{"id":3334,"date":"2011-03-06T13:18:42","date_gmt":"2011-03-06T12:18:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=3334"},"modified":"2012-01-20T16:23:59","modified_gmt":"2012-01-20T15:23:59","slug":"referendariat-in-owl-22-beitragsproblematik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/nrw\/referendariat-in-owl-22-beitragsproblematik\/","title":{"rendered":"Referendariat in OWL (22) \u2013 Geld vom Anwalt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-3345\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/ubobozub2.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Mit <strong>10 Monaten <\/strong>ist die Anwaltsstation in NRW die l\u00e4ngste Station. Und wenn man nicht nach <a href=\"http:\/\/www.hfv-speyer.de\/js-start.htm\" target=\"_blank\">Speyer<\/a> will und deshalb die Anwaltsstation aufteilen muss, verbringt man die gesamte Zeit<strong> bei einem Anwalt<\/strong>. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind Bequemlichkeit &#8211; man will sich nicht zweimal in eine Kanzleistruktur einarbeiten &#8211; und eine zwei- dreimonatige Tauchphase. Ich selbst hatte auch gar keine Wahl, bei meiner Kanzlei k\u00f6nne man sein Referendariat nur \u00fcber die vollen 10 Monate machen. <!--more--><\/p>\n<p>Dabei ist<strong> keineswegs \u00fcblich, dass man<\/strong> f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit als Referendar in der Anwaltsstation <strong>extra bezahlt wird<\/strong>. Die Anw\u00e4lte nehmen die Extraarbeitskraft gerne kostenlos mit, und weil sie keine Unmenschen sind, bekommt man neben dem AG-Tag noch einen freien Lerntag f\u00fcrs Klausurenschreiben und AG-Nacharbeiten. Wahrscheinlich bekommt man dann auch kein eigenes B\u00fcro in der Kanzlei, sondern muss auf Anfrage in der Kanzlei mit seinen Ausf\u00fchrungen und der Akte aufschlagen. Die \u00fcberwiegende Zahl der Referendare in meiner AG verf\u00e4hrt so. Examenstechnisch ist das auch nicht unklug, weil bei einer freien Mitarbeit mit freier Zeiteinteilung genug Zeit zum Lernen bleibt.<\/p>\n<p>Ich bin einen anderen Weg eingeschlagen. <strong>Ich arbeite 4 Tage die Woche<\/strong> voll und ohne freien Lerntag ( <strong>9 bis 17 Uhr<\/strong>). Danach kann man noch ein wenig Skripte lesen, aber zumindest Klausuren schreiben wird schwierig (da man ja auch nebenbei waschen, einkaufen, Hemden b\u00fcgeln etc. muss). In Bezug auf das Examen jedenfalls schonmal riskant. Andererseits bekommt man vom Anwaltsberuf mit seinen vielen Facetten auch nur etwas mit, wenn man schlicht &#8222;da&#8220; ist. Und ganz im Ernst, nach 5 Jahren Studium und der Verwaltungsstation habe ich keine Lust mehr auf das Anfertigen von Gutachten ohne Bezug zu den Parteien des Rechtsstreits. Da ich gerne praktisch arbeiten m\u00f6chte, habe ich mich daher auf das &#8211; freilich nicht verhandelbare &#8211; Angebot der Kanzlei eingelassen. Ob das im Nachhinein richtig war, werde ich berichten.<\/p>\n<p>Das \u00fcberdurchschnittliche Engagement lohnt sich f\u00fcr mich auch ein wenig finanziell. Wobei man sagen muss, dass der Lohn f\u00fcr die T\u00e4tigkeit eines Referendars in OWL nicht mit denen in den Hochburgen D\u00fcsseldorf, Hamburg, Frankfurt oder M\u00fcnchen vergleichbar ist. Um mal eine Zahl zu sagen, es sind so <strong>300 &#8211; 400 Euro pro Monat<\/strong>. Und da kommen wir zum Problem der Generation Praktikum &#8211; und das Referendariat ist ein Kettenpraktikum -: Der monatliche Betrag ist nicht fix sondern &#8222;leistungsbasiert&#8220;. Schriftlich habe ich nat\u00fcrlich auch nichts. Also bin ich mal gespannt, was die Zusage des Ausbilders am Ende des Monats wert ist ;). Jedenfalls erlaubt die Kanzlei mir, in den letzten beiden Monaten vor den Klausuren zu &#8222;tauchen&#8220;, also die Zeit vollst\u00e4ndig zum Lernen zu nutzen. Ohne diese Zusage h\u00e4tte ich das Geld in den Wind geschlagen. Denn was n\u00fctzt ein Minijob, wenn durch ein schlechtes 2. StEX der weitere Lebensweg verbaut ist?<\/p>\n<p>Geld vom Anwalt bekommen ist also weder \u00fcblich noch ohne gr\u00f6\u00dferen Arbeitsaufwand zu erreichen. Dies gilt jedenfalls f\u00fcr einen 0815-Juristen wie mich, dessen Papa nicht Partner einer \u00fcberregionalen Soziet\u00e4t ist. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die <a href=\"http:\/\/www.rechtsanwaltskammer-hamm.de\/neuigkeit.details.php?id=505\" target=\"_blank\">gesetzliche Rentenversicherung<\/a> sich diesen kleinen Extra-Obulus auch noch krallen will. Deshalb darf <strong>gegenw\u00e4rtig eine Zuweisung zum Anwalt nur erfolgen, wenn der Anwalt per Freistellungserkl\u00e4rung\u00a0 die auf die Zusatzverg\u00fctung entfallenden Beitr\u00e4ge \u00fcbernimmt<\/strong>. Mein Anwalt meinte dazu nur: &#8222;Ja, dann wird in Zukunft niemand mehr dem Referendar in der Anwaltsstation was zahlen&#8220;. Eine Dreistigkeit, dass man als Rechtsreferendar mit 862 Euro netto in relativer Armut (dh auf Hartz4-Niveau) leben muss und die M\u00f6glichkeit des Zusatzeinkommens durch Schikanen eingeschr\u00e4nkt wird (Genehmigungspflicht f\u00fcr Nebent\u00e4tigkeit, die genannte Freistellungserkl\u00e4rung).<\/p>\n<p>Was diese &#8222;Freistellung&#8220; von mir verlangt &#8211; ich wei\u00df es nicht! Soll ich zu meiner Krankenkasse gehen und sagen: &#8222;Hallo, ich verdiene ab und zu mal ein paar Hundert euro extra. Erh\u00f6ht bitte meinen Beitrag. Aber nicht um zu viel, denn ob ich im n\u00e4chsten Monat wieder 300 Euro bekomme, wei\u00df ich nicht. Hab da n\u00e4mlich nichts Schriftliches!&#8220;. Wer eine Idee f\u00fcr dieses Problem hat, kann mir ja mal &#8211; diskret per Mail \ud83d\ude09 &#8211; schreiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit 10 Monaten ist die Anwaltsstation in NRW die l\u00e4ngste Station. Und wenn man nicht nach Speyer will und deshalb die Anwaltsstation aufteilen muss, verbringt man die gesamte Zeit bei einem Anwalt. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind Bequemlichkeit &#8211; man will sich nicht zweimal in eine Kanzleistruktur einarbeiten &#8211; und eine zwei- dreimonatige Tauchphase. 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