{"id":4449,"date":"2011-11-10T17:14:45","date_gmt":"2011-11-10T16:14:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=4449"},"modified":"2012-01-20T16:20:49","modified_gmt":"2012-01-20T15:20:49","slug":"referendariat-in-owl-41-s1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/nrw\/referendariat-in-owl-41-s1\/","title":{"rendered":"Referendariat in OWL (41) &#8211; S1"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4457\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/MP51.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Heute stand die <strong>S1-Klausur<\/strong> auf dem Programm (13 eng bedruckte Seiten).\u00a0 Und ich muss sagen, sie war vom Umfang her machbar. Es musste nat\u00fcrlich eine Anklageschrift und eine Abschlussverf\u00fcgung gefertigt werden. 4 Tatkomplexe:<\/p>\n<p>(1) Abend des 24.09.2011: Der beschuldigte H, der sich im Krankenhaus aufh\u00e4lt, f\u00fchlt sich einsam und will eine Prostituierte anrufen. <!--more--><\/p>\n<p>Sein Handy verf\u00fcgt nicht \u00fcber Guthaben, ein Bekannter im Krankenhaus verweigert das Telefonat mit seinem Handy (Prepaid, 10 Euro Guthaben). Als der Bekannte rauchen geht, nimmt sich der H dessen Handy (ohne PIN-Sperre) und vertelefoniert das Geld vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>(2) Die Frau an der anderen Leitung, die Prostituierte B, macht ihm klar, dass heute Abend nur was geht, wenn H Geld hat. Deshalb beschlie\u00dft H sich Geld zu beschaffen. Er nimmt sein Handy und seine schwarze <strong>Sporttasche<\/strong> und stiefelt in eine Westfalen Tankstelle in M\u00fcnster (23:40 Uhr). Dort droht er dem Kassierer mit der in seiner Tasche befindlichen <strong>angeblichen Bombe<\/strong>. Dieser nimmt ihn nicht ernst (&#8222;Dann musst du uns jetzt in die Luft sprengen&#8220;). Daraufhin zieht der H ohne Beute von dannen.<\/p>\n<p>(3) In einer Aral-Tankstelle in M\u00fcnster, ca. eine halbe Stunde sp\u00e4ter (0:10 Uhr), trifft er auf eine weibliche Bedienstete und hat mehr Gl\u00fcck. Die Frau Herzog (H) wird panisch und gibt ihm 1.550 Euro und eine Stange Marlboro. (4) Diese haut er bis 4 Uhr nachts in der Luna-Bar in M\u00fcnster mit Alkohol und Frauen (der B) auf den Kopf. Einen Tag sp\u00e4ter wird er in M\u00fcnster vorl\u00e4ufig festgenommen und es ergeht Haftbefehl.<\/p>\n<p>Prozessual gab es das Problem, dass der H auf der Wache einen Bekannten traf und ihm die Geschichte vollst\u00e4ndig gestanden hatte. Das Problem war nur, dass der Bekannte Polizist in Zivilkleidung war und den H zum Ermittlungsrichter \u00fcberf\u00fchren sollte. Der H hat sich w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs vollst\u00e4ndig eingelassen, weil er den anderen gerade nicht f\u00fcr einen Polizisten hielt. <strong>Der Polizist hat ihn sch\u00f6n reden lassen<\/strong>. Am Ende gibt er sich zu erkennen und belehrt ihn. Darauf verweigert H &#8211; mittlerweile anwaltlich vertreten &#8211; seine Aussage. Verwertungsverbot?<\/p>\n<p>Ansonsten ist der H durch allerhand Indizien belastet worden: Die H hat ihn bei dem 2. \u00dcberfall wiedererkannt, beim 1. Fall erinnert sich der Kassierer an ihn zu 80%. Bei der Festnahme hat er noch die schwarze Tasche, au\u00dferdem gibt es Video\u00fcberwachung in den Tanken (Aufnahmen auf USB-Stick). Au\u00dferdem trug er bei den Taten eine blaue Jogginghose mit einem markanten Streifen (ok, das geh\u00f6rt sowieso bestraft!). Daran konnten sich auch die Leute im Krankenhaus noch erinnern. Der Prostituierten B hat der H auch gesteckt, dass er eben mit einem Prepaidhandy telefoniert habe. Au\u00dferdem hat der H noch eine 8 monatige Bew\u00e4hrung offen. Autsch! Ab zur Gro\u00dfen Strafkammer&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute stand die S1-Klausur auf dem Programm (13 eng bedruckte Seiten).\u00a0 Und ich muss sagen, sie war vom Umfang her machbar. 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