{"id":1466,"date":"2025-08-05T02:08:01","date_gmt":"2025-08-05T02:08:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=1466"},"modified":"2021-01-08T17:16:56","modified_gmt":"2021-01-08T15:16:56","slug":"der-ehemals-beschwerliche-weg-zum-volljuristen-in-polen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/allgemein\/der-ehemals-beschwerliche-weg-zum-volljuristen-in-polen\/","title":{"rendered":"Der ehemals beschwerliche Weg zum Volljuristen in Polen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5535\" title=\"\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/header1.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"162\" \/>Ein Blick \u00fcber den Tellerrand hat noch nie geschadet, daher behandelt dieser Artikel die Juristenausbildung in unserem Nachbarland Polen. Da ja die Juristenausbildung in Deutschland, insbesondere das Referendariat, st\u00e4ndig in der Kritik ist, k\u00f6nnen wir hier vielleicht etwas lernen&#8230;<\/p>\n<p>In Polen schlie\u00dft man das Jurastudium mit einer Magisterarbeit ab. Anschlie\u00dfend folgt das Referendariat, welches dort &#8222;Aplikacja&#8220; genannt wird.<!--more--><\/p>\n<p>Hier finden wir schon den ersten Unterschied zu unserem Referendariat: Man wird speziell auf den zuvor gew\u00e4hlten Berufszweig, also Richter+Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Notar und Rechtberater (hier bestehen Unterschiede zum klassischen Rechtsanwalt) vorbereitet und ausgebildet.\u00a0 Zudem muss man eine Zulassungspr\u00fcfung zum Referendariat bestehen, um \u00fcberhaupt beginnen zu d\u00fcrfen. Diese Pr\u00fcfung bestehen nicht viele, die Durchfallquoten sind gigantisch.<\/p>\n<p>Die L\u00e4nge des Referendariats h\u00e4ngt von der gew\u00e4hlten Berufsart ab und dauert 2,5 bis 3,5 Jahre. Es schlie\u00dft sich die Pr\u00fcfung an, die in einen schriftlichen und m\u00fcndlichen Bereich geteilt ist. Die Pr\u00fcfungsinhalte differieren stark, je nach dem, welchen Berufszweig man gew\u00e4hlt hat.<\/p>\n<p>Interessant ist auch, dass in Polen die Ausbildung der Anw\u00e4lte und Rechtsberater von der Anwaltskammer organisiert wird. Fr\u00fcher war es so, dass sehr wenige neue Anw\u00e4lte pro Jahr auf den Markt kamen, da die Anwaltskammer angeblich die Zulassungen so steuerte, dass keine Juristenschwemme eintrat. Dies hat sich mittlerweile ge\u00e4ndert, die Durchfallquoten sind l\u00e4ngst nicht mehr so hoch, es dr\u00e4ngen eine Vielzahl neu Ausgebildeter auf den Jobmarkt und die Lage n\u00e4hert sich der deutschen an. Nichts desto trotz ist die Anwaltsdichte noch lange nicht mit der in Deutschland vergleichbar.<\/p>\n<p>Hinweisen m\u00f6chte ich hier auch noch auf die <a href=\"https:\/\/www.dpjv.de\/\">Deutsch-Polnische Juristen-Vereinigung<\/a>. Hier findet ein Austausch von deutschen und polnischen Referendaren statt, es werden Referendare von Deutschland nach Polen und von Polen nach Deutschland vermittelt. F\u00fcr die Bewerbung ist ein Formular hinterlegt. [RefN]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Blick \u00fcber den Tellerrand hat noch nie geschadet, daher behandelt dieser Artikel die Juristenausbildung in unserem Nachbarland Polen. Da ja die Juristenausbildung in Deutschland, insbesondere das Referendariat, st\u00e4ndig in der Kritik ist, k\u00f6nnen wir hier vielleicht etwas lernen&#8230;<\/p>\n<p>In Polen schlie\u00dft man das Jurastudium mit einer Magisterarbeit ab. Anschlie\u00dfend folgt das Referendariat, welches dort &#8222;Aplikacja&#8220; genannt wird. 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