{"id":2525,"date":"2010-08-28T08:00:10","date_gmt":"2010-08-28T07:00:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=2525"},"modified":"2012-01-20T16:25:34","modified_gmt":"2012-01-20T15:25:34","slug":"referendariat-in-owl-11-mentalitaetswechsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/strafrechtsstation\/referendariat-in-owl-11-mentalitaetswechsel\/","title":{"rendered":"Referendariat in OWL (11) \u2013 Mentalit\u00e4tswechsel"},"content":{"rendered":"<p>Die Zivilstation ist nichts gegen\u00fcber der Strafstation. Das merkt man schon deutlich nach 2 Wochen (!!!). Zivilstation scheint mir Referendariat &#8222;light&#8220; zu sein. Die <strong>Zivil-AGs I + II waren recht locker<\/strong>; die Stoffvermittlung erfolgte deutlich ohne Stress. Der Anders\/Gehle wurde im gem\u00e4chlichen Trott in den 5 Monaten besprochen. Es blieb viel Zeit f\u00fcr das Vorbereiten von Vortr\u00e4gen, eine 30 min\u00fctige Fr\u00fchst\u00fcckspause und fast immer waren wir schon vor 1 wieder auf dem Weg nach Hause. Daran konnte man sich gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Der <strong>Einf\u00fchrungslehrgang<\/strong> f\u00fcr die T\u00e4tigkeit bei der<strong> StA war das genaue Gegenteil<\/strong>. Innerhalb von 5 Unterrichtstagen (zum Gl\u00fcck \u00fcber 2 Wochen) wurde viel Formalkram &#8222;durchgepr\u00fcgelt&#8220;. <!--more-->Die Pause wurde auf 15 Minuten reduziert und einmal mussten wir sogar 5 Stunden sitzen (d.h. eine Stunde nachsitzen), um das Thema Abschlussverf\u00fcgung der StA noch zu behandeln. Zus\u00e4tzlich gab es jeweils nen Packen Hausaufgaben: (1) einen ausgesonderten Examensfall zur n\u00e4chsten Stunde halbschriftlich vorbereiten, d.h. A-Gutachten, B-Gutachten, Abschlussverf\u00fcgung und Anklageschrift, (2) Kurzf\u00e4lle zu Einstellung oder Anklageschrift etc. l\u00f6sen, (3) bestimmte Teilbereiche im Meyer-Go\u00dfner nachlesen. Zus\u00e4tzlich sollte man sich nat\u00fcrlich auch<strong> Sitzungen anschauen<\/strong>, damit man f\u00fcr seinen eigenen Sitzungsdienst einen ersten Eindruck vom Ganzen gewinnt.<\/p>\n<p>Zumindest die ersten <strong>beiden Wochen waren recht heftig<\/strong>. H\u00e4tte ich einen Nebenjob gehabt, h\u00e4tte ich wohl nicht gewusst, wie ich das in der Zeit h\u00e4tte alles schaffen sollen. Die Mentalit\u00e4t bei der StA ist halt eine andere. W\u00e4hrend bei der Zivilstation der Urlaub des Ausbildungsrichters auch immer eigener Urlaub war, gibt es bei der StA f\u00fcr diese Zeit einen Vertreter. Diesen muss man dann umgehend anrufen und sich von diesem neues Aktenmaterial geben lassen. Erfreulicherweise ist mein Vertreter durchaus hilfsbereit beim ersten Kontakt gewesen. Ich denke mal, dass F\u00f6rdern und Fordern in diesem Teil des Referendariats eine gro\u00dfe Rolle spielen.<\/p>\n<p>Ger\u00fcchten zufolge sind wir auch \u00fcbern\u00e4chste Woche mit Sitzungsvertretung &#8222;dran&#8220;. Es gibt also (nur) rund <strong>3 Wochen &#8222;Schonfrist&#8220; bei der StA<\/strong>: Danach darf man sich seine Robe in der Gesch\u00e4ftsstelle abholen und die Anklage vertreten. Der Ausbildungsrichter eines Ref-Kollegen meinte: &#8220; Wenn sie zur StA\u00a0 kommen, wird auch mal endlich richtig gearbeitet&#8220;. Soweit ich das bis jetzt sehe, spricht Vieles f\u00fcr die Richtigkeit dieser Aussage.\u00a0 Sp\u00e4testens ab der Strafstation ist das Jura-Studium &#8222;Geschichte&#8220; und beginnt der Arbeitsalltag!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zivilstation ist nichts gegen\u00fcber der Strafstation. Das merkt man schon deutlich nach 2 Wochen (!!!). Zivilstation scheint mir Referendariat &#8222;light&#8220; zu sein. 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