{"id":3949,"date":"2011-07-28T14:22:54","date_gmt":"2011-07-28T13:22:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=3949"},"modified":"2012-01-20T16:22:28","modified_gmt":"2012-01-20T15:22:28","slug":"referendariat-in-owl-31-tauchen-beim-anwalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/nrw\/referendariat-in-owl-31-tauchen-beim-anwalt\/","title":{"rendered":"Referendariat in OWL (31) &#8211; Tauchen beim Anwalt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-4008\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/MP900399443.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"160\" \/>Ein Fachbegriff unter Referendaren ist das &#8222;Tauchen&#8220;. Damit ist gemeint, im letzten Ausbildungsabschnitt vor den Klausuren m\u00f6glichst von Stationsarbeit beim Anwalt verschont zu bleiben. Also &#8222;Urlaub&#8220; zum Lernen. Heute wollte ich mal berichten, wie meine Kollegen und ich das mit dem Tauchen so halten. Es gibt da aus meiner Sicht drei verschiedene Modelle:<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Der Taucher<\/strong>: Er hat sich umgeh\u00f6rt, bei welchem Anwalt man so gut wie nichts tun muss. <!--more-->Er l\u00e4sst sich dann diesem Anwalt zuteilen, wo er maximal einmal pro Woche auftauchen muss. Die damit gewonnenen Freir\u00e4ume verbringt er in Bibliothek oder eigenem K\u00e4mmerchen, um sich maximal auf die anstehenden Klausuren vorzubereiten.<\/p>\n<p>Pro: entspannte Ref-Zeit, keine Ausbeutungsgefahr durch Anwalt, gute Klausurvorbereitung m\u00f6glich<br \/>\nContra: keinerlei Praxiserfahrung, keine richtigen Kontakte, man muss sich jeden Tag zum Lernen aufraffen (zuviel Lernzeit ist nicht immer gut)<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&#8211; <strong>Der Arbeiter<\/strong>: Er nutzt die Anwaltsstation, um einen richtigen Einblick in die anwaltliche T\u00e4tigkeit zu bekommen. Er ist 3-4 Tage die Woche beim Anwalt und bekommt auch Geld daf\u00fcr. Lernen tut er anhand der \u00fcerlassenen Akte oder am Wochenende. Tauchen tut er erst am Ende der neunmonatigen Anwaltsstation, maximal 3 Monate.<\/p>\n<p>Pro: Viel Praxiserfahrung und Kontakte, Vorgeschmack auf die sp\u00e4teren Arbeitsbedingungen<br \/>\nContra: Klausurenschreiben nebenbei ist schwierig, billige Arbeitskraft f\u00fcr den Anwalt<\/p>\n<p>&#8211; <strong>Der Allrounder<\/strong>: Er nimmt die goldene Mitte beider Modelle. Er arbeitet 4-5 Monate wie der &#8222;Arbeiter&#8220;, um anschlie\u00dfend 4-5 Monate zu tauchen. Geld bekommt er keines oder wenn \u00fcberhaupt als Einmalzahlung.<\/p>\n<p>Pro: Gezielte Vorbereitung auf die Klausuren in angemessener Zeit, relativ guter Einblick in die anwaltliche T\u00e4tigkeit<br \/>\nContra: kaum Bezahlung m\u00f6glich, nicht so gute Kontakte wie Arbeiter<\/p>\n<p>Letztlich sind alle Tauchen-Typen in einer AG vertreten. Bisher hatte ich den Eindruck, dass jeder mit seiner Entscheidung\u00a0 zufrieden ist. Es ist vor allem eine <strong>pers\u00f6nliche Entscheidung<\/strong>, bei dem auch der Lernstand des Referendars eine Rolle spielt. Wer im Referendariat kontinuierlich gelernt hat, kann ohne Weiteres den Arbeiter in der Anwaltsstation geben. Wer &#8211; aus welchen Gr\u00fcnden auch immer &#8211; nicht immer die AG nachgearbeitet hat, sollte in der Anwaltsstation eher tauchen. Denn was n\u00fctzen Kontakte, wenn sp\u00e4ter nur mit einem ausreichend das 2. Staatsexamen macht? Gar nichts!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Fachbegriff unter Referendaren ist das &#8222;Tauchen&#8220;. Damit ist gemeint, im letzten Ausbildungsabschnitt vor den Klausuren m\u00f6glichst von Stationsarbeit beim Anwalt verschont zu bleiben. Also &#8222;Urlaub&#8220; zum Lernen. Heute wollte ich mal berichten, wie meine Kollegen und ich das mit dem Tauchen so halten. 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