{"id":12827,"date":"2026-06-18T14:26:12","date_gmt":"2026-06-18T14:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=12827"},"modified":"2026-06-19T12:28:21","modified_gmt":"2026-06-19T10:28:21","slug":"ovg-niedersachsen-muendliche-pruefung-trotz-offener-klage-gegen-klausurnoten-2-me-26-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/rechtsprechung\/ovg-niedersachsen-muendliche-pruefung-trotz-offener-klage-gegen-klausurnoten-2-me-26-25\/","title":{"rendered":"OVG Niedersachsen: M\u00fcndliche Pr\u00fcfung trotz offener Klage gegen Klausurnoten (2 ME 26\/25)"},"content":{"rendered":"<div class=\"postie-post\">\n<div class=\"postie-attachments\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-12828 alignleft\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/QRU7Fldb0Rbpwb5-2.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/QRU7Fldb0Rbpwb5-2.jpg 150w, https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/QRU7Fldb0Rbpwb5-2-140x140.jpg 140w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/div>\n<div>\n<div class=\"WordSection1\">\n<p class=\"MsoPlainText\">Wer im Zweiten Staatsexamen an den schriftlichen Klausuren scheitert, verliert damit nicht zwingend jede Chance, zeitnah noch zur m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zu gelangen. Genau das zeigt <a href=\"https:\/\/voris.wolterskluwer-online.de\/browse\/document\/dccbcbb2-9ebb-49a7-9342-28ea947bc6c9\">ein Beschluss des OVG Niedersachsen<\/a>, der f\u00fcr das Pr\u00fcfungsrecht im Referendariat erhebliche praktische Bedeutung hat. Ausgangspunkt war ein Rechtsreferendar, der nach einem ersten erfolglosen Versuch den Erg\u00e4nzungsvorbereitungsdienst durchlaufen und die schriftlichen Aufsichtsarbeiten erneut geschrieben hatte. Auch dieser Wiederholungsversuch endete aus Sicht des Pr\u00fcfungsamts mit dem Nichtbestehen. Der Betroffene griff die Bewertungen mehrerer Klausuren an, machte erhebliche Korrekturfehler geltend und wollte deshalb nicht erst den oft langwierigen Ausgang des Hauptsacheverfahrens abwarten, sondern schon vorher zur m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zugelassen werden.<\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Das Verwaltungsgericht hatte den Eilantrag zun\u00e4chst schon als unzul\u00e4ssig angesehen. Die Begr\u00fcndung war formal und f\u00fcr Pr\u00fcflinge unerquicklich: Solange die schriftlichen Bewertungen angegriffen seien, k\u00f6nne keine endg\u00fcltige Gesamtnote gebildet werden; ohne diese fehle es an einer tragf\u00e4higen Grundlage f\u00fcr die m\u00fcndliche Pr\u00fcfung. Das OVG Niedersachsen hat dieser Sicht nun deutlich widersprochen. Nach seiner Auffassung ist ein Antrag auf vorl\u00e4ufige Zulassung zur m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung sehr wohl ein zul\u00e4ssiger Gegenstand eines Verfahrens auf einstweilige Anordnung. Gerade im Pr\u00fcfungsrecht gehe es h\u00e4ufig darum, den Rechtskreis des Pr\u00fcflings vorl\u00e4ufig zu erweitern und irreversible Nachteile zu vermeiden. Wer schl\u00fcssig darlegt, dass bei mindestens einer Klausur erhebliche Bewertungsfehler vorliegen k\u00f6nnten, darf also nicht allein deshalb aus dem Eilrechtsschutz gedr\u00e4ngt werden, weil die sp\u00e4tere Gesamtnote noch offen ist.<!--more--><\/p>\n<p class=\"MsoPlainText\">Besonders relevant ist die Entscheidung, weil sie das organisatorische Gegenargument des Pr\u00fcfungsamts nicht gelten l\u00e4sst. Das Gericht betont, dass die m\u00fcndliche Pr\u00fcfung und die sp\u00e4tere Gesamtnotenbildung notfalls zeitlich entkoppelt werden k\u00f6nnen. Mit anderen Worten: Ein Kandidat kann vorl\u00e4ufig an der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung teilnehmen, w\u00e4hrend die umstrittenen Klausurbewertungen noch gerichtlich \u00fcberpr\u00fcft werden. Erst nach Abschluss des Hauptsacheverfahrens wird dann endg\u00fcltig festgelegt, ob und mit welcher Gesamtnote die Pr\u00fcfung bestanden ist. Auch der Einwand, der Pr\u00fcfungsausschuss k\u00f6nne seinen Gesamteindruck sp\u00e4ter nicht mehr zuverl\u00e4ssig festhalten, \u00fcberzeugte das OVG nicht. Den Pr\u00fcfern sei es jedenfalls f\u00fcr einen \u00fcberschaubaren Zeitraum zumutbar, Protokolle, Notizen und den Eindruck aus der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung so zu dokumentieren, dass eine sp\u00e4tere Entscheidung m\u00f6glich bleibt.<p style=\"border:1px solid; padding: 5px; margin: 2px 0px 10px 0px; line-height: 150%\">\n\t\t\t\tDie RefNews sind das Blog von Juristenkoffer.de - einem der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einem der gr\u00f6\u00dften Vermieter von Kommentaren in Deutschland. Bist Du bereits Rechtsreferendar, hast Dir aber noch keinen Juristenkoffer reserviert? 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F\u00fcr die Ausbildungspraxis hei\u00dft das: Pr\u00fcfungs\u00e4mter und Gerichte m\u00fcssen genauer hinsehen, ob offene Klausurstreitigkeiten wirklich jede Fortsetzung des Pr\u00fcfungsverfahrens sperren oder ob eine vorl\u00e4ufige Teilnahme an der m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung das sachgerechtere Mittel ist. Gerade im Zweiten Staatsexamen, in dem Zeitverlust schnell Berufseinstieg, Bewerbungschancen und finanzielle Planung trifft, ist das ein wichtiges Signal zugunsten effektiven Rechtsschutzes.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer im Zweiten Staatsexamen an den schriftlichen Klausuren scheitert, verliert damit nicht zwingend jede Chance, zeitnah noch zur m\u00fcndlichen Pr\u00fcfung zu gelangen. Genau das zeigt ein Beschluss des OVG Niedersachsen, der f\u00fcr das Pr\u00fcfungsrecht im Referendariat erhebliche praktische Bedeutung hat. 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