{"id":12073,"date":"2020-02-27T23:16:37","date_gmt":"2020-02-27T21:16:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/?p=12073"},"modified":"2020-02-27T23:18:26","modified_gmt":"2020-02-27T21:18:26","slug":"kopftuch-verstoss-gegen-das-neutralitaetsgebot-der-justiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/hessen\/kopftuch-verstoss-gegen-das-neutralitaetsgebot-der-justiz\/","title":{"rendered":"Kopftuch &#8211; Versto\u00df gegen das Neutralit\u00e4tsgebot der Justiz"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-7387 alignleft\" src=\"https:\/\/www.juristenkoffer.de\/refblog\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/MP900305894-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/>Laut dem nun ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2020\/01\/rs20200114_2bvr133317.html\" target=\"_blank\">Beschluss vom 14. Januar 2020 (2 BvR 1333\/17)<\/a> des Bundesverfassungsgerichts, d\u00fcrfen muslimische Rechtsreferendarinnen w\u00e4hrend ihrer praktischen Ausbildung im Gerichtssaal kein Kopftuch tragen. Als Begr\u00fcndung wird die Pflicht genannt, sich in weltanschaulich-religi\u00f6ser Hinsicht neutral zu verhalten.<\/p>\n<p>Diese Pflicht zur religi\u00f6sen Neutralit\u00e4t stellt einen Eingriff in die Glaubensfreiheit dar. <!--more-->Doch laut der Verfassungsrichter ist dieser durch andere Verfassungsg\u00fcter rechtlich gerechtfertigt. Da sind die Funktionsf\u00e4higkeit zur Rechtspflege und die Verpflichtung zur Neutralit\u00e4t des Staates sowie die negative Religionsfreiheit der Verfahrensbeteiligten.<\/p>\n<p>Laut \u00a7 27 Abs. 1 Satz 2 des hessischen Juristenausbildungsgesetzes (JAG) gelten f\u00fcr Referendare, die in einem \u00f6ffentlich-rechtlichen Ausbildungsverh\u00e4ltnis stehen, mit wenigen Ausnahmen die auf Widerruf\u00a0 geltenden Bestimmungen f\u00fcr Beamte.<br \/>\n<em>Beamtinnen und Beamte haben sich im Dienst politisch, weltanschaulich und religi\u00f6s neutral zu verhalten. Insbesondere d\u00fcrfen sie Kleidungsst\u00fccke, Symbole oder andere Merkmale nicht tragen oder verwenden, die objektiv geeignet sind, das Vertrauen in die Neutralit\u00e4t ihrer Amtsf\u00fchrung zu beeintr\u00e4chtigen oder den politischen, religi\u00f6sen oder weltanschaulichen Frieden zu gef\u00e4hrden.<\/em> (\u00a7 45 HBG)<\/p>\n<p style=\"border:1px solid; padding: 5px; margin: 2px 0px 10px 0px; line-height: 150%\">\n\t\t\t\tDie RefNews sind das Blog von Juristenkoffer.de - einem der ersten und mit weit mehr als 35.000 zufriedenen Kunden einem der gr\u00f6\u00dften Vermieter von Kommentaren in Deutschland. Bist Du bereits Rechtsreferendar, hast Dir aber noch keinen Juristenkoffer reserviert? 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Das au\u00dferdem angestrengte Klageverfahren ruht derzeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut dem nun ver\u00f6ffentlichten Beschluss vom 14. Januar 2020 (2 BvR 1333\/17) des Bundesverfassungsgerichts, d\u00fcrfen muslimische Rechtsreferendarinnen w\u00e4hrend ihrer praktischen Ausbildung im Gerichtssaal kein Kopftuch tragen. Als Begr\u00fcndung wird die Pflicht genannt, sich in weltanschaulich-religi\u00f6ser Hinsicht neutral zu verhalten. 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