{"id":323,"date":"2009-02-18T15:48:06","date_gmt":"2009-02-18T14:48:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=323"},"modified":"2009-02-18T15:48:06","modified_gmt":"2009-02-18T14:48:06","slug":"reform-des-referendariats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/allgemein\/reform-des-referendariats\/","title":{"rendered":"Reform des Referendariats?"},"content":{"rendered":"<p>In der aktuellen Ausgabe des JuS-Magazins\u00a0findet sich ein interessanter Artikel zu einer m\u00f6glichen\u00a0Reform des Referendariats und konkreten, diskussionsw\u00fcrdigen Verbesserungsvorschl\u00e4gen. Dabei ist hervorzuheben, dass die Autorin das Referendariat in der jetzigen Form grunds\u00e4tzlich f\u00fcr sehr gut h\u00e4lt, also keine Abschaffung oder vollst\u00e4ndige Neuerung fordert, sondern nur punktuell kritisiert.<\/p>\n<p>Die Kritik im Einzelnen:<\/p>\n<ol>\n<li>Die Autorin kritisiert zun\u00e4chst &#8222;die <strong>Kluft zwischen dem theoretischen und dem tats\u00e4chlichen Ziel des Vorbereitungsdienstes<\/strong>&#8222;: W\u00e4hrend der Vorbereitungsdienst die Referendare mit den Aufgaben der Rechtspflege und der Verwaltung vertraut machen und in die Lage versetzen soll, in der Rechtspraxis eigenverantwortlich t\u00e4tig zu sein,\u00a0sei f\u00fcr die Referendare selbst ganz vorrangiges Ziel des Vorbereitungsdienstes, die Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen. Dies liege nat\u00fcrlich an der Wichtigkeit des Ergebnisses des Examens, w\u00e4hrend die Stations- und AG-Noten kaum Relevanz haben.<\/li>\n<li>Die <strong>praktische Ausbildung<\/strong> in den Stationen habe durchg\u00e4ngig nur eine <strong>nachrangige Bedeutung<\/strong> im Referendariat. Zum einen gehen die Arbeitsgemeinschaften und Lehrg\u00e4nge der Stationsausbildung als Dienstpflicht vor. Zum anderen f\u00fchre die notwendige Examensvorbereitung dazu, dass die Referendare nur zu Anfang in der\u00a0Anwaltsstation tats\u00e4chlich praktisch arbeiten. &#8222;(Sp\u00e4testens) f\u00fcnf bis sechs Monate vor den schriftlichen Pr\u00fcfungen tauchen viele Kandidaten unter&#8220;.<\/li>\n<li>Schlie\u00dflich kritisiert die Verfasserin, dass die theoretische Ausbildung in Lehrg\u00e4ngen und Arbeitsgemeinschaften zwar einen erheblichen Teil der den Referendaren zur Verf\u00fcgung stehenden Zeit einnimmt, <strong>eine &#8222;umfassende und systematische&#8220; theoretische Ausbildung aber nicht erfolgt<\/strong>. Dies mache intensive und zeitaufw\u00e4ndige Wiederholungen im privaten Bereich unabdingbar. Zudem seien die Materialien manchmal sehr knapp, manchmal dagegen sehr ausf\u00fchrlich.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Autorin formuliert aber nicht nur Kritik am Referendariat, sondern unterbreitet auch konkrete Vorschl\u00e4ge, wie man den Vorbereitungsdienst verbessern k\u00f6nnte:<\/p>\n<ol>\n<li>Um die durch die Verl\u00e4ngerung der Anwaltsstation auf 9 Monate gewollte St\u00e4rkung der Ausbildung in der Anwaltschaft nicht durch das Tauchen der Referendare leer laufen zu lassen, schl\u00e4gt die Autorin vor, &#8222;<strong>vor der schriftlichen Pr\u00fcfung eine Ruhepause<\/strong> (unter Verlust oder Reduzierung der Unterhaltsbeihilfe) von z. B. drei Monaten einzuf\u00fchren&#8220;.<\/li>\n<li>Die <strong>Anwesenheitspflicht<\/strong> <strong>bei Lehrg\u00e4ngen und AGs solle<\/strong> <strong>gelockert oder abgeschafft<\/strong> werden. Dies w\u00fcrde dann der Verschulung des Referendariats entgegenwirken und die Eigenverantwortlichkeit der Referendare st\u00e4rken, die diese ja auch aus dem Studium kennen.<\/li>\n<li>Das <strong>zeitweilige Aussetzen unter Verlust der Unterhaltsbeihilfe<\/strong> solle zu jedem Zeitpunkt des Referendariats m\u00f6glich sein.\u00a0So k\u00f6nne man den Referendaren die M\u00f6glichkeit einr\u00e4umen, wie vor dem ersten Examen &#8222;schieben&#8220; zu k\u00f6nnen, wobei eine Beschr\u00e4nkung des Schiebens auf maximal 1 Jahr in Betracht kommt.<\/li>\n<li>Schlie\u00dflich spricht sich die Verfasserin daf\u00fcr aus, dass jeder Referendar die <strong>Reihenfolge der Stationen w\u00e4hlen<\/strong> kann. Damit meint sie aber nicht nur den einfachen Tausch zweier Stationen in der zeitlichen Abfolge. Vielmehr soll der\u00a0Referendar, der nicht Anwalt werden m\u00f6chte, die M\u00f6glichkeit haben, die neunmonatige vierte Station beim Gericht oder der Staatsanwaltschaft zu absolvieren. Die Anzahl und L\u00e4nge der Stationen soll also grunds\u00e4tzlich beibehalten werden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In jedem Fall sind dies interessante Vorschl\u00e4ge, die da zur Diskussion gestellt werden. M\u00f6glicherweise haben die Leser des RefBlog auch noch eigene Reformvorschl\u00e4ge, wie sich das Referendariat verbessern l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Diskussion ist er\u00f6ffnet!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der aktuellen Ausgabe des JuS-Magazins findet sich ein interessanter Artikel zu einer m\u00f6glichen Reform des Referendariats und konkreten, diskussionsw\u00fcrdigen Verbesserungsvorschl\u00e4gen. Dabei ist hervorzuheben, dass die Autorin das Referendariat in der jetzigen Form grunds\u00e4tzlich f\u00fcr sehr gut h\u00e4lt, also keine Abschaffung oder vollst\u00e4ndige Neuerung fordert, sondern nur punktuell kritisiert. 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