu tun gehabt mit Nebenjob etc. Die anderen Referendare sa\u00dfen wohl effektiv auch 2-4 Tage an der Hausarbeit (also die ganzen 7 Tage hat keiner genutzt), allerdings fand es keiner so wirklich easy-peasy und vollkommen auf die leichte Schulter genommen hat es auch so gut wie niemand&#8230;viele haben dann doch die ein oder andere Schicht abends nochmal zwischengeschoben&#8230;oder direkt die Morgens-\/Nachmittagsschicht nochmal zur Abend-\/Nachtschicht verl\u00e4ngert. \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Die Hausarbeitsnote flie\u00dft mit in die AG-Zeugnisnote ein und da mag man jetzt sagen was man will und ob diese Zeugnisse \u00fcberhaupt eine gewisse Relevanz haben mag auch einmal dahingestellt sein, aber Fakt ist doch: \u00fcber 4 Punkte wird sich da sicherlich niemand freuen. Von daher m\u00f6chte man ja auch nicht &#8222;negativ&#8220; auffallen: wer wei\u00df ob der ein oder andere Pr\u00fcfer in der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung nicht doch mal ein Auge auf die Zeugnisse wirft und ggf. aufgrund guter Zeugnisse einen Sozialpunkt vergibt wenn man zwischen zwei Noten steht oder damit eine verhauene Leistung vielleicht etwas hochwerten kann, indem man bei der einen Klausuren halt &#8222;einen schlechten Tag gehabt hat&#8220; oder man das Zeugnis f\u00fcr die Bewerbung bei einer Anwaltsstation mitschicken soll. Auch wenn ich bisher oft geh\u00f6rt habe, dass man die Zeugnisse eh nicht ernst nehmen kann und sie notenm\u00e4\u00dfig meistens auch \u00fcberdurchschnittlich ausfallen und daher das ganze Bild etwas verzerren, m\u00f6chte man doch auch gerade dann nicht jemand sein, der von dem &#8222;Regelfall&#8220; abweicht und ein schlechtes Zeugnis in seiner Akte hat (au\u00dferdem w\u00fcrde es beim AG-Leiter glaube ich auch nicht sonderlich gut ankommen, wenn man eine Woche Zeit hat und dann etwas abgibt was aussieht wie in 5 Minuten lustlos hingeschmiert weil es einem total egal ist und man es nicht ernst nimmt).<\/p>\n<p>Zur Relevanz und Bedeutung der Zeugnisse: wie gesagt, alles spekulativ, aber auf ein schlechtes Zeugnis anlegen sollte man es dann doch nicht und ich denke jeder m\u00f6chte doch (am liebsten nat\u00fcrlich mit geringstem Aufwand *g* aber das geht leider nur in den seltensten F\u00e4llen) eine f\u00fcr sich bestm\u00f6glichste Gesamtnote im Zeugnis erreichen wenn eine Leistung abgegeben wird deren Note zum Teil in diese Endnote einflie\u00dft und die man in mancher Hinsicht auch etwas beeinflussen kann (zumindest aufgrund der Bearbeitungszeit von einer Woche und der M\u00f6glichkeit sich mit anderen Referendaren aus der Gruppe auszutauschen doch immerhin mehr als wenn ich jetzt eine 5-st\u00fcndige Klausur schreibe). Au\u00dferdem: wenn man sich schon intensiv mit der Arbeit auseinandergesetzt hat, m\u00f6chte man ja auch, dass sich der Aufwand gelohnt hat und man positives Feedback bekommt (also ich finde das zumindest motivierend \ud83d\ude09 ).<\/p>\n<p>Ich kenne auch Referendare, denen sind die Noten w\u00e4hrend des Referendariats und die Zeugnisse die man dort bekommt wirklich vollkommen egal. Das muss letztlich jeder mit sich ausmachen und das so handhaben, dass man mit sich selbst zufrieden ist. Ich wei\u00df nur: ich w\u00e4re es halt nicht und ich kann auch eine Sache nicht halbherzig angehen. Entweder macht man etwas ganz oder gar nicht&#8230;und wenn schon ganz: dann soll sich der Aufwand doch auch bitte positiv\u00a0im Ergebnis widerspiegeln (damit meine ich jetzt nicht das es 18 Punkte sein sollen [ich halte nach es nach wie vor f\u00fcr ein Ger\u00fccht, dass die Skala \u00fcberhaupt bis dahin geht \ud83d\ude09 ]), aber eine Note so in dem Dreh\u00a0zwischen\u00a09 &#8211; 13 Punkten w\u00e4ren schon toll in der Hausarbeit. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ich fand die Akte die wir relationsm\u00e4\u00dfig zur Bearbeitung bekommen haben allerdings doch sehr anspruchsvoll (nachdem ich anfangs nur mal kurz durchgebl\u00e4ttert habe und dachte &#8222;ach, das passt ja&#8220;, schlug diese Meinung, nachdem ich mich dann wirklich rangesetzt habe, recht schnell um\u00a0und ich entdeckte lauter kleine und gro\u00dfe gemeine Feinheiten). Ich fand die Hausarbeit &#8211; rein subjektiv &#8211; im Vergleich mit anderen, \u00e4lteren Relationshausarbeiten die ich von 2 Bekannten gesehen habe nicht nur prozessual, sondern auch materiell-rechtlich um einiges schwieriger (gut, das kann man nat\u00fcrlich immer sagen&#8230;ist daher auch jetzt nur meine subjektive Meinung). \ud83d\ude09 Vieles musste man sich erstmal komplett neu anlesen, ob es vorliegend \u00fcberhaupt relevant ist etc. Das ist nun noch nichts ungew\u00f6hnliches. Problematisch war allerdings, dass dies auch f\u00fcr den materiell-rechtlichen Teil galt und man im materiellen Teil ewig lange nach Anspruchsgrundlagen im BGB suchen konnte um dann nach R\u00fccksprache mit den anderen Referendaren, von denen &#8211; etwas \u00fcberspitzt gesagt &#8211; auf 3 Referendare dann 4 unterschiedliche Meinungen fielen \ud83d\ude00 man letztlich durch die Recherche bei Juris und Co (und irgendwann auch aufgrund der &#8222;ich entscheide mich jetzt einfach f\u00fcr irgendwas und basta&#8220;-Einstellung) feststellen musste, dass es f\u00fcr einige der Anspr\u00fcche scheinbar gar keine konkrete Norm gibt (oder vielleicht doch und niemand hat sie gefunden? Wir werden es sp\u00e4testens bei der Wiedergabe erfahren \ud83d\ude09 ).<\/p>\n<p>Auch das prozessuale Grundger\u00fcst war nun ausgerechnet eines, das wir bisher noch nicht behandelt haben. Man kennt es ja schon von den Hausarbeiten im Studium, dass der Stoff drankommt, der erst im kommenden Semester behandelt wird. Ich find das dennoch immer wieder nervig, wenn das Gegenteil von dem drankommt was man bisher gemacht hat, anstatt das was man bisher gemacht hat mit der Hausarbeit in dem Sinne einfach\u00a0abzupr\u00fcfen, ob man das bisherige auch wirklich richtig verstanden hat (ein paar kleine neue Dinge kann und sollte man ja trotzdem immer einbauen, aber so v\u00f6llig neue Sachen&#8230;ich find das immer sehr nervig und sehe das teilweise auch als gro\u00dfe Zeitverschwendung an: H\u00e4tte ich im Studium damals bei den Hausarbeiten f\u00fcr die Zwischenpr\u00fcfung schon eher rausgefunden dass das so abl\u00e4uft, dann\u00a0h\u00e4tte ich einfach jede Hausarbeit ein Semester sp\u00e4ter geschrieben; die Hausarbeiten w\u00e4ren dann auch viel schneller und einfacher von der Hand gegangen. \ud83d\ude42 Dementsprechend musste man sich auch bei der Proberelationshausarbeit erstmal komplett neu einlesen um zu wissen wie man das Ganze aufbaut, was ben\u00f6tigt wird und wie der Ablauf \u00fcberhaupt funktioniert. Das war schon recht nervig.<\/p>\n<p>100% zufrieden bin ich nicht (aber wer ist das schon) weil ich mir doch bei einigen Sachen bis zum Schluss unsicher war (und immer noch bin) ob das \u00fcberhaupt so passt oder das jetzt genau falsch gemacht wurde und ein grober Schnitzer ist, aber ich habe\u00a0die Hausarbeit\u00a0dann einfach fertig geschrieben (irgendwann muss man sich ja mal irgendwie entscheiden) und werde jetzt einfach mal abwarten was dann letztlich bei rauskommt (was anderes bleibt mir ja auch nicht \u00fcbrig). \ud83d\ude42 Ich hoffe aber inst\u00e4ndig, dass ich nun wirklich nie nie nie wieder eine Hausarbeit schreiben muss (ich dachte eigentlich das w\u00e4re mit Studienende auch erledigt&#8230;hah! Falsch gedacht, mal gucken welche Irrt\u00fcmer sich mir in der Folgezeit noch er\u00f6ffnen werden \ud83d\ude09 )&#8230;Hausarbeiten\/Referate\/m\u00fcndliche Mitarbeit liegt mir zwar besser als Klausuren (da bin ich oft zu hibbelig und \u00fcberlese gerne mal was) aber das hei\u00dft ja trotzdem nicht automatisch, dass ich scharf drauf bin auch weiterhin welche zu schreiben. \ud83d\ude09 Ich habe somit\u00a0f\u00fcr mich beschlossen, dass ich allein auch schon\u00a0aus diesem Grund nicht durch das 2. Examen fallen darf, denn wenn man durch das 2. Examen durchf\u00e4llt muss man Erg\u00e4nzungsdienst machen, d.h. in der Regel die ersten beiden Pflichtstationen wiederholen bevor man erneut das 2. Examen schreiben darf&#8230;und dann h\u00e4tte ich mit Wiederholung der 1. Pflichtstation ja noch einmal eine Hausarbeit zu schreiben. Das muss nach meinem Geschmack allerdings nicht unbedingt sein&#8230;und ich hoffe nat\u00fcrlich, dass das auch nicht so sein wird. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Kaum ist die Hausarbeit abgegeben, ist \u00fcbrigens auch schon die n\u00e4chste Arbeit in Sicht. Diesmal handelt es sich allerdings nicht mehr um eine Hausarbeit, sondern die erste Klausur in der Arbeitsgemeinschaft. W\u00e4hrend der 1. Pflichtstation schreibt man insgesamt 3 Klausuren (deren Bewertung\u00a0nat\u00fcrlich &#8211; welch \u00dcberraschung &#8211; auch wieder in die Gesamt-Zeugnisnote einflie\u00dft). In knapp 3 Wochen ist es schon soweit&#8230;bis dahin muss ich unbedingt noch lernen (oder besser gesagt: endlich erstmal richtig anfangen zu lernen, bisher kam ich noch nicht wirklich dazu).<\/p>\n<p>Eine Lerngruppe wurde letzte\u00a0Woche auch spontan gegr\u00fcndet. Wir sind entweder zu zweit oder zu dritt (die dritte Person ist noch unschl\u00fcssig) und wollen uns dann einmal w\u00f6chentlich treffen.\u00a0In der Lerngruppe wollen wir\u00a0den\u00a0Stoff, den wir in der AG behandelt haben, abfragen\/besprechen oder anhand einfacher F\u00e4lle mal einen Aktenvortrag \u00fcben\u00a0(soweit nur der grobe Plan, ein genauer Ablaufplan existiert noch nicht). Ich bin mal gespannt ob das funktioniert.\u00a0Zum 1. Examen hatte ich damals auch eine Lerngruppe, das hat aber nicht wirklich viel gebracht\u00a0und die Lerngruppe l\u00f6ste sich darum\u00a0auch nach 4-5 Treffen\u00a0wieder auf.\u00a0Vielleicht lag es daran, dass die Lerngruppe damals mit 5 Leuten zu gro\u00df und der Wissensstand extrem unterschiedlich war. Prinzipiell lerne ich auch lieber alleine, aber da ich letztens gefragt wurde wollte ich nochmal einen erneuten Versuch starten und dem Vorhaben &#8222;Lerngruppe&#8220; eine zweite Chance geben. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Ab n\u00e4chster Woche habe ich dann nur noch einmal w\u00f6chentlich Arbeitsgemeinschaft. Neben der Arbeitsgemeinschaft beginnt nun auch die Ausbildung beim Richter. Ich habe mir direkt nach Abgabe der Proberelationshausarbeit 2 Akten von meinem Richter abgeholt. Vom Umfang sind sie wirklich ok, da kann man nichts gegen sagen. Ich hatte bef\u00fcrchtet eine Akte w\u00e4re schon ein richtiger Berg, aber der Richter war sehr gn\u00e4dig bei der Aktenauswahl und hat mir nicht direkt f\u00fcr die erste Bearbeitung die dicksten Akten von seinem Schreibtisch mitgegeben. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Euch noch einen sch\u00f6nen Tag&#8230;und hoffentlich kommt das Wochenende die Sonne wieder raus. Die letzten Tage hatte ich leider gar nichts von dem sch\u00f6nen Wetter weil ich an der Hausarbeit sa\u00df und jetzt wo sie abgegeben ist ist das Wetter wieder schlechter (wie sollte es auch anders sein&#8230;). Daf\u00fcr entsch\u00e4digt mich aber gerade der Blick auf das Konto: das erste Ref-Gehalt ist mittlerweile da&#8230;und sogar die vollst\u00e4ndige Summe und nicht nur ein kleiner Abschlag&#8230;juhuuu. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Emily*<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>*Sie ist weg, weg&#8230;und ich bin wieder allein, allein&#8230;*. \ud83d\ude00 Die Bearbeitungszeit f\u00fcr die Proberelationshausarbeit ist nun auch vorbei. Wir hatten eine Woche Zeit. 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