{"id":12897,"date":"2026-09-24T12:06:26","date_gmt":"2026-09-24T12:06:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=12897"},"modified":"2026-09-25T12:31:54","modified_gmt":"2026-09-25T10:31:54","slug":"bverwg-punktesprung-allein-beweist-keine-taeuschung-im-zweiten-staatsexamen-6-b-20-24","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/rechtsprechung\/bverwg-punktesprung-allein-beweist-keine-taeuschung-im-zweiten-staatsexamen-6-b-20-24\/","title":{"rendered":"BVerwG: Punktesprung allein beweist keine T\u00e4uschung im Zweiten Staatsexamen (6 B 20.24)"},"content":{"rendered":"<div class=\"postie-post\">\n<div class=\"postie-attachments\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12898 alignleft\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/QRU7Fldb0Rbpwb5-2.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/QRU7Fldb0Rbpwb5-2.jpg 150w, https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/QRU7Fldb0Rbpwb5-2-140x140.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/div>\n<div>\n<div class=\"WordSection1\">\n<p class=\"MsoPlainText\">Das Bundesverwaltungsgericht hat sich mit der Frage befasst, wann die <a href=\"https:\/\/www.bverwg.de\/200125B6B20.24.0\">nachtr\u00e4gliche Aberkennung eines bestandenen Zweiten Juristischen Staatsexamens<\/a> wegen eines T\u00e4uschungsversuchs gerechtfertigt sein kann. Anlass war der Fall einer Volljuristin, die ihre Pr\u00fcfung mit der Gesamtnote \u201evollbefriedigend\u201c und 10,89 Punkten bestanden hatte. Einige Jahre sp\u00e4ter erkl\u00e4rte das nieders\u00e4chsische Landesjustizpr\u00fcfungsamt die Pr\u00fcfung f\u00fcr nicht bestanden. Hintergrund war der Verdacht, ein am Pr\u00fcfungsamt t\u00e4tiger Richter habe \u00fcber einen Repetitor vorab Klausurtexte und L\u00f6sungshinweise an Pr\u00fcflinge weitergegeben. Die Beh\u00f6rde leitete aus auff\u00e4lligen \u00dcbereinstimmungen zwischen den Klausuren und den internen L\u00f6sungsskizzen sowie aus der deutlichen Verbesserung gegen\u00fcber dem Ersten Staatsexamen einen sogenannten Anscheinsbeweis f\u00fcr eine T\u00e4uschung her. Die Betroffene bestritt, von den Unterlagen vor der Pr\u00fcfung Kenntnis gehabt zu haben.<!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Das Verwaltungsgericht hatte die Klage zun\u00e4chst abgewiesen. In der Berufungsinstanz nahm das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen jedoch eine umfassende Beweisw\u00fcrdigung vor und hob den Aberkennungsbescheid auf. Es konnte nicht mit der erforderlichen \u00dcberzeugungsgewissheit feststellen, dass die Kl\u00e4gerin die L\u00f6sungshinweise vor der Pr\u00fcfung gekannt und f\u00fcr ihre Bearbeitung verwendet hatte. Das Bundesverwaltungsgericht best\u00e4tigte nun, dass diese W\u00fcrdigung keinen revisiblen Fehler erkennen lie\u00df, und wies die Nichtzulassungsbeschwerde des Pr\u00fcfungsamtes zur\u00fcck. Damit blieb die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts bestehen; das bestandene Examen durfte der Juristin nicht nachtr\u00e4glich entzogen werden.<p style=\"border:1px solid; padding: 5px; margin: 2px 0px 10px 0px; line-height: 150%\">\n\t\t\t\tDie RefNews sind das Blog von Juristenkoffer.de - einem der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einem der gr\u00f6\u00dften Vermieter von Kommentaren in Deutschland. 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Es muss den gesamten Prozessstoff ber\u00fccksichtigen, darf erhebliche Erkenntnisquellen nicht ausblenden und muss von einem f\u00fcr die praktische Beweisf\u00fchrung ausreichenden Grad richterlicher \u00dcberzeugung ausgehen. Eine blo\u00dfe M\u00f6glichkeit oder ein auff\u00e4lliger Notensprung ersetzt den Nachweis einer T\u00e4uschung nicht.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesverwaltungsgericht hat sich mit der Frage befasst, wann die nachtr\u00e4gliche Aberkennung eines bestandenen Zweiten Juristischen Staatsexamens wegen eines T\u00e4uschungsversuchs gerechtfertigt sein kann. Anlass war der Fall einer Volljuristin, die ihre Pr\u00fcfung mit der Gesamtnote \u201evollbefriedigend\u201c und 10,89 Punkten bestanden hatte. Einige Jahre sp\u00e4ter erkl\u00e4rte das nieders\u00e4chsische Landesjustizpr\u00fcfungsamt die Pr\u00fcfung f\u00fcr nicht bestanden. 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